Dienstag, 18.09.2018

Barletta setzt zu Hause auf Konter

Hessenliga Donnerstag, 13.09.2018 - 15:42 Uhr

Bayern Alzenau freut sich auf das "Spiel des Jahres" gegen Hessen Kassel.

"Es wird für uns ein ganz an­de­res Spiel als in Wald­gir­mes wer­den", ist sich An­ge­lo Bar­let­ta si­cher. Wenn der FC Bayern Alzenau am Samstag (15 Uhr) den KSV Hessen Kassel in der Main-Echo-Arena begrüßt, dann gelten die Blau-Weißen nicht als haushoher Favorit, sondern sehen sich auf Augenhöhe mit dem letztjährigen Regionalligisten.

Dabei können die Alzenauer aus einer bequemen Tabellensituation heraus ganz ohne Druck spielen. Nach acht Spieltagen in der Fußball-Hessenliga haben die Bayern (21 Punkte) fünf Zähler Vorsprung auf Kassel (16), zudem steht für die Löwen noch ein Punktabzug wegen des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls im Raum.

»Wir werden im Laufe der Saison noch öfters auf eine Situation wie in Waldgirmes treffen. Daher muss die Mannschaft lernen, die Ruhe zu bewahren und nicht kopflos zu agieren«, brachte Barletta die Gründe für die erste Saisonniederlage (1:3) auf den Punkt. Gegen eine sehr defensiv eingestellte SC-Elf fand die Alzenauer Offensive über weite Strecken keine Mittel, um zum Torerfolg zu kommen und wurde daher zunehmend unruhig. »Waldgirmes stand mit zwei Ketten in seiner eigenen Hälfte. Da ist es natürlich schwierig, sich Chancen zu erarbeiten. Ich hoffe, die Jungs haken das Spiel als Lernprozess ab«, so Barletta weiter.

"Sie müssen, wir wollen gewinnen" – Kurz-Interview mit Alzenaus Co-Trainer Dennis Bochow

Gegen Kassel könnten die Bayern die Rolle der Mannschaft einnehmen, die in ihrer eigenen Hälfte eingeigelt wird. »Es ist gut möglich, dass sie uns, wie schon Barockstadt, hinten reindrücken und mehr Ballbesitz haben. Dann müssen unsere Konter aber sitzen«, hofft der 41-jährige auf schnell vorgetragene Angriffe.

Ähnlich wie Barletta sieht auch Tobias Cramer (44), der in Personalunion Trainer und Sportlicher Leiter in Kassel ist, den möglichen Spielverlauf: »Es wird ganz wichtig sein, dass wir die Umschaltsituationen schnell unterbinden und die Alzenauer nicht in unsere Box reinlassen. Ich gehe auch davon aus, dass wir viel Ballbesitz haben werden. Für uns ist es nicht ungewöhnlich, dass wir gegen tief stehende Mannschaften spielen.«

Cramer, der seit vier Jahren die Löwen trainiert, betonte, dass seine Elf keine Profitruppe ist. »Wir haben entgegen vieler Gerüchte nur einen Etat von 300 000 bis 400 000 Euro. Aufgrund von Vereinbarungen mit Arbeitgebern und vielen Studenten können wir weiterhin tagsüber um 15.30 Uhr viermal in der Woche trainieren.«

Auch im Hinblick auf einen möglichen Punktabzug wegen des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls stellt er klar: »Eine Entscheidung fällt definitiv erst im Winter. Deswegen kann man jetzt noch keine Aussage treffen.«

Lob für den FCB

Dem FC Bayern Alzenau zollt Cramer großen Respekt: »Ich hätte nach dem Umbruch nicht erwartet, dass sie so gut in die Saison starten. Ein solcher Auftakt ist aber eine deutliche Ansage. Deswegen sehe ich uns am Samstag nicht als Favorit.«

Das sieht Angelo Barletta durchaus anders: »Sie werden volle Lotte auf Sieg spielen, denn sie müssen gewinnen, wenn sie vorne dabei bleiben wollen. Kassel hat eine sehr gute Balance zwischen jungen und erfahrenen Spielern und spielt einen homogenen Fußball.« Daher fordert der 41-Jährige insbesondere von seinen Führungsspielern wie Ioannis Takidis, Marcel Wilke, Kreso Ljubicic und Francesco Calabrese mehr Cleverness: »Sie müssen unsere jungen Spieler führen und in kritischen Situationen noch präsenter sein.«

Verzichten müssen die Blau-Weißen auf die Dienste von Danilo Milosevic (Rotsperre; Barletta: »Das tut uns weh, weil er im Luftkampf eine richtige Waffe ist.«), Noah Schmitt (grippaler Infekt) und Luca Bergmann (Bänderriss). Mit dem 19-jährigen Nahom Ogbay (SV Wehen-Wiesbaden U 19) verpflichteten die Bayern kurz vor Ladenschluss noch einen schnellen Außenbahnspieler mit eritreischen Wurzeln.

Wie Tobias Cramer mitteilte, wird auch Hessen Kassel nicht komplett antreten können. Die beiden Spielführer Sergej Evljuskin und Frederic Brill fallen mit Verletzungen aus.

Jörg Albert

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