Samstag, 22.09.2018

Röllbach schlägt den Spitzenreiter

Landesliga Nordwest Samstag, 08.09.2018 - 20:57 Uhr

In der Lan­des­li­ga Nord­west hat der TuS Röll­bach das Spess­art-Der­by ge­gen Spit­zen­rei­ter Hai­bach für sich ent­schie­den. Da Eu­er­bach/Kütz­berg eben­falls leer aus­ging, bleibt die Ale­man­nia den­noch an der Ta­bel­len­spit­ze.

TuS Röllbach - Alemannia Haibach 3:1 (2:1).- Die Voraussetzungen waren prächtig. 20 Grad, 500 Zuschauer und beide Teams zeigten ein hochklassiges und rassiges Derby. Haibach begann stark und setzte in den ersten Minuten gleich einige Duftmarken. Bereits nach zwei Minuten konnte sich Hurem im Röllbacher Gehäuse bei einem Schuss aus kurzer Distanz von Sandikci beweisen.

In der Folgezeit verlor Haibach ein wenig den Faden. Trainer Torsten Zeuch kritisierte Abspielfehler und riskante Diagonalpässe. Röllbach wirkte bissiger, setzte dem Gegner in den Zweikämpfen zu. Aus der ersten Chance resultierte gleich die Führung. Alexander Grimm wurde im Strafraum angespielt, behauptete den Ball, drehte sich und setzte das Leder mit links an die Latte. Glanz im Tor reagierte nicht. Der Ball landete als Bogenlampe bei Pascual, der den Ball humorlos im linken unteren Eck versenkte (21.).

Unnötiger Elfmeter

Dann kam es für die Zeuch-Elf noch bitterer. Erneut Grimm wurde im linken Teil des Strafraums angespielt. Er legte den Ball an Glanz vorbei, allerdings soweit, dass er ihn nie mehr erreicht hätte. Glanz legte Grimm, so dass dem Unparteiischen keine Wahl blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Elfmeter für Röllbach (29.). Torschütze Pascual schnappte sich das Leder und verwandelte ganz sicher halbhoch in die rechte Ecke. Sein zweiter Treffer.

Haibach griff nun wütend an und wurde nach 38 Minuten belohnt. Breunig wurde von März schön in Szene gesetzt und hatte keine Mühe, den Ball an Hurem zum 2:1 vorbeizuschieben. Hier spielte Haibach seine Offensivqualitäten und Schnelligkeit erstmals konsequent aus. Doch das war es noch nicht in Durchgang eins. Julius Reis spielte einen schlampigen Querpass, Alexander Grimm roch den Braten und eroberte den Ball. Reis blieb nichts übrig, als Grimm unfair zu stoppen. Es gab Rot für den 19-Jährigen Haibacher (41.).

Clever und effektiv

Und es ging munter weiter in Spielabschnitt zwei. Haibach wollte, man merkte dem Favoriten über weite Strecken nicht an, dass er mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Allerdings machte Röllbach seine Sache weiter gut, war an diesem Tag ein Musterbeispiel für Cleverness und Effektivität. Allerdings war das 2:1 auch alles andere als sicher, so dass Hagendorf und Co. weiter konzentriert arbeiten mussten.

Beinahe schief ging es in der 51. Minute. Nach einer Freistoßflanke ging Gerhart im Sechzehner zu Boden. Der Haibacher Anhang forderte vehement Elfmeter, weil Gerhart wohl umgestoßen wurde. Ein vertretbarer Protest, der Pfiff blieb allerdings aus.

Nachdem Röllbach zu Beginn der zweiten Hälfte nur wenig Entlastung bekam, belohnte sich Alexander Grimm für seine bislang starke Leistung. Nach einem weiten, hohen Ball in den Strafraum verlängerte der hochgewachsene Angreifer den Ball zum 3:1 Endstand ins Netz (63.). In der Folgezeit hatte Röllbach noch einige Kontermöglichkeiten, verpasste aber den vierten Treffer und damit eine frühere Entscheidung. Haibach blieb bis zum Ende gefährlich und war dem zweiten Tor einige Male sehr nahe.

Röllbachs Coach Albano Carneiro meinte nach dem Spiel: »Ich bin total stolz auf meine Mannschaft«. Man habe sich die ersten fünf Minuten ein paarmal durchschütteln müssen, sich aber nach und nach reingebissen. Ein extra Lob hatte er für Alexander Grimm, der an allen drei Toren beteiligt war. »Einstellung, Mentalität und Konzentration«, zählte Carneiro als die besonderen Tugenden seiner Elf auf. Er räumte ein, dass Haibach in der zweiten Hälfte mit zehn Mann zum großen Teil ebenbürtig war und hätte sich einen vierten Treffer zur Entscheidung gewünscht.

Torsten Zeuch nahm die Niederlage gefasst und meinte, sein Team sei nicht die schlechtere Mannschaft gewesen. Er bemängelte zu viele individuelle Fehler seiner Elf, die gnadenlos bestraft wurden. Seine Spieler hingegen hätten Röllbacher Patzer nicht verwerten können. »Niederlagen passieren«, meinte Zeuch, »daraus müssen gerade die jungen Spieler lernen«. Obwohl er vor dem Spiel ausdrücklich vor Alexander Grimm gewarnt hatte, habe die Bewachung nicht geklappt. »Nach dem 2:1 waren wir dran, aber vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir es oft viel zu kompliziert gemacht«, kritisierte der 45-Jährige.

Steffen Schreck
TuS Röllbach – Alemannia Haibach 3:1
 
Röllbach: Hurem – F. Grimm, Hagendorf, M. Ackermann, Kuhn, Wolf, A. Grimm, F. Ackermann (82. Amhrein), Thompson, Speth (78. Diwersi), Pascual (58. Hörst). – Haibach: Glanz, Reis, Wadel, März, Sandikci, Eren, Gerhart, Koukalias, Papic, Breunig, Rehm.
Tore: 1:0, 2:0, Pascual (21, 29. Foulelfmeter), 2:1 Breunig (38.), 3:1 A. Grimm (63.). – Zuschauer: 500. – Schiedsrichter: Venus (Weißenbronn). – Rote Karte: Reis (41. Haibach, Notbremse)

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