Dienstag, 19.10.2021

37-Jähriger mit Premier-League-Erfahrung: FC Bayern Alzenau verpflichtet Ex-Profi Jose Holebas

Alzenau
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Jose Holebas
Foto: Jörg Albert
Nun ist es of­fi­zi­ell: Ex-Fuß­ball­pro­fi Jo­se Ho­le­bas kehrt an den Baye­ri­schen Un­ter­main zu­rück und spielt künf­tig beim Hes­sen­li­gis­ten FC Bay­ern Al­zenau. Zu­letzt spiel­te der ge­bür­ti­ge Aschaf­fen­bur­ger beim grie­chi­schen Meis­ter Olym­pia­kos Pi­räus.

»Jose ist der Spieler mit der größten Vita, den wir je verpflichtet haben. Selbst im Vergleich zur Verpflichtung von Jochen Seitz vor rund zehn Jahren ist das nochmal eine Steigerung«, freute sich der Vereinsvorsitzende der Alzenauer, Andreas Trageser, über den Transfercoup. Noch vor rund sechs Monaten lief der gebürtige Aschaffenburger für Piräus im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Arsenal London auf, künftig wird der 37-jährige auf den Sportplätzen in Hünfeld, Neuhof und Flieden zu sehen sein.

»Wir mussten ihn zwingen«

Der Kontakt zu Holebas entspringt aus einer Beziehung zwischen dem 38-maligen griechischen Nationalspieler und dem Alzenauer Spielertrainer Peter Sprung, die bis zum Beginn der 2000er-Jahre zurückreicht. Nachdem der damals 18-Jährige überraschenderweise Vater wurde, hängte er seine Kickschuhe an den Nagel, brach die Ausbildung zum Lackierer ab und verdiente sein Geld als Lagerarbeiter im Schichtdienst. »Ich war damals Spielertrainer beim Kreisligisten SV Damm und sein Onkel hat ihn zu uns gebracht. Wir mussten ihn fast schon zwingen, dass er wieder bei uns einsteigt«, sagt Peter Sprung mit einem Lachen. »Aber sein Talent, seine Schnelligkeit und der linke Fuß waren einfach überragend«, so Sprung weiter.

Über die Stationen SV Damm und Viktoria Kahl wechselte Holebas schließlich zu den Amateuren von 1860 München, wo er nach kurzer Zeit den Schritt in den Profi-Kader schaffte. Trainer Ewald Lienen schulte Holebas vom Offensivspieler zum linken Verteidiger um und nahm ihn 2010 mit nach Piräus. »Das war die schönste Station im Ausland. Der Verein ist das Bayern München in Griechenland und von der Stimmung her nicht zu toppen«, blickt Jose Holebas auf seinen zweimaligen Aufenthalt in Südosteuropa zurück.

In Piräus gelang dem Linksfuß der internationale Durchbruch, außerdem avancierte er zum griechischen Nationalspieler. »Dass es mit seiner Karriere so steil bergauf geht, hätte ich damals nicht gedacht«, gesteht Peter Sprung. Weitere Erfahrungen sammelte Holebas in der Serie A in Italien beim AS Rom und in der englischen Premier League, wo er beim FC Watford zwischen 2015 und 2020 Stammspieler war. Nachdem es dort nicht mehr zur Vertragsverlängerung kam, zog es ihn in der Saison 2020/2021 wieder nach Piräus, wo er mit Olympiakos zum fünften Mal griechischer Meister wurde.

»Ich habe gelesen, dass er seine Karriere beenden will. Deswegen habe ich mit ihm Kontakt aufgenommen«, schildert Peter Sprung den Beginn der erneuten Zusammenarbeit. »Der ausschlaggebende Grund für den Wechsel nach Alzenau ist die jahrelange Freundschaft zu Peter und Murat«, erklärt Holebas, warum er nun den Schritt in die Hessenliga geht. »Piräus hatte mir einen Vertrag für eine weitere Saison vorgelegt. Allerdings haben mir die Konditionen nicht gefallen«, berichtet der 37-Jährige weiter.

Noch keine Zukunftspläne

Bezüglich seiner Zukunftspläne sagte Holebas: »Ich habe mir noch gar keine großen Gedanken gemacht, da ich ja bis vor drei Monaten noch voll im Profigeschäft integriert war. Mit Alzenau habe ich vereinbart, dass ich erste Erfahrungen als Trainer sammele und die nötigen Lizenzen erwerbe.«

Auf die sportliche Verstärkung durch Holebas freut sich Peter Sprung. »Jose ist hochmotiviert und auf vielen Positionen einsetzbar. Er ist als absoluter Führungsspieler eingeplant, muss aber wie jeder andere auch seine Leistung bringen«, stellt der 42-jährige klar.

Gleichwohl hofft Andreas Trageser auf einen positiven Schub für die junge Alzenauer Truppe: »Er ist sehr ehrgeizig, verhält sich absolut professionell und wird für unsere Jungs ein Rückhalt sein.« Wann die Freigabe für Holebas vorliegt, ist momentan noch unklar. »Ein internationaler Wechsel muss über die beteiligten Fußballverbände und den abgebenden Verein abgewickelt werden. Ich wünsche mir sehr, dass wir ihn baldmöglichst einsetzen können«, hofft Trageser auf einen baldigen Einsatz. Über die Vertragsinhalte haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Zur Person: Jose Holebas

Geburtsdatum/-ort: 27. Juni 1984 in Aschaffenburg.
Staatsangehörigkeiten: deutsch und griechisch.
Familienstand: verheiratet, eine Tochter.
Position: Linker Verteidiger, linkes Mittelfeld.
Vereine in der Jugend: FC Südring, FC Kleinwallstadt, Teutonia Obernau.
Bisherige Vereine im Aktivenbereich: SV Damm (2002 - 2005), Viktoria Kahl (2005 - 2006), TSV 1860 München (2006 - 2010, 73 Spiele in der 2. Bundesliga/7 Tore), Olympiakos Piräus (2010 - 2014, 116 Super-League-Einsätze/9 Tore), AS Rom (2014 - 2015, 24 Serie-A-Einsätze/1 Tor), FC Watford (2015 - 2020, 114 Premier-League-Einsätze/6 Tore), Olympiakos Piräus (2020 - 2021), FC Bayern Alzenau (ab 2021).
Länderspiele: 38 Begegnungen/1 Tor für Griechenland (2011 - 2016).
Erfolge: fünfmal griechischer Meister, zweimal griechischer Pokalsieger, Teilnehmer an der Europameisterschaft 2012 in Polen/Ukraine (drei Einsätze) und der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien (vier Einsätze), 28 Champions-League- und 11 Europa-League-Einsätze.
Rückennummer in Alzenau: 20.

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