Montag, 10.12.2018

Clay Verkaj sorgt für die Bescherung

Regionalliga Bayern
Kommentieren
Aschaffenburg, Stadion Schönbusch, Fußball, Regionalliga, Viktoria Aschaffenburg - 1. FC Schweinfurt Foto: Petra Reith
Fotograf: Petra Reith  | Location: Stadion Schönbusch | Datum: 01.12.2018

Die Aschaffenburger Viktoria, die 80 Minuten in Überzahl gespielt hat, rettet einen Punkt gegen Schweinfurt 05.

In ei­nem pa­cken­den End­s­purt hat Vik­to­ria Aschaf­fen­burg ei­nen Zäh­ler ge­gen den FC Schwein­furt 05 ge­ret­tet. Die Mann­schaft von Trai­ner Jo­chen Seitz ist da­mit zwar im fünf­ten Spiel der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern in Fol­ge oh­ne Sieg kann das Un­ent­schie­den ge­gen den Ti­te­l­an­wär­ter aber als Er­folg ver­bu­chen.

»Ich bin mit diesem Punkt hochzufrieden«, freute sich Seitz. »Er ist das i-Tüpfelchen auf einem sensationellen Jahr: Meisterschaft und Aufstieg, in der Liga hervorragend platziert, im Pokal ins Halbfinale gekommen - wenn uns das einer vorhergesagt hätte, der wäre für verrückt erklärt worden.«

Vorstandssprecher Holger Stenger legte sogar noch einen drauf: »2019 wird genauso«, wagte er eine Prophezeiung. Dass es mit den von Seitz erhofften 30 Punkten bis zur Winterpause nichts werden würde, war schon vor der Partie klar. Aber mit 27 Zählern aus 22 Spielen hat die Viktoria eine gute Grundlage für den Klassenverbleib geschafft.

Clay Verkaj sorgte mit seinem fünften Saisontor für die vorgezogene Bescherung in einem Spiel, von dem eine Zeit lang unklar war, ob es überhaupt stattfinden würde. Wegen einer Vollsperrung der Autobahn kam ausgerechnet der Gegner, der in der ganzen Liga die kürzeste Anreise zum Schönbusch hat, deutlich zu spät im Stadion an. Die Lichtverhältnisse drohten zum Spielende hin zu schlecht zu werden. Der Schiedsrichter hatte beiden Vereinen bereits signalisiert, sie sollten sich verständigen, ob sie überhaupt spielen wollten.

Die lange Wartezeit hatte die Spieler beider Mannschaften offenbar zum Bewegungsdrang verführt. Von Beginn an dominierte offensiver Tempofußball. Döbert, der aufgrund einer »Bauchentscheidung« von Seitz für Neuberger im Tor stand, parierte gegen Krautschneider und hatte Glück, dass Jabiri den Ball nicht unter Kontrolle brachte, auf der anderen Seite rettete Billick gerade noch vor Verkaj. In der zehnten Minute der nächste Aufreger: Kleineheismann konnte Björn Schnitzer nur per Notbremse stoppen und musste vom Platz.

Interessant die taktische Reaktion der beiden Trainer. Jochen Seitz blieb bei der Fünferabwehrkette. »Wir wollten nicht sofort umstellen und vor allem im Zentrum dicht stehen.« Sein Kontrahent Timo Wenzel zog Billick zurück in die Abwehr, änderte aber die offensive Ausrichtung nicht. So entwickelte sich weiter ein ausgeglichenes Spiel, bei dem nie deutlich wurde, dass Schweinfurt in Unterzahl spielte. Der FC probierte die Angriffe ob des zugestellten Zentrums vornehmlich über die Außenbahnen, die Viktoria lauerte auf Konter. suchte immer wieder den schnellen Pasqual Verkamp. leistete sich im Aufbau aber etliche Ballverluste.

Einen Heber von Zehnder konnte der Torhüter noch klären, ein Schuss von Schnitzer ging knapp vorbei - beide Male kam die Vorarbeit vom sehr offensivfreudigen Jonas Fritsch. Zur Pause musste der leicht angeschlagen in der Kabine bleiben. Der FC scheiterte durch Krautschneider an Döbert, außerdem traute sich Jabiri nicht, auf das leere Tor zu schießen sondern spielte lieber ab. Zur Gästeführung leistete die Viktoria-Hintermannschaft ihren Anteil, als sie gegen Jabiri ein Kopfballduell verlor und Fritscher aus kurzer Distanz zum Schuss kam.

In der Pause korrigierte Seitz die Taktik, stellte um auf eine Viererkette und wechselte nach und nach drei weitere Offensivkräfte ein. Dabei wurde die personelle Not deutlich, denn keiner der neuen Akteure konnte Akzente setzen. Aber Stück für Stück erkämpften sich die Platzherren ein Übergewicht. »Wir haben das sehr gut gemacht«, lobte Seitz, »sind aber auch ein enormes Risiko gegangen.« Die vor allem individuell klar besseren Profis hatten bei etlichen Kontern das 2:0 auf dem Fuß. »Wir sind zur Zeit einfach nicht vom Glück verfolgt«, beklagte deren Trainer.

Lange Zeit kam die Viktoria jedoch zu keinen nennenswerten Gelegenheiten. Ein Kopfball von Zaki Ech-Chad, den Eiban glänzend parierte, mehr tat sich nicht im Gästestrafraum, der Aufsteiger kam meistens nicht einmal zu Abschlüssen. Bis zu einer vogelwilden Schlussviertelstunde. »Da konntest du kaum noch zuschauen, das ging ja hin und her« befand Seitz.

Was die Zuschauer begeisterte war für die Trainer purer Stress. Harrer verpasste eine Hereingabe von Verkamp, Schüsse von Dähn und Oppermann aus guter Position führten nur zu Eckbällen, bis Verkaj nach einer weiteren Ecke an den Ball kam, die Schweinfurter mit ihren Gedanken ganz woanders waren und der Aschaffenburger den Ball aus 20 Metern verwandelte.

+28 weitere Bilder
Viktoria Aschaffenburg - 1. FC Schweinfurt
Fotograf: Petra Reith | Location: Stadion Schönbusch | Datum: 01.12.2018 17:26 |  30 Bilder

Klaus Gast

Lade Inhalte...
Kommentare Beste Bewertungen Neueste Kommentare Älteste Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!
Facebook
Twitter
RSS-Feeds
WhatsApp
Live-Blog
Hilfe