Viktoria dreht Partie gegen Schweinfurt in den letzten neun Spielminuten

Starkes Finish zum 3:2-Sieg

Regionalliga Bayern
3 Min.

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Nicht zu bremsen: Aschaffenburgs Benjamin Baier behauptet den Ball gegen Kristian Böhnlein vom 1. FC Schweinfurt. Am Ende behielt im letzten Saisonspiel auch die Viktoria mit 3:2 die Oberhand.
Foto: Björn Friedrich
Mit ei­nem star­ken End­s­purt hat Vik­to­ria Aschaf­fen­burg im letz­ten Sai­son­spiel der Re­gio­nal­li­ga Bay­ern ei­nen 3:2-Heim­sieg ge­gen den 1. FC Schwein­furt 05 ge­holt und da­mit den an­ge­st­reb­ten ein­s­tel­li­gen Ta­bel­len­platz er­reicht.

Für Mannschaft und Trainer war es ein versöhnlicher Abschluss einer komplizierten Saison, die lange gekennzeichnet war durch große Verletzungsprobleme.

Karriereende mit 23 Jahren

Einen emotionalen Höhepunkt erlebten die knapp 1.000 Zuschauer vor dem Anpfiff. Der 23-jährige Nick Förster muss mit nur 23 Jahren seine Karriere beenden. Nach dem im August erlittenen dritten Kreuzbandriss drohte ihm zeitweilig sogar der Verlust des Beines. Auch Torwarttrainer Mar- kus Eisert und Tuncay Nadaroglu, Trainer der U19 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, er- hielten Geschenke zum Abschied.

Während Schweinfurt mit gerade mal 15 Spielern, davon zwei Ersatztorhüter, angereist war, hatte Trainer Jochen Seitz seine bestmögliche Formation aufgeboten. Clay Verkaj übernahm wieder die zentrale Mittelfeldrolle, Daniel Cheron ging in die Abwehr und verdrängte Tim Littmann. Entsprechend forsch gingen die Aschaffenburger zu Werk, ließen den Ball und oft auch den Gegner laufen. Beide Teams kämpften nicht mehr verbissen um jeden Ball, so entwickelte sich eine nett anzuschauende Partie. Die Viktoria hatte mehr Spielanteile und tat deutlich mehr für die Offensive als die zunächst abwartenden Gäste. Allerdings zeigte sich in dieser Phase schon das große Manko der Hausherren: Im Sturm übertrieben sie es mit dem Klein-Klein. Anstatt den Abschluss entschlossen zu suchen, wurde immer noch einmal gepasst. Die beste Chance vergab Elias Niesigk, der aus wenigen Metern das leere Tor nicht traf (14.).

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SV Viktoria Aschaffenburg - 1. FC Schweinfurt
Foto: Björn Friedrich |  29 Bilder
Heber von Benedict Laverty

Nur einmal vollendete die Viktoria einen ihrer schönen Spielzüge, als Verkaj auf Benedict Laverty durchsteckte und der mit einem Heber gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden traf. Allerdings machten es sich die Spieler danach selbst schwer, da sie in der Abwehr immer unkonzentrierter agierten und sich zu viele Leichtsinnsfehler leisteten. So wie Niklas Borger, der sich in der 32. Minute von Skenderovic düpieren ließ. Der Neuzugang der Münchner Löwen traf aus spitzem Winkel zum Ausgleich. Oder wie Routinier Benjamin Baier, der erst einen Ball vertändelte und sich dann nur noch mit einem Foul gegen Fery zu helfen wusste. Den Elfmeter nutzte Böhnlein zur Pausenführung der Gäste. Jan Gernlein, Trainer der Schweinfurter, sprach von einer »glücklichen Pausenführung«. Sein Ge- genüber Jochen Seitz war eher verärgert. »Wir hätten viel höher führen müssen, und dann wissen wir gar nicht, warum wir auf einmal hinten liegen. In der Pause haben wir die Jungs aufgebaut und angewiesen, noch einmal Vollgas zu geben.«

In der zweiten Halbzeit sah es trotzdem lange so aus, als sollte sich die Viktoria vergebens bemühen. Zunächst hatte sogar Schweinfurt die Chance zum dritten Treffer. Suljic und Hyseni vergaben nacheinander aus kurzer Distanz. Danach spielte nur noch die Seitz-Truppe nach vorne, wenngleich zunächst mit überschaubarem Erfolg. Bayer zirkelte einen Freistoß knapp vorbei (56.), Meyer traf mit einem Kopfball nur die Latte (58.) und kurz darauf aus spitzem Winkel das Außennetz.

Borgers erstes Regionalligator

Dann verabschiedete die Viktoria die Fans mit einem fulminanten Schlussspurt. Neun Minuten vor dem Ende der Saison gelang Niklas Borger sein lange ersehntes erstes Regionalligator. Der aus der U19 gekommene Innenverteidiger, der auf Anhieb zur unumstrittenen Stammkraft wurde, köpfte eine Ecke von Baier zum Ausgleich ein. Den Schlusspunkt setzte erneut Laverty, der eine Flanke in das Tor verlängerte - ein letzter Gruß des Angreifers an seinen Ex-Verein.

Jan Gernlein nahm es gelassen: »Der Sieg der Viktoria ist verdient, weil sie hinten raus viel Aufwand betrieben hat.« Tief durchatmen konnte Jochen Seitz: »Wir haben 51 Punkte, einen einstelligen Tabellenplatz, das war eine ordentliche Saison. Aufgrund der Umstände mit den vielen Verletzten war es extrem anstrengend.« Mannschaft und Trainer treten sofort den Urlaub an und treffen sich am 11. Juni zum Laktattest. Trainingsauftakt ist der 13. Juni, das erste Ligaspiel am 15. Juli.

Viktoria Aschaffenburg - 1. FC Schweinfurt 05 3:2

Aschaffenburg: Döbert - Cheron (ab 84. Stein), Metzler, Borger, Zehnder (ab 74. Littmann) - Desch, Baier - Meyer (ab 64. Fritscher), Verkaj (ab 74.

Klement), Laverty - Niesigk (ab 64. Hebisch)

Schweinfurt: Schmidt (ab 89. Binner) - Hyseni, Pfarr, Kraus, Billick, Schuster (ab 76. Grözinger), - Zietsch, Fery - Böhnlein - Skenderovic, Suljic (ab 66. Pieper)

Zuschauer: 916 - Tore: 1:0 Laverty (27.), 1:1 Skenderovic (32.), 1:2 Böhnlein (44., Foulelfmeter; Baier an Fery), 2:2 Borger (81.), 3:2 Laverty (89.)

Schiedsrichter: Denzlein (Hochstadt)

Gelbe Karten: Baier (8.), Metzler (5.), Laverty (4.) - Fery, Böhnlein

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