Mittwoch, 19.12.2018

Trotz Mini-Etat im Konzert der Großen mitspielen

Regionalliga Bayern
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Aschaffenburg, Stadion Schönbusch, Fußball, Bayernliga-Nord, Viktoria Aschaffenburg - SC Eltersdor.nach dem 2:0. mitte: Torschütze Daniele Toch rechts: Philip Beinenz © Harald Schreiber
Fotograf: Harald Schreiber

Viktoria Aschaffenburg will sich als Aufsteiger direkt in der Regionalliga etablieren. Doch die Verantworlichen sprechen von einer »Herkulesaufgabe«. Zumal noch ein starker Stürmer fehlt.

Zum drit­ten Mal nach 2012 und 2015 nimmt Vik­to­ria Aschaf­fen­burg An­lauf, sich in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Bay­ern zu eta­b­lie­ren. »Dies­mal sind wir bes­ser auf­ge­s­tellt«, ver­spricht Vor­stands­sp­re­cher Hol­ger Sten­ger. Trainer Jochen Seitz denkt zwar ebenfalls, »dass wir unser großes Ziel, Platz 14 und damit den direkten Klassenerhalt, schaffen können«, sieht in der vierten Liga aber eine große Herausforderung für den Verein: »Das wird eine ganz schwierige Nummer.« Der Schönbusch-Heimkehrer Lucas Oppermann spricht von einer »Herkulesaufgabe«.

Stenger gründet seinen Optimismus auf die Stimmung. »Vorstand und Verwaltungsrat, Trainerteam und Mannschaft bilden eine harmonische Einheit. Es macht richtig Spaß, hier zu arbeiten. Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst, aber wir stolpern nicht mehr so ins Blaue hinein.« Was auch für Realismus am Schönbusch spricht: In diesem Sommer sieht kein Verantwortlicher mehr die Regionalliga als eine schnell zu durchlaufende Zwischenstation auf dem Weg in den Profifußball an.

»Wir würden uns gerne mal in dieser Regionalliga etablieren«, bleibt Stenger nüchtern. Das hängst vor allem mit den Finanzen zusammen. Der schuldenfreie Verein will weiterhin rote Zahlen vermeiden. Das führt dazu, dass der Personaletat für die erste Mannschaft gerade mal 185 000 Euro beträgt, kaum mehr als in der Bayernliga. Finanzchef Manfred Fleckenstein zum Vergleich: »In der Regionalliga gibt es Vereine, da ist diese Summe siebenstellig. Für uns ist aktuell nicht mehr drin. Immerhin müssen wir darauf achten, dass wir unsere zehn Jugendmannschaften auch noch finanzieren können.«

Wie wird die Viktoria dennoch für neue Spieler attraktiv? »Wir bieten in Zusammenarbeit mit Sponsoren mal einen Arbeitsplatz, mal eine Ausbildungsstelle oder helfen bei einer Umschulung helfen«, erklärt Fleckenstein. Zudem ist es dem Verein schon früh gelungen, alle wichtigen Kräfte zu halten. Allerdings haben bislang entscheidende Akteure wie Simon Schmidt, Daniele Toch, Daniel Cheron und Kevin Wittke die 30 bereits überschritten. »Wir haben darauf geachtet, junge und entwicklungsfähige Spieler zu bekommen, die deren Positionen auf Sicht übernehmen können«, erklärt Seitz die Hintergründe der Neuverpflichtungen, von denen etliche trotzdem schon Viertliga-Praxis nachweisen können.

Seitz baut auf Bruno

Obwohl die Viktoria in der abgelaufenen Saison den besten Sturm und die beste Abwehr der Liga stellte, ließ sich der Trainer nicht blenden, sondern suchte genau für diese Mannschaftsteile Verstärkungen. Von denen hat sich Ugurtan Kizilyar bereits in die Startelf gespielt. »Er ist zweikampfstark, hat eine gute Übersicht und übernimmt eine Führungsrolle«, lobt Seitz den regionalligaerfahrenen Innenverteidiger von Wormatia Worms. Luca Dähn hat sich nach langer Verletzungspause herangekämpft. »Er kann sehr wichtig für uns werden«, so der Trainer, der ihn im Falle einer Dreier-/Fünferkette als gesetzt sieht. An viel Potenzial glaubt Seitz bei Zaki Ech-Chad. Noch mangelt ihm die Routine, aber er übt bereits Druck auf die Stammspieler aus. »Ihm gehört die Zukunft.«

Der Kader der Viktoria

Trainer: Jochen Seitz (im dritten Jahr). – Co-Trainer: Gerald Mai (im dritten Jahr), Jürgen Bleistein (im vierten Jahr), Simon Goldhammer (im ersten Jahr). – Torwart-Trainer: Stefan Steigerwald (im zweiten Jahr)
Meisterschaftsfavoriten: FC Schweinfurt 05, FC Bayern München II, evtl. noch eine weitere zweite Mannschaft
Saisonziel: Platz 14, gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt auf direktem Weg
Erwarteter Zuschauerschnitt: 1000
Zugänge: Daniele Bruno (SpVgg Bayreuth), Luca Dähn (Kickers Offenbach), Zaki Ech-Chad (Rot-Weiß Frankfurt), Ugurtan Kizilyar (Wormatia Worms), Lucas Oppermann (TSG Pfeddersheim), Pasqual Verkamp (Alemannia Haibach). – Abgänge: Gökhan Aydin (Viktoria Kahl), Christian Breunig, Johannes Gerhart, Raphael Klausmann, Marco Wadel (alle Alemannia Haibach), Nils Herdt (Rot-Weiß Walldorf), Zamir Daudi (Rot-Weiß Frankfurt), Fabian Galm, Ali Zaeteri (beide Ziel unbekannt)
Der Kader:
Tor: Luca Bieber (21 Jahre), Ricardo Döbert (27), Peter Neuberger (25). – Abwehr: Hamza Boutakhrit (25), Daniel Cheron (31), Luca Dähn (22), Zaki Ech-Chad (21), Ugurtan Kizilyar (25), Simon Schmidt (34). – Mittelfeld: Philipp Beinenz (22), Roberto Desch (25), Jonas Fritsch (24), Max Grünewald (22), Lucas Oppermann (31), Björn Schnitzer (26), Daniele Toch (30), Clay Verkaj (22), Kevin Wittke (33). – Angriff: Daniele Bruno (22), Malick Diarra (20), Pasqual Verkamp (20).
Durchschnittsalter des Kaders: 21,67 Jahre.

Wie Dähn fehlt auch dem ebenfalls mit Erfahrung aus dem Hoffenheimer Jugendinternat ausgestatteten Daniele Bruno nach langer Verletzung Spielpraxis. Seitz baut auf ihn: »Ein Konterstürmer mit gutem Abschluss. Er sucht die Räume.« Schon in einer Führungsrolle ist Lucas Oppermann. »Flexibel im offensiven Mittelfeld oder im Sturm einzusetzen. Ein wichtiger Mann für uns.« Schließlich ein weiterer »Spieler der Zukunft«: der Ex-Haibacher Pasqual Verkamp. »Schnell und ehrgeizig«, charakterisiert ihn Seitz, der ihn als Konterspieler oder auf den Außenbahnen sieht.

Ob es zur Verpflichtung des eigentlich noch benötigten starken Stürmers kommt, ist offen und letztlich eine Frage der Finanzen. »Unser Kader ist sehr gut«, sagt Jochen Seitz, macht aber eine Einschränkung: »18 Feldspieler und drei Torhüter - da darf nicht viel passieren, Alternativen sind knapp.«

Zusätzlicher Co-Trainer

Einen weiteren Neuzugang leistete sich die Viktoria für die Bank. Simon Goldhammer kommt als zusätzlicher Co-Trainer, gezielt für Scouting und Spielbeobachtung. Weil für Seitz die bayerische Regionalliga Neuland ist, wird Goldhammer gerade zu Saisonbeginn viele Reisen quer durch Bayern unternehmen müssen und Orte wie Pipinsried und Schalding-Heining kennenlernen - damit die dortigen Vereine anschließend die Viktoria richtig kennenlernen.

Klaus Gast
 

Die Spiele der Viktoria

TSV Buchbach – Viktoria Aschaffenburg
(Freitag, 13. Juli, 19 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – TSV Rosenheim
(Freitag, 20. Juli, 18.30 Uhr)
FC Memmingen – Viktoria Aschaffenburg
(Dienstag, 24. Juli, 19 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – SV Heimstetten
(Freitag, 27. Juli, 18.30 Uhr)
1. FC Schweinfurt 05 – Vikt. Aschaffenburg
(Freitag, 3. August, 19 Uhr)
Vikt. Aschaffenburg – Spvgg Greuther Fürth II
(Freitag, 10. August, 18.30 Uhr)
Wacker Burghausen – Viktoria Aschaffenburg
(Freitag 17. August, 19 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – VfB Eichstätt
(Samstag, 25. August, 14 Uhr)
FC Bayern München II – Vikt. Aschaffenburg
(Freitag, 31. August, 19 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – FC Ingolstadt 04 II
(Freitag, 7. September, 18 Uhr)
FC Pipinsried – Viktoria Aschaffenburg
(Freitag, 14. September, 18 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – FV Illertissen
(Samstag, 22. September, 14 Uhr)
SV Schalding-Heining – Vikt. Aschaffenburg
(Samstag, 29. September, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – Spvgg Bayreuth
(Samstag, 6. Oktober, 14 Uhr)
VfR Garching – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 13. Oktober, 14 Uhr)
1. FC Nürnberg II – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 20. Oktober, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – FC Augsburg II
(Samstag, 27. Oktober, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – TSV Buchbach
(Samstag, 3. November, 14 Uhr)
TSV 1860 Rosenheim – Vikt. Aschaffenburg
(Samstag, 10. November 17.30 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – FC Memmingen
(Samstag, 17. November, 14 Uhr)
SV Heimstetten – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 24. November, 14 Uhr)
Vikt. Aschaffenburg – 1. FC Schweinfurt 05
(Samstag, 1. Dezember, 14 Uhr)
Spvgg Greuther Fürth II – Vikt. Aschaffenburg
(Samstag, 2. März, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – Wacker Burghausen
(Samstag, 9. März, 14 Uhr)
VfB Eichstätt – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 16. März, 14 Uhr)
Vikt. Aschaffenburg – FC Bayern München II
(Samstag, 23. März, 14 Uhr)
FC Ingolstadt 04 II – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 30. März, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – FC Pipinsried
(Samstag, 6. April, 14 Uhr)
FV Illertissen – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 13. April, 14 Uhr)
Vikt. Aschaffenburg – SV Schalding-Heining
(Montag, 22. April, 14 Uhr)
Spvgg Bayreuth – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 27. April, 14 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – VfR Garching
(Freitag, 3. Mai, 18.15 Uhr)
Viktoria Aschaffenburg – 1. FC Nürnberg II
(Samstag, 11. Mai, 14 Uhr)
FC Augsburg II – Viktoria Aschaffenburg
(Samstag, 18. Mai, 14 Uhr)

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