Sonntag, 19.05.2019

Der Joker setzt den Schlusspunkt: TSV Karlburg steigt in Bayernliga auf

Lan­des­li­ga Nord­west
Kommentieren
Topfit war Marvin Schramm (Karlburg, rechts) am Samstagnachmittag - tags darauf nach einer langen Party-Nacht weniger; links: Julian Brändlein (SV Euerbach/Kützberg). Foto: Julien Christ
Foto: Julien Christ, julienchrist.com
Die Meisterehrung in Karlburg machte Bezirksspielleiter Bernd Reitstetter sichtlich Spaß. Foto: Julien Christ
Foto: Julien Christ, julienchrist.com

420 Zu­schau­er ka­men am Sams­tag zum Fei­ern ans Sport­ge­län­de an der Au. Sie muss­ten sich et­was ge­dul­den, aber um 17.52 Uhr mach­te der TSV Karl­burg den größ­ten Er­folg der Ve­r­eins­ge­schich­te fest und fei­er­te nach ei­nem über­zeu­gen­den Auf­tritt die Meis­ter­schaft in der Lan­des­li­ga Nord­west - und den Auf­s­tieg in die Bay­ern­li­ga.

TSV Karlburg - SV Euerbach/Kützberg 3:0 (0:0). - Auch wenn die Zuschauer bis zur 49. Minute bis zum ersten Treffer warten mussten, gab es an diesem Nachmittag nicht eine Minute Zweifel am Sieger. Karlburg nahm von der ersten Minute an das Heft in die Hand, spielte überlegt, sicher und konzentriert. Ein ums andere Mal rollten die Angriffe in Richtung Tor von Irnes Husic, dem am Ende besten Spieler der Gäste. Von Euerbach/Kützberg war wenig zu sehen. Die Spieler um Kapitän Mekic lauerten auf Konter, versuchten den schnellen Aldijawi einzusetzen, blieben aber ohne jede Durchschlagskraft.

Die Gastgeber dagegen verzeichneten gleich drei dicke Möglichkeiten, die die Führung hätten bedeuten müssen. Sebastian Stumpf lief alleine auf Husic zu (18.), der Gästekeeper konnte mit dem Fuß parieren. Nach einer halben Stunde behauptete Steffen Bachmann den Ball im linken Teil des Strafraums, wurde dann aber beim Versuch der Ablage geblockt. In der 38. Minute hatten die Besucher gleich dreimal den Torjubel auf den Lippen. Diesmal kam die Hereingabe von links an, gleich dreimal wurde der Torschuss samt zwei Nachschüssen aus rund elf Metern von einem Abwehrbein oder Husic geblockt. So ging es mit einem für die Gäste äußerst schmeichelhaften torlosen Unentschieden in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel wurde der TSV schnell für seinen Aufwand belohnt. Steffen Bachmann bekam den Ball auf der linken Seite, ging noch einige Schritte Richtung Strafraum und zog dann mit rechts aus 18 Metern ab. Tor, 1:0, der Jubel kannte nach 49 Minuten keine Grenzen mehr. Husic hatte im ersten Moment nicht gut ausgesehen, der Ball war nicht besonders hart geschossen. Allerdings war ihm die Sicht verstellt, und das Leder schlug direkt neben dem Pfosten ein.

Zu keinem Zeitpunkt gefährlich

Als der Jubel noch nicht richtig verstummt war, riss die Mehrzahl der Zuschauer wieder die Arme nach oben. Nach einem Freistoß aus Linksaußenposition von Kapitän Manuel Römlein kam Marco Schiebel nach einer missglückten Abwehr aus kurzer Distanz zum Abstauber und zum 2:0 (53.). Die Partie war entschieden.

Entschieden auch deshalb, weil die Gäste zu keinem Zeitpunkt Gefahr andeuteten. Einen kurzen Jubel gab es in der 67. Minute auf der Gästebank. Nach einem Freistoß und einem Kopfball an die Unterkante der Latte landete der Ball im Nachschuss tatsächlich im Karlburger Gehäuse. Doch das sichere Schiedsrichtergespann hatte auf Abseits entschieden. So plätscherte die Partie dahin, der sehr souverän spielende Tabellenführer arbeitete sich noch die eine oder andere Chance heraus.

Die endgültige Entscheidung gab es zwei Minuten vor dem Ende. Nach einer Römlein-Ecke fiel der Ball vom Rücken eines Euerbacher Verteidigers dem eingewechselten Andreas Köhler vor die Füße. Der bedankte sich mit dem 3:0-Endstand (88.). Kurz darauf war Schluss. Jetzt gab es kein Halten mehr. Die Mannschaft feierte mit ihren Fans und stimmte »Bayernliga, Karlburg ist dabei« an. Von Landesliga- und Bezirksspielleiter, Bernd Reitstetter gab es die Urkunde, Medaillen und den Verbandswimpel zur Meisterschaft. Reitstetter sagte, er freue sich für jeden Meister. »Aber vor der Runde hätte das keiner gedacht«, so Reitstetter. »Jetzt sind sie einen Spieltag vor Ende Meister - und das vollkommen verdient. Sie stehen nach einer konstanten Leistung oben«, freute sich Reitstetter ein bisschen selbst mit.

Der scheidende Karlburger Trainer, Patrick Sträßer, war zunächst sprachlos und genoss den Erfolg sichtlich. Er sagte, vor dem Spiel sei der Druck größer gewesen als in der Runde zuvor. »Wenn man am letzten Spieltag noch abgefangen werden kann, ist das ärgerlich«, so Sträßer. Er dankte seinem Co-Trainer Daniel Diroll und seinem Torwarttrainer Martin Spanheimer für die super Arbeit in der Runde.

Über das Meister-Spiel sagte Sträßer, »es war purer Wille«. Er räumte ein, dass seine Mannschaft vielleicht fußballerisch nicht die beste Mannschaft der Liga war. »Aber der Wille war durch die ganze Saison da«, so Sträßer. Er lobte sein Team auch dafür, dass es im Gegensatz zu anderen Mannschaften keine richtige Schwächephase gezeigt hat.

Mit dem Bus nach Röllbach

»Die anfängliche Heimschwäche haben wir schnell in den Griff bekommen, und ansonsten waren wir nach einem schwächeren Spiel sofort wieder da«, so Sträßer. Zum letzten Spiel in Röllbach reist die Mannschaft mit einem Bus an.

 

TSV Karlburg - SV Euerbach/Kützberg 3:0

TSV Karlburg: Brand - M. Kübert, Schramm, Schiebel, Wabnitz - Fenske (67. A. Köhler) - Römlein (90. Wießmann), Rösch, Pfister, Bachmann (82. Frank) - Stumpf. - Tore: 1:0 Bachmann (49.), 2:0 Schiebel (53.), 3:0 A. Köhler (88.). - SR: Emmert (Flachslanden). - Zuschauer: 420.

»Ich freue mich einfach auf alles in der Bayernliga«

Marvin Schramm ist eine der Stützen in der Karlburger Meistermannschaft. Der flexibel einsetzbare Abwehrspieler kehrte in der Winterpause der letzten Saison nach einem halbjährigen Gastspiel in Frammersbach nach Karlburg zurück und half dabei, in der letzten Runde den Abstieg zu verhindern. Dass sein Team ein knappes Jahr danach Meister ist und in die Bayernliga aufsteigt, hätte auch er sich nicht träumen lassen. Wir sprachen einen Tag nach dem Triumph mit dem Wiesenfelder über das Erlebte und wagen einen kleinen Ausblick auf das, was kommt.

Wie haben Sie das Spiel erlebt, und wie groß war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff?

Marvin Schramm: Ich fand, wir waren über 90 Minuten überlegen, haben keine Chancen zugelassen. Ich bin froh, dass wir in der zweiten Halbzeit unsere Chancen genutzt haben.

Wie sieht Ihr Saisonfazit jetzt unmittelbar nach dem Titelgewinn aus?

Marvin Schramm: Ich denke, wir sind zurecht Meister geworden. Wir waren konstant, und wenn man seit Oktober auf Platz 1 steht, dann hat man es auch verdient.

Wenn Sie auf die neue Saison vorausblicken, was erwarten Sie?

Marvin Schramm: Ich freue mich einfach auf alles, was uns erwartet. Wir wissen, dass es schwer wird, aber wir haben nichts zu verlieren und gehen ohne Druck in die Saison.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!
Facebook
Twitter
RSS-Feeds
WhatsApp
Live-Blog
Hilfe