Seit einem Jahr ist die SG Ro/Gu-Mömbris beschlossene Sache

A-Klasse AB 1
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An Fußballspielen wäre gerade auch ohne Corona kaum zu denken: Christian Schüßler vom 1. FC Mömbris (links) und Burkard Kampfmann von der Spvgg Rothengrund/Gunzenbach präsentieren am zugeschneiten Mömbriser Sportplatz die Trikots der neuen SG Ro/Gu-Mömbris.
Foto: Thorsten Schmitt
Rund ein Jahr ist vergangen, seit der 1. FC Mömbris und die Spvgg Rothengrund/Gunzenbach ankündigten, ab der Saison 2020/21 neben der Reserve auch eine gemeinsame erste Mannschaft zu stellen. Doch weil elf Monate später der bayerische Amateurfußball noch in der Spielzeit 19/20 steckt, sind die beiden Partner in der Fußball-A-Klasse Aschaffenburg 1 weiter Gegner - wenn auch tabellarisch keine Kontrahenten.

Laut Spielplan, dem in Corona-Zeiten wie so vielem eine Vorläufigkeit anhaftet, steht am 2. Mai das finale Lokalduell an. »Das letzte Derby will nochmal jeder gewinnen«, ist sich Tobias Noe vom FCM-Vorstand sicher.

Der 32-Jährige ist fest davon überzeugt, dass die neue Spielgemeinschaft der richtige Weg ist. »Wir wollen agieren, nicht reagieren«, sagt Noe und ergänzt: »Es bringt nichts, erst zu lenken, wenn der Karren schon an die Wand gefahren ist.«

Wenn ich Bekannte treffe, ist die erste Frage: Was machen die Fußballer?

Die pandemie-bedingte Fußballpause haben die Verantwortlichen beider Vereine nicht ungenutzt gelassen. Mit Philipp Dorn, der vom Kreisklassisten TuS Sommerkahl kommt, haben sie für die Saison 2021/22 einen Co-Trainer verpflichtet. »Als Defensivspieler erhoffen wir uns von ihm, dass er unserer neuen Mannschaft die nötige Stabilität verleiht, um erfolgreich in die neue Runde zu starten«, sagt Christian Schüssler, der gleichberechtigt mit Tobias Noe und Markus Wissel dem FCM vorsteht.

Logo Spielgemeinschaft RO/GU-Mömbris
Foto: RO/GU-Mömbris

In Noes Worten soll der 26-jährige Philipp Dorn, der beim SV Erlenbach Bayernliga-Erfahrung gesammelt hat, auf dem Platz »der verlängerte Arm« seines Bruders sein. Der noch 37 Jahre alte Georg Dorn ist aktuell bereits Coach der Mömbriser.

In französischen Nationalfarben

Neben dem Trainer-Duo kann die Führungsriege der SG Ro/Gu-Mömbris zudem schon frische Trikots präsentieren - eines im Rot-Weiß des FCM, das andere im Blau-Weiß der Spvgg. Die Vereinsfarben finden sich ebenfalls im neuen Logo mit leicht französischen Flair. »Die Diskussion hatten wir auch«, sagt Schüßler und lacht. Die Reihenfolge des Namens, die auch im Blau-Weiß-Rot des Logos ihren Niederschlag findet, ergibt sich daraus, dass Rothengrund/Gunzenbach zunächst die Federführung übernimmt.

Georg Dorn.
Foto: Dorn

In den Gesprächen zwischen beiden Vereinen über eine Spielgemeinschaft »gab es keinen Punkt, über den wir nicht offen reden konnten«, betont Schüßler. Den großen Konsens unterstreicht auch Burkard Kampfmann, der neben Frank Deller und Michael Glaser für Rothengrund/Gunzenbach am Tisch saß. In seinem Club, sagt der aktuelle Vorsitzende im Rückblick sei das Projekt anfänglich durchaus diskutiert worden: »Aber wir haben über die Sachlage informiert. Ich bin mir sicher, dass wir alle an einem Strang ziehen.«

Philipp Dorn.
Foto: Dorn

Kampfmann erinnert daran, dass die Spielvereinigung nach ihrer Gründung 1952 mangels eigener Anlage mehrere Jahre den Mömbriser Platz nutzen durfte. Zudem hätten beide Vereine schon seit Mitte der 1980er Jahre im Jugendbereich gemeinsame Sache gemacht. Aktuell gehören beiden zu den zehn Stammvereinen der 2009 entstandenen JFG Mittlerer Kahlgrund.

Jugend stimmt zuversichtlich

Gerade der Nachwuchsbereich stimmt Burkard Kampfmann, der selbst als Jugendtrainer tätig war, zuversichtlich. »Ab Sommer stehen uns für die neue Spielgemeinschaft acht Spieler aus einem starken Jahrgang zur Verfügung«, sagt der 61-Jährige. »Wenn wir die aufteilen, können wir nichts erreichen.« Tobias Noe freut sich schon auf insgesamt 21 Nachwuchsakteure im Alter zwischen 15 bis 18, die mindestens eine Saison Bezirksoberliga gespielt haben und in den kommenden Jahren nachrücken.

Es bringt nichts, erst zu lenken, wenn der Karren schon an die Wand gefahren ist.

Gerade ihnen, sagt Christian Schüßler, wolle man mit der Spielgemeinschaft »eine Persopektive geben, im Markt Mömbris erfolgreich Fußball zu spielen«. Es gebe aber keinen Druck, unterstreicht der FCM-Vorsitzende: »Es soll erst einmal gut anlaufen.«

Ohnehin ist offen, in welcher Liga die SG Ro/Gu-Mömbris in der Saison 2021/22 antritt - immer vorausgesetzt, die Pandemie lässt einen Spielbetrieb zu. Während der 1. FC Mömbris aktuell in der A-Klasse AB 1 im Niemandsland der Tabelle steht, hat die Spvgg Rothengrund/Gunzenbach als Zweiter noch Aufstiegschancen. Das Thema Kreisklasse sei völlig unabhängig von der Gründung der Spielgemeinschaft, sagt Schüßler: »Das ist Gunzenbacher Sache.«

Spvgg-Vorsitzender Kampfmann zögert bei der Frage, ob der Aufstieg erklärtes Ziel sei. Dann sagt er: »Doch, schon.« Dass nach langer Corona-Pause nichts mehr los ist auf den Sportplätzen, glaubt der 61-Jährige nicht: »Wenn ich beim Metzger Bekannte treffe, ist die erste Frage: Was machen die Fußballer?« Und wenn der Ball erst wieder rollt, ist Kampfmann »überzeugt, dass die, die wollen, noch motivierter sind als zuvor.«

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