Freitag, 18.01.2019

Ein Treffer fürs Familienarchiv

A-Klasse AB 5
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Florian Breunig, Torwart beim FC Kickers Kirchzell. Foto: Tobias Breunig
Foto: Tobias Breunig
Torwart Florian Breunig läuft in Modeste-Jubel-Pose auf seinen Mitspieler Francesco Gravina zu. Foto: Rica Zeller
Foto: Rica Zeller

Torwart Florian Breunig wird dieses Spiel nicht so schnell vergessen: Sein Treffer zum 4:4 gegen den TSV Eisenbach brachte Kickers Kirchzell ins Spiel zurück.

An die­ses Spiel wird er sich im­mer er­in­nern. Da­von ist Flo­ri­an Bre­u­nig über­zeugt. Der Tor­wart des FC Ki­ckers Kirch­zell hat am Sonn­tag sei­nem Team, das schon na­he­zu »tot« ge­we­sen sei, wie­der Le­ben ein­ge­haucht. 3:4 stand es aus Sicht der Kickers, als sich der 29-Jährige in der 90. Minute in den Strafraum des TSV Eisenbach aufmachte - und nach einer Ecke das 4:4 erzielte. Am Ende gewann sein Team die Partie der Fußball-A-Klasse Aschaffenburg 5 noch mit 5:4.

»Das war unser letzter Strohhalm, es stand ja nicht gerade gut für uns«, sagt Breunig über seinen Entschluss, am Ende dieses »sehr kuriosen Spiels« mit nach vorne zu gehen. »Gerüchten zufolge war unser Trainer skeptisch gewesen, als ich nach vorne bin.« Tatsächlich klang Thomas Götzinger auch am Tag danach trotz des glücklichen Ausgangs nicht begeistert über die Aktion. Es sei einer dieser mittlerweile typischen Vorgänge am Ende von Fußballspielen gewesen. Nur eigentlich noch sehr früh, denn der Schiedsrichter habe ja zuvor fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt. Breunig wollte sich darauf aber nicht verlassen, zumal man im Spiel ja nie ganz sicher sei, welche Minute gerade abgelaufen ist.

Schon ein Oldie im Team

Der Torwart, mit 29 Jahren in dem sehr jungen Team schon einer der Oldies, hoffte also, nach dem Eckball etwas bewirken zu können. Hoffte? Nein, er war eigentlich in der Pflicht. »Ich hatte in der Pause beim Stand von 1:3 meinen Teamkollegen gesagt: Egal was passiert, heute mache ich ein Tor.«

Viele Jahre zuvor, als junger Torwart in der ersten Mannschaft, hatte er das vor einem Spiel in Dorfprozelten schon einmal seiner Oma versprochen - und dann erfüllt, indem er einen Elfmeter zum 1:1 verwandelte. Und nun traf er wieder. Nicht direkt nach dem Eckball. Denn der Ball rauschte durch Freund und Feind hindurch, landete dann aber bei Torjäger Maximilian Herkert. Der 30-Jährige passte vors Tor, wo Breunig den Ball aus einem halben Meter Höhe und vier Metern Entfernung mit der Fußinnenseite zum Ausgleich einschob. »Den Ball hat er technisch sauber ins Tor geschossen«, fand die Aktion auch bei Trainer Götzinger letztlich doch Anerkennung.

Als Größter ins Tor

Aber das Toreschießen zählt der gebürtige Kirchzeller gar nicht zu seinen Stärken, seit er in der E-Jugend als größter Spieler zwischen die Pfosten gestellt wurde. »Ich habe schnell gemerkt, dass ich Talent darin habe«, sagt der heute 1,96 Meter große Hüne zu seiner Torverhinderungstätigkeit. Vor allem in Eins-gegen-eins-Situationen agiere er stark und auch auf der Linie, sagt Breunig über sich. Wohl deshalb hatte er früher Oliver Kahn als Vorbild. Jetzt ist es Timo Horn, der Keeper des 1. FC Köln, was wiederum auch mit Breunigs Familie zu tun hat. Denn von seinem Opa hat er sein Faible für die Geißböcke geerbt. »Er hat sich einfach den ersten deutschen Bundesligameister herausgesucht.« Seither durften Opa und etwas später auch der Enkel viel mitleiden.

Wie die Zuschauer beider Lager am Sonntag in Eisenbach. »Wir hatten echt keinen guten Tag. Eisenbach hat unsere Fehler ausgenutzt. Aber es waren viele Fehler auf beiden Seiten.« So kam es noch zu dem aus Sicht von Breunig und Götzinger glücklichen Sieg, da der A-Jugendspieler Bartosz Zelasko sogar noch das 5:4 für Kirchzell erzielte. »Wir haben die Situation, das Momentum genutzt«, sagt Breunig.

Einige Ausfälle

Der Sieg sei wichtig gewesen, um an Wörth und Kleinheubach dranzubleiben. Auch darin sind sich Torwart und Trainer einig. Zudem in der Einschätzung, dass Kleinheubach wohl das beste Team der A-Klasse 5 stellt. Doch noch liegen fünf Mannschaften eng beieinander - darunter Kirchzell. Breunig und Götzinger hoffen, dass nach der Winterpause einige der momentan vielen Verletzten wieder einsatzbereit sind. Auch Breunigs Konkurrent im Tor: Joshua Götzinger. Schmerzhafter ist aber der Ausfall von Christopher Link (11 Tore), der am Dienstag seine Schulter untersuchen lässt. Und eines der Talente der Kickers, Luis Niesner (4 Tore), wird den Verein Richtung Röllbach verlassen.

Vielleicht muss Florian Breunig doch noch öfter nach vorne und seinen Modeste-Jubel wie am Sonntag zeigen. Der Stürmer ist ja zurück in Köln und soll künftig Tore für den Aufstieg liefern. So weit will sich der Financial Controller aus Kirchzell aber nicht aus dem Fenster legen.

Andreas Schantz
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