Freitag, 14.12.2018

Statt Sturm nur ein laues Lüftchen?

Regionalliga Bayern
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Mit Kampfgeist raus aus der Minikrise: Clay Verkaj (links) und Viktoria Aschaffenburg wollen gegen Fürth dreifach punkten. Foto: Björn Friedrich
Fotograf: Björn Friedrich  | Ort: Aschaffenburg | Datum: 27.07.2018

Mit dem Po­kal­sieg in Hain als Mun­ter­ma­cher will Vik­to­ria Aschaf­fen­burg in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern wie­der zu­rück in die Er­folgs­s­pur. Ge­gen die Spvgg Greu­ther Fürth II (Frei­tag, 18.30 Uhr, Sta­di­on am Sc­hön­busch) soll der zwei­te Heim­sieg ein wei­te­res Abrut­schen in der Ta­bel­le ver­hin­dern.

Für Trainer Jochen Seitz brachten die letzten Ligaauftritte seiner Mannschaft ein ganz neues Gefühl: Zwei Meisterschaftsspiele in Folge hat er seit seinem Amtsantritt im Herbst 2016 noch nie verloren.

Das Pokalspiel hat zwiespältige Gefühle beim Trainer hinterlassen: »Offensiv haben wir das gut gelöst, unsere Tore schön herausgespielt. Aber mit der Defensivleistung bin ich gar nicht zufrieden.«

Gegen Fürth rotiert er wieder zurück und lässt die teilweise geschonten Stammkräfte auflaufen. Vielleicht mit einer großen Ausnahme: Ugurtan Kizilyar ist in Schweinfurt auf die Schulter gefallen, hat immer noch Schmerzen und muss sich erst untersuchen lassen. Sein Ausfall wäre ein Verlust, denn der Neuzugang hat sich auf Anhieb in der Deckung der Viktoria etabliert.

Gegenüber dem Spiel in Schweinfurt will Seitz wieder etwas offensiver aufstellen. »Wir müssen unglückliche Gegentore wie zuletzt vermeiden und vorne konsequenter agieren. Dieser Spagat ist der Schlüssel zum Erfolg.«

Schnitzer fällt aus

Aber ausgerechnet jetzt plagen ihn im Angriff die größten Nöte. Björn Schnitzer fällt weiterhin aus. In zwei bis drei Wochen, so hofft der Trainer, kann er wieder auf seinen besten Torschützen zurückgreifen. Bei Lucas Oppermann, bislang noch gar nicht im Einsatz, könnte es nächste Woche zumindest mit dem Einstieg ins Training klappen. Auch Nachwuchsmann Malik Diarra muss weiterhin passen.

Fürth gehört zwar zum festen Inventar der Regionalliga, ist aber noch nie über die untere Tabellenhälfte hinaus gekommen. Besonders knapp war es vor einem Jahr. Erst in der Relegation hielten die Mittelfranken die Klasse. Leidtragender war die Viktoria, die zwar im Hinspiel ein 0:4 fast noch aufholte (3:4), nach dem 1:1 im Ronhof aber in der Bayernliga bleiben musste. Seitz denkt noch mit Schrecken an das Heimspiel: »Defensiv müssen wir ganz anders auftreten, so schnell und leicht dürfen wir keine Tore fangen.«

Nach einem erneuten Jahr im Keller haben sich die Mittelfranken neu aufgestellt. Trainer Petr Ruman (41) ist zugleich Co-Trainer der Zweitligaprofis. Genau wie der ebenfalls neue Team-Manager Björn Schlicke steht er für eine engere Verzahnung zwischen erster und zweiter Mannschaft. Den jungen Akteuren in der Regionalliga hat man mit dem aus Australien zurückgeholten Ex-Profi Daniel Adlung einen erfahrenen Spieler als Stütze hinzugefügt.

Zwei Elfer verschossen

Nach einem Kommen und Gehen ist die Mannschaft noch dabei, sich zu finden. Siegen gegen Pipinsried und Bayreuth stehen drei Niederlagen gegenüber, zuletzt ein 0:1 auf eigenem Platz gegen Garching. Eine unnötige Pleite, wie Seitz beobachtet hat, denn die Spvgg leistete sich den Luxus, gleich zwei Elfmeter zu verschießen. 23 Spieler hat Ruman in dieser Saison bereits eingesetzt. Am Schönbusch muss er auf den gesperrten Matthew Loo verzichten, fraglich sind Christian Heinloth (Knie-Probleme) und Jan Kowalewski (krank). An einen geschwächten Gegner glaubt Seitz aber nicht. »Das ist eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft, junge und laufstarke Spieler.« Mit einem vielleicht entscheidenden Manko: »Vielen Kickern fehlt noch die Erfahrung.«

Klaus Gast
 

  Hintergrund: Wiedersehen mit Tom Schulz

 
Mit Tom Schulz kehrt ein ehemaliger Spieler der Aschaffenburger Viktoria mit Greuther Fürth an den Schönbusch zurück. Obwohl noch in der U 19 spielberechtigt, hat er bereits den Sprung in die U 23 gepackt. »Ob ich am Freitag spielen werde, weiß ich noch nicht. Wir haben noch einige Trainings, zudem ist noch offen, welche Profis abgestellt werden«, teilte der zentrale Mittelfeldspieler am Mittwoch im Telefonat mit unserer Redaktion mit.
Der Fachabiturient will sich in dieser Saison voll auf den Fußball konzentrieren, danach entscheiden, wohin sein beruflicher Lebensweg führt.
Mit vier Jahren hat er beim VfL Mönchberg angefangen zu kicken, spielte drei Jahre bis zur U 15 bei der Viktoria und wechselte im Juli 2015 ins Nachwuchsleistungszentrum der Kleeblätter.
»Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Unser Ziel ist es in dieser Saison, früh so viele Siege wie möglich einzufahren. Ziel jedes einzelnen Spielers ist, sich weiterzuentwickeln und den Sprung in den Profibereich zu schaffen«, so der 18-jährige, der mittlerweile mit einem Mannschaftskollegen in einer WG in Fürth wohnt. (stei)  
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