Dienstag, 25.09.2018

Der Trend ist kein Aschaffenburger

Regionalliga Bayern Donnerstag, 16.08.2018 - 15:23 Uhr

Wenn es stimmt, dass Men­schen mit ih­ren Auf­ga­ben wach­sen, dann ste­hen Vik­to­ria Aschaf­fen­burg in der Re­gio­nal­li­ga Bay­ern zwei großar­ti­ge Aus­wärts­spie­le be­vor.

Mit den Partien beim SV Wacker Burghausen (Freitag, 19 Uhr) und zwei Wochen später beim FC Bayern München II muss sich der Aufsteiger mit den beiden führenden Mannschaften messen.

Was zuversichtlich stimmt: In der letzten Auswärtspartie beim Tabellendritten Schweinfurt 05 hätte sich die Viktoria fast einen Punkt erarbeitet, ehe sie ein spätes Eigentor um den Lohn der Mühen brachte. Was zur Sorge Anlass gibt: Der Trend ist derzeit kein Aschaffenburger. Die letzten drei Begegnungen gingen verloren, seit zwei Spielen, seit Torjäger Björn Schnitzer verletzt fehlt, ist die Mannschaft ohne Tor und bereits sechs Punkte gingen durch Gegentore in den letzten acht Minuten flöten.

»Das ist kein konditionelles Problem, wir werden ja nicht ausgespielt. Es waren halt einfach unglückliche Umstände«, glaubt Trainer Jochen Seitz und will das Thema gar nicht erst groß werden lassen. Gegen Greuther Fürth wurde ein weiteres Manko deutlich. Die Viktoria tut sich derzeit schwer, mit einer ordentlichen Spieleröffnung in die Offensive zu kommen.

Nun wird in Burghausen die Taktik bestimmt nicht von einer totalen Vorwärtsstrategie geprägt sein. Aber nur mauern will Seitz nicht. »Vermutlich werden wir etwas offensiver spielen als zuletzt.« Das würde auch den Druck auf die eigene Deckung mindern. Die wird in Burghausen anders aussehen, denn neben den weiterhin verletzten Stürmern Schnitzer und Lucas Oppermann muss Seitz auf den Abwehrrecken Ugurtan Kizilyar verzichten. »Er leidet an einer Muskelquetschung in der Schulter. Da hilft jetzt nur eine Pause.« Möglicherweise lässt Seitz daher erstmals von Beginn an eine Viererkette verteidigen.

Keine weiteren Experimente wird es mit Daniel Cheron geben. Seine Sturmrolle in der ersten Halbzeit gegen Fürth bleibt eine einmalige. »Mit Michèl Harrer haben wir ja jetzt den gewünschten Stürmer. Da müssen wir nur noch an den Laufwegen arbeiten.« Der aus Darmstadt ausgeliehenen Silas Zehnder, der am vergangenen Freitag im Kader fehlte, braucht dagegen noch Zeit. »Man merkt ihm die lange Pause an«, sieht Seitz keine kurzfristige Hilfe.

Mit dem SV Wacker Burghausen muss die Liga in diesem Jahr rechnen. Zwar pflegen sie an der Salzach das ganz große Understatement und sprechen ganz vorsichtig von einem »Mittelplatz« als Saisonziel - aber der Blick auf den Kader verrät, dass der Ex-Zweitligist auf hochqualifiziertes Personal zurückgreifen kann. Auch die Neuzugänge weisen fast alle Regionalligaerfahrung (oder mehr) auf. Mit Lukas Aigner (22, TSV 1860 München) ist einer der Neuen bereits der Spielmacher im Mittelfeld.

Der von der Jugend des TSV 1860 München neu gekommene Trainer Wolfgang Schellenberger hat auf Anhieb eine perfekte Startaufstellung gefunden, die er in den bisherigen sechs Spielen noch nicht verändern wollte. »Das könnte auch gegen Aschaffenburg der Fall sein«, erwägt er zunächst keine Änderung. Kapitän Daniel Hofstätter und Torjäger Sascha Marinkovic kämen dann weiterhin nicht über den Status eines Einwechselspielers hinaus.

Mit fünf Siegen in fünf Spielen ist Wacker so erfolgreich wie seit zehn Jahren nicht mehr gestartet. Am letzten Wochenende folgte der Dämpfer. Mit 1:3 beim VfR Garching setzte es die erste Niederlage, und da Bayern München II am Dienstag in Pipinsried gewann, sind die Burghauser auch die Tabellenführung los. Bis vor einer Woche stellten sie die beste Abwehr der Liga, kassierten nur zwei Gegentore in fünf Spielen. Dann musste Franco Flückiger gleich dreimal hinter sich greifen. Das größte Manko bis dahin war aber die mangelnde Chancenverwertung. Neun Tore sind für eine wirkliche Spitzenmannschaft zu wenig.

KLAUS GAST

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