Dienstag, 14.08.2018

Derby-Gipfel am Hohen Kreuz

(© Stefan Gregor)
Landesliga Nordwest Donnerstag, 09.08.2018 - 16:12 Uhr

Alemannia Haibach will auch dem lokalen Konkurrenten Viktoria Kahl im heimsichen Stadion das Fürchten lehren. Die Gäste überlassen den Grün-Weißen die Favoritenrolle – vertrauen aber zugleich auf ihre eigenen Stärken.

Und schon wie­der weht span­nungs­ge­la­de­ne Der­byl­uft am Ho­hen Kreuz in Hai­bach! Nur zwei Wo­chen nach dem 3:0-Heim­sieg ge­gen den SV Er­len­bach will Hai­bach in der Par­tie ge­gen Vik­to­ria Kahl in der Lan­des­li­ga Nord­west ei­nem wei­te­ren Un­ter­main-Kon­tra­hen­ten das Fürch­ten leh­ren. Auch Landrat Ulrich Reuter will sich als begeisterter Anhänger des runden Leders diesen sportlichen Leckerbissen nicht entgehen lassen.

Während die Alemannen nach dem vierten Spieltag noch immer ungeschlagen sind, haben die »Sandhasen« nach der 0:1-Niederlage gegen Kleinrinderfeld etwas an Boden in der Tabelle verloren. Bisher sind die alten Rivalen auf Punktspielebene 27-mal aufeinander getroffen. Die Bilanz spricht mit 13 Haibacher Siegen, sechs Erfolgen für die Viktoria und acht Unentschieden eindeutig für die Grün-Weißen.

Nicht noch tiefer absinken

Bei der 28. Auflage möchten die Gastgeber einen weiteren Triumph an ihre Fahne heften, nicht zuletzt aufgrund des Heimvorteils. Aber die Gäste sind gereizt, wollen mit einer Pleite nicht noch tiefer in Richtung untere Tabellenhälfte absinken.

Es sind also alle Voraussetzungen für eine hochklassige Partie mit wahrscheinlich zahlreichen Zuschauern gegeben. Zudem feiern etliche ehemalige Haibacher Kicker - jetzt auf Seite von Kahl - ein Wiedersehen mit den »alten« Kameraden.

Ein weiterer Aspekt, für das sich das Kämpfen lohnt: Am Untermain ist Viktoria Aschaffenburg - in der Regionalliga beheimatet - unbestritten die Nummer eins im Fußball. Den zweiten Rang belegt aktuell Bayern Alzenau als Vertreter der Hessenliga. Und die Haibacher wollen den Platz hinter dem Spitzenduo in der internen Rangliste gegen Kahl behaupten.

Alemannia Haibach - Viktoria Kahl (Samstag, 16 Uhr). - »Nach vier Spielen noch ungeschlagen, das ist doch ein ordentlicher Start«, so Haibachs Trainer Torsten Zeuch. Er hat festgestellt, dass die Landesliga Nordwest sehr ausgeglichen ist. Da gelte es, möglichst schnell Konstanz zu bekommen und in jedem Spiel an die Schmerzgrenze zu gehen.

»Ein Ausgleich in der letzten Minute wie in Unterpleichfeld tut immer weh. Wir haben nach unserer 3:2-Führung zu passiv gespielt, anstatt für klare Verhältnisse zu sorgen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.«

Nach Aussage von Zeuch haben sich die Kicker vom Hohen Kreuz diese Woche auch nicht anders als sonst vorbereitet. Das habe nichts mit einem Unterschätzen des Gegners zu tun, genau das Gegenteil sei der Fall.

Starke Gäste-Offensive

»Dieses Derby wird bestimmt emotionaler ausfallen als das Duell gegen Erlenbach. Ich schätze die Kahler als eine sehr starke Truppe ein und da müssen wir uns darauf einstellen. Gewisse Dinge im Defensivhalten müssen wir abstellen, denn die Gäste kommen mit einer starken Offensive.«

Lukas Fröhlich wird nach seiner Knieverletzung in Unterpleichfeld wohl längere Zeit ausfallen. Hinter dem Einsatz von Baris Eren steht noch ein Fragezeichen. Trotzdem ist der Alemannen-Coach positiv gestimmt. »Ich bin davon überzeugt, dass wir auch am Samstagabend noch ohne Niederlage sind.«

Dem Kahler Trainer Nils Noe war die Enttäuschung über das 0:1 gegen Kleinrinderfeld deutlich anzumerken. Er zog eine kleine Bilanz nach vier Wochen als Aufsteiger: »Auf den Punkt gebracht sind wir nicht clever genug, zum Teil schläfrig und können im Kopf nicht hundertprozentig umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Das liegt auch an meiner jungen Mannschaft, der die Routine fehlt. Das beste Beispiel war Kleinrinderfeld, die hinten kompakt standen und wir keine entsprechende Gegenmittel gefunden haben. In der ersten Hälfte hat sich das Fehlen von Daniel Schwalbe bemerkbar gemacht. Da sind auch unsere Außen nicht richtig ins Spiel gekommen.«

Taktik wird nicht verraten

Alemannia Haibach ist für den Kahler Trainer klarer Favorit. »Der Gastgeber steht in der Tabelle vor uns, hat einige erfahrene Spieler, das ist eine Supermannschaft. Zudem hat Haibach schon ein Jahr Landesliga hinter sich.« Noe versteckt aber nicht die Qualitäten seiner jungen Buben. »Wir haben auch eine gewisse Qualität, waren bisher zumindest immer gleichwertig und sind nicht niedergemacht worden.« Sein Schlusskommentar: »Ich bin sicher, wir werden uns gut auf Haibach einstellen, unsere Taktik aber vorher nicht verraten.«

Andreas Zenglein (Haibach) und Fritz Will (Kahl), die beiden Vorsitzenden der am Samstag beteiligten Vereine, betonen das faire Miteinander in all den Jahren. Will: »Ich freue mich, dass wir im Wettkampf wieder gegeneinander spielen. Auch die Spieler freuen sich. Das Verhältnis zwischen beiden Clubs war schon immer ein Gutes. Ich hoffe, dass beide Vereine mit dem Abstieg nichts zu tun haben.«

Zenglein: »Es gibt keine Probleme zwischen Haibach und Kahl auf Vorstandsebene. Unstimmigkeiten: Fehlanzeige. Ich erwarte ein spielerisch gutes Derby auf gleichem Niveau, das von vielen Fans besucht wird. Wir haben im Moment wohl im Verhältnis 60:40 die Nase vorn. Aber gespielt wird am Samstag um 16 Uhr und um 18 Uhr werden wir dann wissen, wie es ausgegangen ist.«

Wolfgang Schwarzkopf

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