Mittwoch, 26.06.2019

»Das gibt einen Aufschwung für den ganzen Landkreis«: Was der Karlburger Aufstieg für Nachbarklubs und einstige Rivalen bedeutet

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Alexander Schubert. Foto: D. Nadler
Foto: Denise Nadler

Der TSV Karl­burg thront mit dem Bay­ern­li­ga-Auf­s­tieg künf­tig min­des­tens zwei Spiel­klas­sen über den Kon­kur­ren­ten des Land­k­rei­ses Main-Spess­art. Was be­deu­tet Karl­burgs Auf­s­tieg für Nach­bar­ve­r­ei­ne und eins­ti­ge Ri­va­len? Ei­ne Um­fra­ge mit je­weils ei­ner zen­tra­len Fra­ge zum Karl­bur­ger Ti­tel­ge­winn.

TuS Frammersbach

(2019/20: Bezirksliga West)

Verhältnis zu Karlburg: Über Jahrzehnte hinweg waren Frammersbach und Karlburg die ranghöchsten Mannschaften im Landkreis. Sie haben sich spannende Duelle in der Bezirksober- und der Landesliga geliefert. Seit die Nordspessarter vor vier Jahren in die Bezirksliga abgestiegen sind, hat der TSV die Vormachtstellung.

Was ist Karlburg in der Bayernliga zuzutrauen?

»Wenn sie sich nicht mehr verstärken, wird es sehr schwierig, die Klasse zu halten«, glaubt Frammersbachs Spielleiter Jochen Mill, sagt aber auch: »Die Bayernliga ist nicht mehr so stark wie vor fünf, sechs Jahren.« Dass Karlburg, im Vorjahr nur knapp dem Abstieg entkommen, überhaupt aufgestiegen ist, »war auch für mich sehr überraschend«, sagt Mill, der in den 90ern selbst mal das Karlburger Trikot trug, »aber ich gönne es ihnen. Sie sind eine sehr homogene Truppe und haben an die Meisterschaft geglaubt.«

TSV Lohr

(2019/20: Bezirksliga West)

Verhältnis zu Karlburg: Die Lohrer Spielertrainer Christian Schmitt und Dominik Bathon sind frühere Karlburger, zudem ist Mittelfeldspieler Markus Füller vor dieser Saison zum Noch-Landesligisten gewechselt und kehrt jetzt wieder zurück. »Beide Wechsel waren eine sehr saubere Sache«, sagt Lohrs Sportlicher Leiter Alexander Schubert und folgert daraus: »Wir haben ein gutes Verhältnis zu Karlburg. Es gab auch immer wieder Testspiele, nach denen wir noch ein bisschen zusammengesessen haben.«

Was bedeutet Karlburgs Aufstieg für den Landkreis?

»Karlburg macht seit Jahren richtig gute Arbeit, und das ist jetzt das Ergebnis«, sagt Schubert, »ich denke, der Aufstieg bringt einen Aufschwung für unseren ganzen Landkreis.« Dass der TSV nun fünftklassig ist, dokumentiere, »dass sich hier etwas tut. Früher gab es Aschaffenburg und Würzburg und dazwischen nicht viel. Mittlerweile haben wir einen Jugend-Stützpunkt (in Steinfeld, d. Red.), an dem richtig gute Trainer am Werk sind - und jetzt haben wir eben auch einen Bayernligisten.«

FV Karlstadt

(2019/20: Kreisliga Main-Spessart)

Verhältnis zu Karlburg: Die beiden Vereine unterhalten im Nachwuchsbereich eine Spielgemeinschaft. Ohnehin hat sich die frühere Rivalität mit dem TSV »in den letzten Jahren deutlich relativiert und beruhigt«, findet Sportvorstand Ralf Dirscherl, weil die meisten Spieler in der Jugend miteinander gespielt haben und man sich kennt. Von einer Fusion Karlburg/Karlstadt ist längst keine Rede mehr.

Wie wird Karlburg in der Bayernliga verfolgt?

»Ich glaube eher nicht, dass ich mir mal ein Bayernligaspiel anschaue«, sagt Dirscherl und erklärt: »Es gibt in der Runde genügend Termine, bei denen man im eigenen Verein genug zu tun hat - und da hält man sich einen fußballfreien Tag dann auch mal fußballfrei.« Zum Aufstieg des Nachbarn sagt er generell: »Ich gratuliere ihnen zu dieser Leistung. Die Bayernliga ist eine ordentliche Herausforderung. Ich wünsche Karlburg da ein glückliches Händchen.«

FC Wiesenfeld/Halsbach

(2019/20: Kreisliga Main-Spessart)

Verhältnis zu Karlburg: Szymon Dynia hat zwischen 2010 und 2017 für Karlburg gespielt, ehe er seine erste Trainerstelle beim FCWH antrat. Zudem stammt TSV-Verteidiger Marvin Schramm aus Wiesenfeld, der künftige Karlburger Co-Spielertrainer Sebastian Fries ebenso. »Auch deshalb freut mich der Aufstieg«, sagt Wiesenfeld/Halsbachs Sportleiter Andreas Hopp, der - wie der langjährige FCWH-Spielertrainer Dominic Schalling - selbst mal in Karlburg gespielt hat.

Andreas Hopp, Sportchef bei Wiesendeld/Halsbach. Foto: Denise Nadler
Foto: Denise Nadler

Ist Karlburg der Konkurrenz enteilt?

»Es sieht so aus, als würde Karlburg die anderen abhängen«, sagt Hopp, betont aber auch: »Der Aufstieg ist eine schöne Sache. Es wertet Main-Spessart auf, wenn es hier einen Bayernligisten gibt. Da werden sich auch die Wiesenfelder das eine oder andere Spiel mehr angucken.«

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