Montag, 19.11.2018

Viktoria verliert erneut: Der Fluch der späten Tore

Regionalliga Bayern Freitag, 10.08.2018 - 21:42 Uhr

Er­neut hat Vik­to­ria Aschaf­fen­burg durch ein Ge­gen­tor in der Schluss­pha­se wert­vol­le Punk­te in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern lie­gen las­sen. Das 0:1 ge­gen die Spvgg Greu­ther Fürth II war die drit­te Nie­der­la­ge in Fol­ge.

»Wir haben einfach zu wenig Fußball gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit«, räumte Trainer Jochen Seitz ein. Die Partie war ein Spiegelbild der letzten Auftritte: Vorne fehlt der Mannschaft derzeit jegliche Durchschlagskraft, hinten passieren immer wieder Aussetzer.

»Extrem bitter«

»Dieses Gegentor war wieder extrem bitter, da schießen wir uns im Strafraum selbst an, das ist ja schon skurril«, ärgerte sich Seitz. Den ersten Schuss der Fürther konnte Ugurtan Kizilyar noch klären, aber dann bekamen mehrere Verteidiger den kurz zuvor eingewechselten Danhof nicht in den Griff. »Das ist Regionalliga, da werden solche Fehler sofort bestraft. Daraus müssen wir ganz schnell lernen,« kritisierte Seitz nicht zum ersten Mal in dieser Runde.

Der Trainer war aber auch selbstkritisch und räumte ein, dass sein taktischer Schachzug, Verteidiger Daniel Cheron in den Sturm zu stellen, nichts gebracht hat. »Wir wollten dadurch mehr Tiefe in unser Spiel bekommen.« Aber Cheron mühte sich neben Daniele Toch allein auf weiter Flur, weil sich der Rest der Mannschaft von Beginn an viel zu weit zurückzog. Das führte zwar zu einer bis auf wenige Ausnahmesituationen stabilen Defensive, aber für ein schnelles Umschaltspiel fehlten die Anspielstationen im Mittelfeld.

Dazu kam, dass die Fürther der Viktoria mit frühem Pressing das Aufbauspiel sehr schwer machten. Immer wieder versuchte Seitz von außen seine Spieler nach vorne zu treiben. »Wir dürfen nicht so tief stehen, dann wird es einfach zu schwer.«

So bekamen die erneut über 1 200 Zuschauer im ersten Durchgang viel Mittelfeldgeplänkel zu sehen. Der Fürther Sontheimer hatte die gefährlichste Szene, aber frei am Elfmeterpunkt stehend trat er über den Ball. Die erste Annäherung an das Tor der Mittelfranken schaffte die Viktoria in der 29. Minute, als der Torhüter vor Toch an das Leder kam. Dessen abgeblockter Ball in der 43. Minute war der erste Viktoria Torschuss überhaupt.

In der Pause wechselte Seitz Personal und Taktik gründlich. Der vor zwei Tagen verpflichtete Michèl Harrer feierte sein Debüt, Simon Schmidt verließ wieder einmal die Deckungsreihe und ging nach vorne, Cheron und Philipp Beinenz tauschten die Positionen, wenig später kam noch Daniele Bruno, in der Schlussphase Pasquasl Verkamp - mehr nominelle Offensive geht nicht.

Tatsächlich wurde das Spiel etwas ausgeglichener, aber von Seiten der Gastgeber nicht wirklich gefährlich. »Wir haben die Außenbahnen dicht bekommen und mehr Struktur ins Spiel gebracht. So richtige Chancen hatten wir trotzdem nicht«, sah Seitz die Änderungen.

Nur ein harmloser Schuss

Ein harmloser Schuss von Roberto Desch war die einzige Ausbeute. Die Profireserve hatte immerhin einen Pfostenkopfball von Gashi (56.) und einen weiteren Kopfball von Yüksel (78.). »Dann muss man in so einem Spiel halt zumindest mal ein 0:0 halten. Mir tut die Mannschaft aber auch leid, sie investiert sehr viel, kann sich aber nicht belohnen«, so Seitz.

Trost kam auch vom neuen Stürmer Michèl Harrer, der in seiner Laufbahn bereits etliche Regionalligavereine erlebt hat: »Das Potenzial für die Liga ist auf alle Fälle vorhanden. Wir haben heute ganz gut gegen den Ball gearbeitet, Fürth ist eigentlich nie so wirklich gefährlich geworden. Für mich war das natürlich ein bitterer Einstand. Aber ich habe erst einmal mit der Mannschaft trainiert. Klar, dass man da die Abläufe noch nicht so kennt.«

Und selbst der Fürther Trainer Peter Ruman verspürte Mitleid und lobte die Viktoria: »Die haben sehr gute Spieler in der Mannschaft, die Fußball spielen wollen und können.« Darüber freute sich Vorstandssprecher Holger Stenger so sehr, dass er den Fürthern spontan einen Kasten Bier für die Rückfahrt in den Bus stellen ließ. Die Viktoria muss sich ihren Kasten dann am nächsten Freitag beim Titelanwärter Wacker Burghausen verdienen.

Das Spiel in unserem Live-Blog zum Nachlesen

Klaus Gast
 

Viktoria Aschaffenburg – Greuther Fürth II    0:1 (0:0)

Aschaffenburg: Döbert – Kizilyar, Schmidt, Dähn – Boutakhrit, Beinenz – Wittke, Desch (ab 83. Verkamp), Verkaj (ab 58. Bruno) – Toch (ab 46. Harrer), Cheron. Fürth: Schaffran – Muiomo, Sollfrank, Minz, Tischler – Adlung, Kirsch (ab 64. Schulz) – Guthörl, Sontheimer, El-Jindaoui (ab 74. Donhof) – Gashi (ab 58. Yüksel). Zuschauer: 1 205. – Tor: 0:1 Donhof (82.). Schiedsrichter: Grimmeißen (Löpsingen). Gelbe Karten: Cheron (1) / Guthörl.

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