Montag, 24.09.2018

Dähns Tor gegen Ingolstadt kommt zu spät

Regionalliga Bayern Samstag, 08.09.2018 - 19:05 Uhr

Viktoria verliert 1:2 gegen die Reserve des Zweitligisten. Harrer und Cheron scheitern am Aluminium, Kapitän Schmidt droht längere Pause.

Nach drei Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern hat Vik­to­ria Aschaf­fen­burg mit dem 1:2 zu Hau­se ge­gen den FC In­gol­stadt 04 II ei­nen Dämp­fer hin­neh­men müs­sen.

In einer über 90 Minuten umkämpften Partie konnte die Viktoria vor der Saisonrekordkulisse von 1301 Zuschauern nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen.

Am Ende der englischen Woche war ein Kräfteverschleiß nicht zu übersehen. Der Mannschaft fehlte in etlichen Szenen Frische und Spritzigkeit, auch wenn die Spieler bis zum Schluss unermüdlich eine Wende versuchten. »Es waren auch einige äußere Umstände, die zu der Niederlage geführt haben«, sprach Jochen Seitz in der Pressekonferenz ganz vorsichtig über die Schiedsrichterleistung.

Lothar Ostheimer (Sulzberg) hatte den Viktoria-Trainer während des Spiels mit einigen Entscheidungen erregt. Besonders eklatant: In der 61. Minute reklamierte die Viktoria nach einem Foul von Gerlspeck an Clay Verkaj vergebens einen Foulelfmeter. Und am Ende der Nachspielzeit pfiff er ab, obwohl die Aschaffenburger ein Foul an Verkaj gesehen hatten.

Aber Jochen Seitz ist viel zu sehr Realist, um die Niederlage am Schiedsrichter festzumachen. »Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Die werden in dieser Liga sofort bestraft. Das passiert schon in der gesamten Saison.« Diesmal war es Torhüter Ricardo Döbert mit einem krassen Aussetzer bereits nach zwei Minuten. Einen Schuss von Senger ließ er vor die Füße von Weiß abprallen, der schnell das 0:1 erzielte. Es war das siebte Spiel in Folge, in dem die Aschaffenburger in Rückstand gerieten. Seitz: »Das kostet enorm viel Kraft, immer wieder hinterherzulaufen.«

Zumal auch gute Vorsätze für die zweite Halbzeit schnell über den Haufen geworfen wurden. Suljic hob einen Freistoß über die Mauer, Döbert verharrte auf der Linie und Ingolstadt hatte die Vorentscheidung. Immerhin konnte der Trainer mit der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden sein. »Viele lassen da normalerweise die Köpfe hängen, mir scheint manchmal, wir werden durch solche Umstände noch stärker.«

Nach dem 0:1 benötigte der Aufsteiger zwar gut 20 Minuten, konnte die Partie aber dann ausgeglichen gestalten und hatte in der 23. Minute die große Chance zum 1:1. Michél Harrers Freistoß landete am Pfosten. Kurz danach konnte Verkamp eine Ablage von Harrer nicht richtig unter Kontrolle bringen. Allerdings war Ingolstadt mit seinem Umschaltspiel immer sehr gefährlich. Unübersehbar rissen die Gästeangreifer mit schnellem und direktem Spiel große Löcher in die Viktoria-Defensive. In manchen Zweikämpfen sahen die Aschaffenburger zudem nicht gut aus. Vor allem die schnellen Senger und Suljic stellten die Platzherren vor große Probleme. Im Mittelfeld bekamen die Aschaffenburger keinen richtigen Zugriff auf die Partie. Folglich waren wirklich gefährliche Angriffssituationen eher selten und die Abwehr war oft gefordert.

»Wir wollten Aschaffenburg auf gar keinen Fall ein klares Spiel aufziehen lassen - das ist uns gelungen«, lobte FC-Trainer Tobias Strobl. Durch Kotzke (34.), Senger (45.) und Suljic (54., 72.) hatten die Oberbayern weitere gute Gelegenheiten. Aber daran mangelte es auch die Viktoria nicht. Kurz vor der Pause hätte Luca Dähn fast per Kopf getroffen, zwei Minuten nach dem Wechsel stand der Verteidiger völlig frei, war aber zu überrascht. In der 69. und 70. Minute hatte Max Grünewald eine Doppelchance. Schließlich die etwas vogelwilde Schlussphase, in der zunächst Daniel Cheron mit einem Lattenkopfball scheiterte, der Torhüter einige Male goldrichtig bei Schüssen stand und nur Dähn eine von Harrer verlängerte Verkaj-Flanke ins Netz drückte.

Seitz: »Chancen hatten wir genug, manchmal fehlt da ein Quäntchen Glück. Aber ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen, sie hat sich extrem reingehängt und alles versucht.« Kein wirklicher Trost, wenngleich zumindest eine Bestätigung waren die Abschiedsworte von Strobl an seinen Kollegen: »Ihr habt wirklich eine tolle Qualität in der Mannschaft und könnt einen sehr guten Fußball spielen.«

Das muss die Viktoria nun am kommenden Freitag in Pipinsried unter Beweis stellen - vermutlich ohne ihren Kapitän. Simon Schmidt war in der ersten Halbzeit umgeknickt und zur Pause in der Kabine geblieben. Seitz hofft, dass es nur eine Bänderdehnung ist, von zwei bis drei Wochen Pause geht er aber schon mal aus.

Klaus Gast

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