Montag, 24.09.2018

Erlebnis schlägt Ergebnis

Dachser-Junior-Cup Dienstag, 31.07.2018 - 14:10 Uhr

Marcel Pollok, Stürmer des SV Stockstadt, ist bei der ersten Auflage des Dachser-Junior-Cups im Jahr 2009 für Stockstadt aufgelaufen und Tim Klaus bei der zehnten in diesem Jahr. Gegen den nahmhaften Bundesliganachwuchs zählt die Erfahrung.

Ge­gen We­hen Wies­ba­den. Das weiß er noch ge­nau. Aber wie? Mar­cel Pol­lok über­legt, doch das Er­geb­nis will ihm nicht ein­fal­len. »Das weiß ich gar nicht mehr ge­nau. Aber wir ha­ben al­le Spie­le ver­lo­ren«, sagt der 27-Jäh­ri­ge. Ge­gen We­hen Wies­ba­den. Das weiß er noch ge­nau. Aber wie? Mar­cel Pol­lok über­legt, doch das Er­geb­nis will ihm nicht ein­fal­len. »Das weiß ich gar nicht mehr ge­nau. Aber wir ha­ben al­le Spie­le ver­lo­ren«, sagt der 27-Jäh­ri­ge. 2009 gehörte er zur U 17 des SV Stockstadt, die bei der Premiere des Dachser-Junior-Cups gegen den Nachwuchs von Proficlubs auflief. »Da hast du einen ganz anderen Puls, wenn du gegen solche Mannschaften spielst«, erinnert sich Pollok zwei Tage vor der zehnten Auflage.

»Ich freu mich drauf«, sagt Tim Klaus bei dem Treffen auf dem SV-Sportgelände zu seinem ersten Einsatz bei dem namhaft besetzten Turnier. Als Ziel gibt der 16-jährige Defensivmanndes SV aus: »Ein Tor schießen und vielleicht ein Unentschieden holen.«

Zwei Tore gegen Mainz

Angreifer Marcel Pollok, der aktuell für das Stockstädter A-Klasse-Team aufläuft, hat 2010 in seinem zweiten U 17-Jahr noch einmal mitgespielt. Und ein unvergessliches Erfolgserlebnis gehabt: ein 2:2 gegen den FSV Mainz 05. »Ich war zweifacher Torschütze«, sagt Pollok stolz und deutet zum Spielfeldende vor der Vereinsgaststätte: »Auf das Tor war es!«

Zwei weitere Remis gelangen dem Ausrichter in den Folgejahren: ein 2:2 gegen den JFC Frankfurt 2011 und ein 1:1 gegen Waldhof Mannheim 2013. Einige Partien gingen nur knapp verloren, einen Sieg hat der Ausrichter bislang noch nicht geschafft, vom Einzug in die K.o.-Runde ganz zu schweigen.

»Nach dem ersten Spiel war klar, dass die anderen Mannschaften läuferisch und taktisch überlegen sind.« Polloks Einschätzung des ersten Turniers lässt sich problemlos übertragen. Beeindruckt habe ihn damals auch das geschlossene, ordentliche Auftreten der Gästeteam.

»Und das ist über die Jahre noch professioneller geworden«, sagt Florian Laub, im SV-Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und als Angestellter des Hauptsponsors einer der Macher des Turniers, das bis 2015 unter der Schirmherrschaft von Philipp Lahm stand.

Gerne würde der 47-jährige Laub wieder einmal den FC Basel in Stockstadt begrüßen. »Die haben unserem Turnier internationales Flair verliehen.« Doch nachdem der damalige Jugendleiter den Schweizer Club verlassen hatte, »ist der gute Draht abgebrochen«.

Froh ist Laub im Vorfeld der zehnten Auflage, dass Titelverteidiger VfL Wolfsburg erneut am Start ist. »Die waren vergangenes Jahr sensationell.« Als »übertrieben krass« bezeichnet Tim Klaus den souveränen Auftritt der Wölfe, die vor zwölf Monaten alle drei K.o.-Spiele inklusive des Finales mit 3:0 gewannen.

Ein Stockstädter Duell mit dem VfL ist höchst unwahrscheinlich; in diesem Punkt herrscht bei dem Treffen vor dem Turnier Einigkeit. Die größten Chancen auf das angepeilte Unentschieden sehen Klaus, Pollok und Laub gleich im ersten Spiel gegen U 17-Hessenligist Darmstadt 98. Klaus berichtet von ein paar Trainingseinheiten im Vorfeld, die »nicht überragend, aber gut« waren.

Eine ganz andere Vorbereitung ist hinter den Kulissen nötig. »Man kann an den zwei Tagen Turnier nicht abschätzen, was das vorher an Aufwand erfordert«, sagt Laub. Er spricht von einer großen Herausforderung, die ohne Ehrenamt nicht möglich sei. »Am Anfang war die Euphorie größer«, berichtet Laub, der ausdrücklich die »gute Unterstützung aus dem Aktivenbereich« des SV Stockstadt lobt. »Wir können nicht mehr auf eine breite Masse an Helfern zurückgreifen, haben aber 20 bis 25 Leute, die sich intensiv einbringen.« Auf die Gästeteams wartet unter anderem eine Rundumverköstigung aus der Vereinsküche.

Für die Finanzen des Clubs spiele das Turnier eine wichtige Rolle, betont Florian Laub: »Ohne so eine Veranstaltung kannst du nicht schuldenfrei wirtschaften.«

Derlei Gedanken muss sich Tim Klaus nicht machen. Angesichts der Hitze und der Aussicht auf dreimal 40 Minuten Spielzeit macht ihm nur eines Sorgen: »Mit der Ausdauer wird es knapp.«

39 Minuten steht die Null

Zwei Tage später, im ersten Spiel gegen Darmstadt, ist für Klaus und seine Teamkollegen das Ziel zum Greifen nah. 39 Minuten lang steht die Null. Manchmal auf wackligen Füßen, aber sie steht. Weil die Jungs im Stockstädter Trikot leidenschaftlich verteidigen. Und dem Lilien-Nachwuchs damit zunehmend auf die Nerven gehen. Bis in der letzten Minute doch noch das 0:1 fällt. »Ärgerlich«, sagt Tim Klaus nach dem Abpfiff. Sonderlich geknickt wirkt er dabei nicht. Das Erlebnis schlägt das Ergebnis.

Thorsten Schmitt

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