Donnerstag, 15.11.2018

Ein Kaiser als Torschützen-König

A-Klasse Aschaffenburg 1 Montag, 27.08.2018 - 13:31 Uhr

Brückens Spielertrainer trifft gegen Glattbach innerhalb von 17 Minuten viermal und sagt: »Meine Mitspieler haben mich gut eingesetzt.«

Die Mann­schaft der Stun­de in der Fuß­ball-A-Klas­se Aschaf­fen­burg 1 heißt Vik­to­ria Brü­cken, zum Mann des Ta­ges avan­cier­te am Sonn­tag de­ren Spie­ler­trai­ner. Wäh­rend dem Team aus dem Möm­b­ri­ser Orts­teil sai­son­über­g­rei­fend zu­letzt sie­ben Sie­ge ge­lan­gen, führt Mi­cha­el Kai­ser seit vor­ges­tern die Tor­schüt­zen­lis­te al­lei­ne an.

Mit lupenreinem Hattrick

Der Sprung nach ganz vorne gelang dem 29-jährigen Schimborner mit vier Treffern im Heimspiel gegen den bis dato ebenfalls verlustpunktfreien (und gegentorlosen) FSV Glattbach. Sehr erstaunlich: Kaiser brauchte für seine vier »Buden« in der zweiten Halbzeit gerade einmal 17 Minuten (70., 73., 82., 87.) - fast klar, dass er damit auch einen lupenreinen Hattrick erzielte.

»Nein, vier Tore in einem Pflichtspiel sind mir bisher noch nicht gelungen«, teilte Kaiser im Gespräch mit unserer Redaktion mit. »Fünfmal habe ich einmal gegen Königshofen getroffen, allerdings beim Marktpokal und unterbrochen von der Halbzeitpause.«

»Alle meine Spieler waren gegen den FSV sehr gut, sehr fokussiert und haben mich glänzend eingesetzt«, nennt er die Grundvoraussetzung für den hohen Sieg und seine Tore am Fließband. Ein Sonderlob bekam sein Sturmpartner Sebastian Wegstein, der in dieser Saison selbst schon dreimal getroffen hat. »Er verteilt die Bälle, hat ein sehr gutes Auge für seine Mitspieler.«

Mit einem Steilpass bereitete der Zugang aus Albstadt das erste kaiserliche Tor vor, beim zweiten Treffer verwertete Kaiser, der in der vergangenen Saison auf 15 Tore gekommen war, eine scharfe Hereingabe aus elf Metern. Bei seinen Treffern drei und vier setzte sich Kaiser selbst im Strafraum durch. »Zugute kam uns, dass unser Gegner nach dem dritten, vierten Tor nachgelassen hat«, weiß Kaiser, der auch gerne mal im zentralen Mittelfeld spielt.

Heißt der neue Topfavorit auf die Meisterschaft nun Viktoria Brücken, das mit einem ebenfalls klotzigen 4:1-Auswärtssieg in Wenighösbach gestartet war? »Nein«, wiegelt Kaiser ab, »Top-Favorit bleibt für mich der TuS Sommerkahl«. Und auch an den eigenen Zielen will der Fachlehrer festhalten: »Platz im oberen Tabellendrittel - das ist passend.« Denn wie schnell es gehen abwärts kann, wenn mal drei, vier Leistungsträger wegbrechen, habe man im vorigen Winter gesehen.

»Top-konzentrierte Leistung«

Mit den bisher gezeigten Vorstellungen ist Kaiser, der während seines Studiums in Bayreuth unter Ex-Bundesligaspieler Armin Eck in der Bezirksoberliga gekickt hat, allerdings hochzufrieden. »In Wenighösbach haben wir ordentlich gespielt, hätten aber acht, neun Tore schießen müssen. Gegen Glattbach, eine echt gute Mannschaft, haben wir eine top-konzentrierte Leistung gezeigt, von zehn Minuten abgesehen perfekt.«

Dennoch fordert Kaiser, der seit dieser Saison von Stefan Geis an der Seitenlinie unterstützt wird: »Wir wollen uns im weiteren Saisonverlauf noch steigern.« Dies gelte bereits für die Partie am kommenden Sonntag in Feldkahl: »Mit denen haben wir noch ein Hühnchen zu rupfen, denn in der vorigen Saison haben wir beide Spiele gegen den FSV verloren - allerdings nie mit der vollen Kapelle.« Diesmal müssen die Brückener nur auf Mittelfeldspieler Stefan Henkel verzichten.

Seinen Fußball-Sachverstand hatte Kaiser, der noch bis Saisonende in Brücken unter Vertrag steht, schon vor der Fußball-Weltmeisterschaft in unserer Beilage unter Beweis gestellt. »Ich denke, dass die deutsche Mannschaft diesmal maximal ins Viertelfinale kommt, da die anderen Nationen enorm aufgeholt haben«, unkte er - im Nachhinein gesehen sogar noch zu optimistisch. Und: »Für mich sind die Franzosen der absolute WM-Favorit, da sie unter anderem mit ihren pfeilschnellen Offensivspielern enorme Qualität aufzubieten haben.« Treffer!

Sollte seine Prognose die A-Klasse betreffend auch stimmen, dürfen sich die Sommerkahler auf die Kreisklasse freuen und seine Mannschaft die Bezeichnung Fahrstuhlmannschaft - jeweils zwei Auf- und Abstiege zwischen 2012 und 16 - so langsam wieder ablegen.

Thomas Steigerwald
 

Zur Person: Michael Kaiser

Geburtstag und -ort: 7. Juli 1989 in Aschaffenburg
Wohnort: Mömbris-Schimborn
Beruf: Fachlehrer
Familienstand: verheiratet
Stationen als Spieler: SV Königshofen, BSC Saas Bayreuth, Sportfreunde Sailauf, FC Mömbris
Hobbys: Fußball, Skifahren, Mountainbiking
Lieblingsverein: Bayern München

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