Mittwoch, 26.09.2018

Der Kaiser von Alzenau

Hessenliga:Außenverteidiger Rico Kaiser träumt noch von einem Engagement im Profifußball

Mittwoch, 25.07.2018 - 11:14 Uhr

Er for­mu­liert sei­ne Zie­le klar: »Ich ha­be den Traum vom Pro­fi­fuß­ball. Im­mer noch.« Gleich­zei­tig wirkt Ri­co Kai­ser aber auch rea­lis­tisch: »Erst ein­mal will ich mich in Al­zenau in je­dem Trai­ning und Spiel wei­ter ent­wi­ckeln und so für höhe­re Auf­ga­ben emp­feh­len.« Und der 21-Jäh­ri­ge weiß, wo­von er spricht.

Schließlich trug er mit dem Trikot der Frankfurter Eintracht schon einmal das Jersey eines Bundesligisten, wenn auch nur bei den U 17-Junioren.

Blick geht nach vorne

Doch sein bisher größtes fußballerisches Highlight erlebte der Kaufmann für Büromanagement bei seinem aktuellen Verein Bayern Alzenau. »Ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Das war ein Super-Erlebnis«, schwärmt der Außenverteidiger immer noch vom Relegationsspiel gegen den FK Pirmasens. Rund 2000 Zuschauer säumten die Main-Echo-Arena und sorgten so für eine imposante Kulisse. »Leider haben wir den Aufstieg verpasst. Aber das Thema ist abgehakt«, spielt Rico Kaiser auf die bittere 1:8-Niederlage in Villingen an. Denn der Blick in Alzenau geht in diesem Jahr wieder nach vorne: »Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn wir in die Regionalliga aufsteigen würden.«

Und die Chancen für eine erneut starke Rolle der Alzenauer in der Hessenliga schätzt der 21-Jährige gut ein: »Es haben uns zwar einige wichtige Spieler verlassen. Nach meinen Eindrücken der ersten Trainingswochen und Testspiele bin ich aber überzeugt, dass wir als Mannschaft wieder genauso stark wie im vergangenen Jahr aufgestellt sind.« Insbesondere von Neuzugang und Ex-Profi Kreso Ljubicic ist Rico Kaiser angetan: »Das ist ein überragender Spieler mit tollen Fähigkeiten.« Als härteste Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft schätzt Kaiser die »Millionenteams« aus Gießen, Kassel und Fulda ein, die unter echten Profibedingungen arbeiten.

In Hinblick auf seine persönliche Situation auf der rechten Abwehrseite hat der Steinheimer nur wenig zu befürchten. 32 Einsätze (2 Tore) absolvierte der Außenverteidiger in seiner zweiten Saison, auch in der kommenden Runde zählt er zu den etablierten Größen. »Er hat sich in den beiden letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt. Rico ist laufstark, spielt geradlinig und schlägt gute Flanken«, zählt FCB-Coach Barletta die Stärken von Kaiser auf. Eindrucksvoll gestalten sich auch die Scorer-Punkte des Abwehrspezialisten. Gleich 19 Tore bereitete er in der abgelaufenen Spielzeit vor. Kritisch zeigt sich die Alzenauer Nummer zwei in Bezug auf seine Schwächen. Sein Kopfballspiel und die Schnelligkeit seien noch verbesserungswürdig - so die Selbsteinschätzung des Youngsters. Eine besondere Vorliebe hat Kaiser für lange Diagonalbälle: »Am liebsten habe ich das ganze Spiel vor mir und versuche unsere Angreifer in Szene zu setzen.«

Gut in Szene gesetzt hatte sich der 21-Jährige bereits in seinen Juniorenjahren. Über einige kleinere Vereine und Einsätze in der Hessenauswahl gelang ihm in der U 17 der Sprung zur Frankfurter Eintracht. »Wir hatten nahezu die gleichen Bedingungen wie die Profis. Es war wirklich beeindruckend.« Von Trainer Uwe Bindewald wurde Kaiser in die U 17-Bundesliga-Elf berufen und entwickelte sich auch hier schnell zum Stammspieler. Doch nach einer starken Saison mit 21 Einsätzen und 6 Toren folgte das Unerklärliche. »Mir wurde gesagt, dass ich in den Planungen nicht mehr unbedingt die große Rolle spiele. Weil ich aber unbedingt auf dem Platz stehen wollte, bin ich zum FSV Frankfurt gewechselt.« Nach nur einer Saison bei den Bornheimern folgte im zweiten A-Junioren-Jahr der nächste Wechsel zu Kickers Offenbach. »Ich hätte die Chance auf einen Platz im Kader der ersten Mannschaft gehabt. Dann hätte ich aber meine Ausbildung abbrechen müssen, was ich nicht wollte. Deswegen habe ich das Angebot der Kickers abgelehnt und bin nach Alzenau gewechselt.«

Eine absolut richtige Entscheidung, wie sich bereits jetzt schon herausgestellt hat. »Ich fühle mich hier sehr wohl, weil mir tolle Bedingungen und eine familiäre Atmosphäre geboten werden«, so Kaiser. Und eines steht auch fest. Den Traum vom Profifußball hat er noch nicht ausgeträumt. Noch lange nicht.

Jörg Albert

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