Dienstag, 18.09.2018

Drei goldene Punkte

Regionalliga Bayern Sonntag, 26.08.2018 - 21:15 Uhr

Zwei Tore von Michél Harrer bescheren einer starken Viktoria einen hochverdienten 2:1-Erfolg gegen den VfB Eichstätt. Zur Halbzeit lag die Seitz-Elf noch zurück.

Kei­ner kennt die Aschaf­fen­bur­ger Vik­to­ria so gut wie Vor­stands­sp­re­cher Hol­ger Sten­ger. Der un­ver­bes­ser­li­che Opti­mist war sich zur Halb­zeit - sei­ne Mann­schaft lag am Sams­tag ge­gen den VfB Eich­stätt im Spiel der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern mit 0:1 zu­rück - ab­so­lut si­cher: »Hier geht noch was. Derzeit liegt die schlechtere Mannschaft vorne, wir hatten noch nicht das nötige Glück, aber das kommt noch.«

Stenger sollte sich vielleicht einmal als Hellseher versuchen. Besser hätte man den weiteren Verlauf der Partie nicht prognostizieren können, denn ohne ein Quäntchen Glück ging es diesmal nicht. Am Ende stand jedenfalls ein hoch verdienter 2:1-Erfolg für eine Aschaffenburger Truppe, die in allen Belangen überzeugte, die große Moral und Willenskraft bewies und endgültig nachgewiesen hat, dass sie sportlich in dieser Regionalliga Bayern mit der Konkurrenz auf Augenhöhe agiert.

Kein leichter Gegner

Der VfB Eichstätt war dabei alles andere als ein leichter Gegner, vor allem das brandgefährliche Umschaltspiel der Gäste blitzte immer wieder auf. Die Aschaffenburger beherrschten dennoch die Partie vor allem in der zweiten Hälfte - weil alle Spieler ihre Aufgaben super lösten.

»Wir haben von der 1. bis zur 90. Minute Vollgas gegeben; was die Mannschaft in dieser englischen Woche geleistet hat, ist einfach sensationell«, freute sich Viktoria-Trainer Jochen Seitz über drei goldene Punkte am Wochenende des Aschaffenburger Stadtfestes. »Die waren enorm wichtig im Abstiegskampf«, ist sich Seitz sicher.

Dabei hatte sich Seitz noch vor dem Anpfiff als Mahner gezeigt. Er prognostizierte »ein ganz schweres Spiel«; nur in Top-Form sei seine Mannschaft dieser Herausforderung gewachsen. In einer abwechslungsreichen und munteren ersten Hälfte hatten beide Mannschaften ihre Chancen, die Viktoria aber mehr davon und die besseren.

Eine kalte Dusche

Trotzdem gab es nach einer halben Stunde eine kalte Dusche: Ein schneller Angriff der Eichstätter durch das Zentrum, ein vertikaler Pass in den Strafraum - und Florian Grau stand frei vor dem starken Viktoria-Keeper Döbert und vollstreckte eiskalt zur Gästeführung (31.). »Genau vor diesem schnellen Umschaltspiel hatten wir gewarnt«, erinnerte Seitz nach der Partie. Tatsächlich war dies in der Offensive das einzige, aber ein brandgefährliches Mittel der Gäste.

Nach dem Wechsel gab die Viktoria sofort mächtig Gas - und wurde bereits in der 50. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Michel Harrer stand nach einem Querpass im Fünf-Meter-Raum goldrichtig und musste nur noch den Fuß hinhalten - Vorlagengeber Verkaj hatte sich zuvor unwiderstehlich im Strafraum durchgesetzt.

Aschaffenburg am Drücker

Die Viktoria blieb am Drücker, sie hatte das Match nunmehr im Griff, Angriff auf Angriff rollte auf das Eichstätter Tor. Allerdings blieben die Gäste bei schnellen Vorstößen gefährlich, die Aschaffenburger Defensive hatte die Angriffsversuche der Gäste aber meist schnell im Griff.

Die Platzherren waren in Abschnitt zwei eindeutig die bessere Mannschaft - doch es brauchte das von Hellseher Holger Stenger prognostizierte Quäntchen Glück für den Siegtreffer: In der 79. Minute erlebten die 986 Zuschauer einen Aussetzer des Eichstätter Torhüters Thomas Bauer. Nach einem alltäglichen Rückpass zögerte er zu lange, Viktoria-Stürmer Michel Harrer lief ihn an. Bauer wurde nervös, schoss Harrer an - und der Ball flog direkt ins Tor.

»So ein Tor darf in dieser Liga nicht fallen«, ärgerte sich Gästetrainer Markus Mattes. Es sollte der entscheidende Treffer sein, in der Schlussphase ließ die souveräne Viktoria nichts mehr anbrennen.

Vorstandssprecher Holger Stenger strahlte nach dem Sieg übers ganze Gesicht. Elf Punkte aus acht Spielen - das kann sich sehen lassen, die Viktoria kann gelassen in die nächsten Wochen gehen. Stenger bricht an diesem Montag mit zwei Mitstreitern zu einer Fahrradtour nach München auf. Dort spielt die Viktoria am kommenden Sonntag um 12 Uhr gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern - und da werden die hellseherischen Fähigkeiten von Stenger vielleicht wieder gebraucht.

Martin Schwarzkopf

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