Dienstag, 25.09.2018

Selishta beendet den Hadamar-Fluch

(© Stefan Gregor)

mit Bildergalerie

Hessenliga Samstag, 28.07.2018 - 21:56 Uhr

Per­fek­ter Sai­son­start für den FC Bay­ern Al­zenau. Mit ei­nem kla­ren 5:2-Sieg ge­gen den SV Rot-Weiß Ha­da­mar fuhr die Elf von Trai­ner An­ge­lo Bar­let­ta im Auf­takt­spiel gleich den ers­ten Drei­er ein.

Als Schiedsrichter Carsten Dücker das erste Hessenliga-Spiel der Saison 2018/2019 gegen den SV Rot-Weiß Hadamar um 19.53 Uhr abgepfiffen hatte, fiel Angelo Barletta ein großer Stein vom Herzen. »Ich habe noch nie gegen Hadamar gewonnen«, gestand der 41-jährige sichtlich erleichtert ein.

Gleichzeitig merkte man dem Trainer des FC Bayern Alzenau auch die große Anspannung an: »So halte ich das keine zehn Spiele durch.« Tatsächlich führten die Alzenauer Kicker ihren Coach und die 300 Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle – allerdings mit Happy End und einem verdienten 5:2-Heimsieg.

Vor dem Spiel gab es gute und schlechte Nachrichten zu vermelden. Stammkeeper Ioannis Takidis muss sich nach einem Meniskusriss einer Operation unterziehen. »Vier bis sechs Wochen wird er uns wohl fehlen«, schätzte Barletta. Äußerst positiv zeigte sich dagegen die Verpflichtung von Hedon Selishta (vom TuS Erndtebrück). Der 25-jährige Deutsch-Kosovare hatte den Bayern zunächst abgesagt, entschied sich dann aber doch kurzfristig für ein Engagement bei den Blau-Weißen. Und mit drei Toren, großer Laufbereitschaft und der nötigen Coolness vor dem Tor hat sich Selishta bereits jetzt schon einen dicken Pluspunkt bei den FCB-Fans erspielt.

Nachdem sich vor dem Anpfiff ein heftiger Regenschauer über Alzenau ergossen hatte, herrschten während der 90 Minuten nahezu ideale äußere Voraussetzungen für ein Fußballspiel vor. Und wie von Barletta erwartet, stellten sich die Gäste als eine körperlich robuste und dennoch fußballerisch beschlagene Truppe vor.

Doch die Alzenauer erwischten einen Start nach Maß. Nach einem Einwurf mit unfreiwilliger Kopfballverlängerung durch einen Hadamarer war Patrick Kalata (7.) zur Stelle – 1:0 für die Bayern. Apropos Kalata. Der 21-jährige Blondschopf lieferte eine überragende Partie ab, beeindruckte mit einem riesigen Laufpensum und krönte seine starke Leistung mit zwei Treffern.

Was allerdings in der folgenden Viertelstunde geschah, dürfte Barletta überhaupt nicht gefallen haben. Nachdem sich Kapitän Marcel Wilke bei einem Kopfballduell eine Platzwunde zugezogen hatte und behandelt werden musste, hielten die Chaos-Minuten in der FCB-Abwehr Einzug. Die logische Konsequenz folgte in Spielminute zehn. Nach einem Eckball von Marius Löbig auf den kurzen Pfosten wurde Milosevic von Kuczok bedrängt und beförderte das Leder in das eigene Tor.

Und während die Alzenauer Abwehr noch mit sich selbst beschäftigt war, schlug es nur zwei Minuten später erneut nach einem Eckball ein. Eine Kopfballstafette, diesmal auf den langen Pfosten gespielt, nutzte Pandov (14.) zur 2:1 Führung. »Da haben wir völlig die Ordnung verloren«, ärgerte sich der Alzenauer Trainer über die beiden Gegentore.

Aber auch die Defensiv-Abteilung der Gäste hatte so ihre Probleme mit Standards. Nach einem Freistoß konnte die rot-weiße Abwehr die Situation im Strafraum nicht klären. Kalata (25.) war zur Stelle – 2:2. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff (39.) folgte der erste Teil der Selishta-Show. Eine Flanke von Rico Kaiser verwertete der Torjäger zum 3:2.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel war Selishta (47.) wieder zur Stelle. Nach schöner Vorarbeit von Calabrese netzte der Mittelstürmer zu seinem zweiten Treffer ein. »So darf man in der Hessenliga nicht verteidigen. Solche Fehler werden sofort bestraft«, sagte Gästecoach Kierdorf nach dem Match.
Insbesondere Ljubicic und Milosevic konnten sich im Mittelfeld nun deutlich mehr Spielanteile wie im ersten Durchgang erarbeiten, so dass in der 67. Minute der endgültige Genickbruck für Hadamar folgte. Eine maßgenaue Flanke von Kaiser verwandelte Selishta mit einem Flugkopfball zum 5:2.

»Meine Mannschaft hat sich nach dem Rückstand wieder gefangen und eine tolle Reaktion gezeigt«, fasste Barletta die ersten 90 Minuten der neuen Saison zusammen. Angesichts der Tatsache, dass das Rückspiel bereits in rund vier Wochen steigt, kündigte Kierdorf an: »Dann bleiben die Punkte aber auf jeden Fall in Hadamar.«

Hessenpokal am Dienstag

Bereits am Dienstag muss die Barletta-Elf erneut antreten. In der ersten Runde des Hessenpokals treffen die Bayern auf den Verbandsliga-Aufsteiger SG Bornheim/GW Frankfurt. Die Partie findet auf dem Kunstrasenplatz in der Seckacher Landstraße 76 statt und wird um 20 Uhr angepfiffen.

Jörg Albert

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