Dienstag, 18.09.2018

Remis: Viktoria überrascht Bayern-Bubis

Regionalliga Sonntag, 02.09.2018 - 15:36 Uhr

Der Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg trotzt dem Spitzenreiter in München das erste Remis ab.

Die Vik­to­ria hat die gro­ße Über­ra­schung ge­schafft und dem FC Bay­ern Mün­chen II die ers­ten Punkt­ver­lus­te in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern zu­ge­fügt. Das 2:2 ist der ver­di­en­te Lohn für ei­ne tak­tisch dis­zi­p­li­nier­te und kämp­fe­risch vor­bild­li­che Leis­tung. Ein­mal mehr be­wies die Mann­schaft von Trai­ner Jo­chen Seitz gro­ße Mo­ral. In den letzten beiden Spielen holte sie jeweils ein 0:1 auf, in München egalisierten am Sonntagmittag Ugurtan Kizilyar per Foulelfmeter und Luca Dähn sogar ein 0:2.

Glücklicher Trainer

»Hut ab vor dieser Leistung. Alle Spieler haben sich förmlich zerrissen bis zum Schluss - nur so konnte das gelingen«, jubelte ein glücklicher Trainer. »Nach sieben Siegen in sieben Spielen haben wir den Bayern als erste Mannschaft ein Unentschieden abgerungen - das ist schon was.«
Dabei war es zur ungewohnten Mittagsstunde losgegangen, wie nach der Papierform zu erwarten. Mit druckvollem Spiel erzwangen die Bayern den ersten Fehler. Torhüter Ricardo Döbert patzte beim Abspiel, und Wooyeong Jeong erzielte schon in der 3. Minute die Führung. »Das hat unser Konzept schnell über den Haufen geworfen. Wir haben dann reagiert und schnell auf eine Viererkette umgestellt, um mehr Zugriff zu bekommen«, war Seitz zum Reagieren gefordert. Nach der Rückkehr des verletzten Kizilyar hatte er in München zunächst mit einer Fünferkette begonnen.

Nach 20 Minuten im Spiel

Trotzdem bestimmte der Titelanwärter zunächst weiter das Spielgeschehen. Wriedt, Welzmüller und Franzke hätten das Ergebnis schnell verbessern können. Es dauerte gut 20 Minuten, bis die Viktoria die Partie in den Griff bekam und offener gestalten konnte. Pasqual Verkamp hatte die erste gute Torchance nach 28 Minuten. Der Ball ging knapp neben den Pfosten. In der Schlussphase der ersten Halbzeit hatte zunächst Shabani die Möglichkeit zum 2:0, unmittelbar danach scheiterte Philipp Beinenz mit einem Schuss. Ähnlich wie vor einer Woche gegen Eichstätt fand Seitz in der Kabine die richtigen Worte.
Die Aschaffenburger konnten die Partie nun ausgeglichen gestalten. »Natürlich haben die Bayern aufgrund ihrer spielerischen Klasse mehr Ballbesitz«, ließ sich Seitz von Äußerlichkeiten nicht täuschen. Denn: Der Aufsteiger spielte einen ganz starken zweiten Durchgang. Trotzdem schien nach gut einer Stunde eine Vorentscheidung gefallen, als Awoudja mit einem schönen Distanzschuss das 2:0 erzielte. »Da gehen bei anderen Mannschaften schon mal die Köpfe runter. Das sieht ja nach einer Vorentscheidung aus. Aber unsere Spieler haben eine unglaubliche Moral«, konnte sich der Trainer an dem Schlussspurt erfreuen. »Wichtig war vor allem, dass wir taktisch diszipliniert weiter gespielt, die Ordnung behalten haben und keinen Hauruck-Fußball inszenieren wollten.«

Für Philipp Beinenz waren die jüngsten Erfahrungen wichtig: »Wir haben in der Pause die letzten beiden Spiele angesprochen und gesagt, das drehen wir hier auch. Der Glaube war immer da.« Nur fünf Minuten nach dem 2:0 geriet die Selbstsicherheit der Münchner ins Wanken. Ugurtan Kizilyar nutzte einen von Torhüter Hoffmann verschuldeten Foulelfmeter zum Anschlusstreffer. Die Münchner hatten danach nur noch eine ernsthafte Gelegenheit, aber ein Kopfball von Welzmüller ging am Tor vorbei.  

Konsequent den Druck erhöht

Die Schlussviertelstunde unterstrich die taktische Glanzleistung. Seitz: »Wir hatten vorher gesagt, wenn wir kurz vor Schluss nur mit einem Tor zurückliegen, dann können wir hier was reißen.« Ohne die Deckung zu entblößen setzten die Gäste den Titelanwärter zunehmend unter Druck. Der reagierte erst unbeholfen und verlor Türkkalesi mit einer Gelb-Roten-Karte - dann unachtsam, als Dähn eine Flanke von Verkaj zum Ausgleich einköpfte. Der Verteidiger entwickelt sich zum Spezialisten für Spitzenmannschaften. In Burghausen köpfte er den Siegtreffer. In den restlichen Minuten wäre die Partie sogar fast noch komplett gekippt. »Aber wir wollen jetzt nicht übermütig werden. Dieser eine Punkt ist auf alle Fälle hochverdient für uns«, so Seitz.
Auch Beinenz war zufrieden: »Ein Punktgewinn in München ist schon etwas ganz besonderes, gerade bei einer so spielstarken Mannschaft. Wir haben kämpferisch gut dagegengehalten und den Zähler verdient.« Am Mittwoch geht es für die Viktoria mit dem Pokalachtelfinale bei der SpVgg Bayern Hof weiter.

 

FC Bayern München - Viktoria Aschaffenburg: 2:2

München: Hoffmann – Awoudja, Feldhahn, Mai (ab 46. Will) – Türkkalesi, Welzmüller, Shabani, Meier – Jeong (ab 86. Yilmaz), Wriedt, Franzke (ab 69. Nollenberger).
Aschaffenburg: Döbert – Boutakhrit, Schmidt, Dähn, Kizilyar – Wittke (ab 64. Grünewald), Desch – Verkamp, Verkaj, Beinenz (ab 74. Cheron) – Harrer (ab 70. Oppermann). – Schiedsrichter: Speckner (Schlossberg). – Zuschauer: 582.
Tore: 1:0 Jeong (3.), 2:0 Awoudja (61.), 2:1 Kizilyar (67. Foulelfmeter), 2:2 Dähn (86.).
Gelbe Karten: Shabani, Feldhahn - Boutakhrit (3), Wittke (2), Kizilyar (2).
Gelb-Rot: Türkkalesi (85.)

Klaus Gast, Roman Grombach

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