Mittwoch, 19.09.2018

Zwölf Uhr mittags in München

Regionalliga Bayern Donnerstag, 30.08.2018 - 17:28 Uhr

Wann kommt der gro­ße FC Bay­ern Mün­chen II in der Re­gio­nal­li­ga Bay­ern erst­mals ins Strau­cheln? Vi­el­leicht am Sonn­tag zur un­ge­wohn­ten Mit­tags­zeit ge­gen Vik­to­ria Aschaf­fen­burg (12 Uhr, Sta­di­on an der Grün­wal­der Stra­ße)? Ak­tu­ell sieht es nach ei­nem glat­ten Durch­marsch der Pro­fi­re­ser­ve aus.

Für den Aufsteiger aus Unterfranken gibt es daher nur eine Devise: Du hast keine Chance - aber nutze sie.

Offensive Ausrichtung

Trainer Jochen Seitz hat die letzten Münchner Auftritte genau studiert. »Spielerisch eine enorm starke Mannschaft, aber trotzdem nicht komplett fehlerfrei.« Ein Schlüssel zu einem Punktgewinn des Außenseiters könnte die offensive Ausrichtung der Platzherren sein. »Die stehen sehr hoch, greifen die Gegner weit in deren Hälfte an. Das macht sie aber konteranfällig, weil dahinter Räume frei werden.«

Seitz will seine Elf daher darauf einstellen, dass sie die erste Linie der Bayern schnell überspielt und dann diese Räume nutzt. Das erfordert allerdings höchste Aufmerksamkeit: »Wir dürfen keine Fehler machen und benötigen sowohl ein gutes Passspiel von hinten heraus wie auch richtige und abgestimmte Laufwege.« Trotz aller taktischen Finessen bleibt natürlich die realistische Einschätzung: »Wir sind da der ganz große Außenseiter.«

Kizilyar wieder dabei

Am nötigen Selbstvertrauen mangelt es dennoch nicht. Mit elf Punkten nach einem knappen Drittel der Saison steht die Viktoria sehr gut da. Zuletzt hat sie zweimal einen 0:1-Rückstand in Siege verwandelt, selbst den Ausfall von Stützen wie Björn Schnitzer und Ugurtan Kizilyar hat die Mannschaft weggesteckt. Auf den Verteidiger kann Trainer Jochen Seitz in München wieder zurückgreifen, der auch sonst seinen Kader komplett zusammen hat.

Erstmals könnte zudem Lukas Oppermann dabei sein und zu einem Kurzeinsatz kommen. »Er hat mit dem Training begonnen, jetzt müssen wir ihn langsam heranführen«, will ihm Seitz Spielpraxis verschaffen.

Sieben Spiele, sieben Siege

Die Bayern dominieren die Liga derzeit nach Belieben. Sieben Siege in sieben Spielen, drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Burghausen, der zudem schon eine Partie mehr ausgetragen hat. Auf der Trainerbank scheinen die »Roten« in diesem Jahr die richtige Wahl getroffen zu haben. Nach Promis wie Mehmet Scholl, Champions-League erfahrenen Männer wie Heiko Vogel oder dem einen oder anderen Holländer (Andries Jonker, Erik ten Hag) hat sich der Verein diesmal in der eigenen Jugend umgeschaut und U 17-Trainer Holger Seitz nach oben befördert. 4-2-3-1, 3-4-3, 4-3-3 - die Bayern fühlen sich unter ihm in allen taktischen Varianten zu Hause.

Schar hochtalentierter Spieler

Holger Seitz kann auf eine Schar hochtalentierter und blutjunger Spieler setzen - ergänzt durch zwei Routiniers. In der Abwehr sorgen Nicolas Feldhahn (32) und im Mittelfeld Maximilian Welzmüller (28) für Ruhe und Ordnung. Auch der bisher beste Torjäger Kwasi Wriedt (fünf Tore) zählt mit 24 Jahren schon zu den Erfahreneren. 21,5 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Bayern-Startelf am letzten Wochenende beim 3:1 in Garching. Das Reservoir ist groß. 23 Spieler hat Holger Seitz bereits eingesetzt. In Garching durfte der 19-jährige Maximilian Franzke erstmals in die Startelf und bedankte mit zwei Treffern.

Immerhin konnten die Aschaffenburger in sechs Spielen gegeneinander schon zwei Unentschieden holen, so auch im bislang letzten Auftritt in München.

Dem stehen allerdings vier glatte Niederlagen gegenüber, davon drei mit zusammen 15 Gegentoren.

Klaus Gast

 

Hintergrund: Marcel Titsch Rivero am Schönbusch

Ein interessanter Spieler tummelt sich derzeit auf dem Trainingsplatz der Viktoria: Marcel Titsch Rivero (28) hält sich am Schönbusch fit. Der Mittelfeldspieler wurde in der Jugend der Frankfurter Eintracht groß und spielte in den vergangenen sechs Jahren beim 1. FC Heidenheim (115 Zweitligaspiele). Im Sommer erhielt der Deutsch-Spanier keinen neuen Vertrag. Ein Wechsel zum Karlsruher SC zerschlug sich. Eine Verpflichtung bei der Viktoria steht aber außer jeder Diskussion, daran lässt Trainer Jochen Seitz keinen Zweifel. Er hofft auf »eine Win-Win-Situation. Titsch-Rivero hält sich fit und unsere Jungs können im Training mit einem erfahrenen Zweitliga-Profi nur profitieren.« (klg)

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