Gochsheims Fnan Tewelde rassistisch beleidigt: Auch Lichtenfels fordert »Rot« zurückzunehmen

Lan­des­li­ga Nord­west
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Fnan Tewelde (links) vom Landesligisten TSV Gochsheim.
Foto: Michael Horling
Es ist nicht das ers­te Mal, dass Fn­an Te­wel­de ras­sis­tisch be­lei­digt wur­de, seit er das Dress des TSV Gochs­heim in der Lan­des­li­ga Nord­west trägt. Schon zu Be­zirks­li­ga­zei­ten gab es in der Rhön ei­nen Vor­fall, nun er­neut.

Damals wie heute wird der Verein des 34-Jährigen, der von 2012 bis 2016 für Haibach und Viktoria Aschaffenburg spielte und dessen Familie aus Eritrea stammt, die Sache nicht so einfach auf sich beruhen lassen.

Muss er auch nicht, denn der Mann, der sich am Samstag erdreistete, wurde vom gastgebenden FC Lichtenfels ermittelt und aus dem Stadion entfernt. »Der Verein selbst ist vorbildlich damit umgegangen«, lobt Gochsheims Fußball-Abteilungsleiter Achim Eisend den Gegner.

Anders freilich denkt er über den Schiedsrichter, Kai Hoffmann, und dessen Gespann. Es sei ein katastrophales Zeichen gewesen, dass der Unparteiische in der 77. Minute beim Stand von 3:0 glatt Rot zeigte für Tewelde, weil der über die Bande sprang und in Richtung der vier, fünf älteren Zuschauer auf der Tribüne gefragt haben soll: »Warum sagt ihr sowas?«

Als mal wieder ein Spieler der Lichtenfelser gegen diese nahe am Feld stehende Bande prallte und die Anhänger der Hausherren die Gochsheimer dafür verantwortlich machen wollten, fiel ein laut Schiedsrichter und dessen Bogen: »Du Brauner, halt´s Maul, Du Gammler« in Richtung Tewelde. Der in Frankfurt aufgewachsene Fußballer reagierte erbost.

Letztlich plädierten auch die Lichtenfelser dafür, die Rote Karte für den Gochsheimer zurückzunehmen. Nachträglich aber begründete der Schiedsrichter den Platzverweis damit, dass Tewelde den einen Zuschauer an der Jacke gepackt haben soll. Sogar die Vorstandschaft und die Abteilungsleitung der Hausherren wollen aber bezeugen, dass dem nicht so war. Zumindest kamen gleich Ordner, nahmen die Personalien des rassistisch Beleidigenden auf - und entfernten ihn vom Gelände.

Mutmaßlich wird der FC Lichtenfels aus Oberfranken zivilrechtlich gegen den Mann vorgehen. Das Verbandssportgericht (VSG) des Bayerischen Fußball-Verbands bot dem TSV Gochsheim laut Eisend inzwischen an, Fnan Tewelde für nur eine Partie zu sperren. Doch auch damit ist der FCL-Abteilungschef nicht einverstanden.

Gochsheim spielt ab Frühjahr unter anderem mit Viktoria Kahl in der Abstiegsrunde der Landesliga Nordwest.

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