Samstag, 22.09.2018

Spitzenspiel: Frammersbach verliert gegen Retzbach

Frammersbach zeigt im Spitzenspiel eine starke Leistung, trifft das Tor aber nicht

Bezirksliga Sonntag, 09.09.2018 - 21:00 Uhr

Der TuS Fram­m­ers­bach hat das Spit­zen­spiel in der Fuß­ball-Be­zirks­li­ga West ver­lo­ren. Die Elf von Spie­ler­trai­ner Mar­co Trapp un­ter­lag vor 150 Zu­schau­ern dem Spit­zen­rei­ter TSV Retz­bach mit 0:2. Dass es nicht min­des­tens zu ei­nem Re­mis für die Gast­ge­ber ge­reicht hat­te, lag an der man­geln­den Chan­cen­ver­wer­tung.

TuS Frammersbach - TSV Retzbach 0:2 (0:1). - Als Manuel Rumpel nach einem Angriff über die rechte Seite das 1:0 für die Gäste markiert hatte (39.), jubelten die TSV-Kicker noch verhalten, fast kühl. Wie der Jubel, so war auch die Spielweise der Retzbacher. Abgeklärt, cool und mit großer Effizienz bestritten sie im Stile einer Spitzenmannschaft das Derby bei den Frammersbachern, die bis auf die ersten Minuten nach der Halbzeit den Ton angaben, aber das Tor nicht trafen.

Ferdinand Weiß jagte bereits nach sieben Minuten die Kugel aus kurzer Distanz nicht in die Maschen, sondern in den Himmel. Dann parierte Ersatzkeeper Maximilian Müller immer wieder bravourös, oder es stand, wie in der 41. Minute Weiß, ein Spieler so gut, dass er Patrick Geigers Gewaltschuss von der Linie kratzte.

Schließlich hatte der TSV Glück. Denn eine Minute später verweigerte Schiedsrichter Marcus Marquart den TuS-Kickern einen Foulelfmeter, obwohl Geiger im Strafraum klar von Dominik Hehrlein am Fuß getroffen wurde. Einmal Pech im ersten Abschnitt hatte indes auch Retzbach. Denn William Vielwerth traf in der Nachspielzeit per Kopf die Latte.

Ersatzkeeper als Teufelskerl

»Wir haben gut verteidigt und super schnell umgeschaltet. Nur das Glück hat uns gefehlt«, kommentierte TuS-Spielertrainer Marco Trapp die dritte Niederlage, die er »bitter« nannte. Knackpunkt war für ihn die mangelnde Chancenverwertung: »Die Retzbacher wissen nicht, warum sie gewonnen haben.« Ob es mangelnde Reife seiner Elf oder ein mentales Problem war, dass den Erfolg verhindert hatte, wusste er nicht: »Ich kann nicht in die Köpfe der Spieler schauen. Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt, auf die wir aufbauen können.«

Gästecoach Matthias Frank wusste um den ungewöhnlich Verlauf: »Das war ein verrücktes Spiel. Das gewinnt man nur als Spitzenreiter. Frammersbach hat sein Potenzial gezeigt, ein Unentschieden wäre verdient gewesen.« Mann des Tages war für ihn Torhüter Müller, der den urlaubenden Stammkeeper Julian Mehling glänzend vertrat. Auch die kämpferische Leistung seiner Männer würdigte er: »Wir haben alles reingeworfen.« Dass seine Mannschaft bei Standards immer wieder wackelte, begründete er mit deren Körpergröße: »Da waren wir den Frammersbachern unterlegen.«

So wie in der 65. Minute. TuS-Angreifer Fabian Lurz ist zwar keine Wuchtbrumme, dennoch kam er nach einer Ecke mit dem Kopf an den Ball - und scheiterte. Den Nachschuss setzte Michael Weigand an die Latte. Zehn Minuten vor Schluss trat Julian Etzel zu Trapps Entsetzen in aussichtsreicher Position über den Ball. Quasi mit dem Schlusspfiff sorgte der eingewechselte Mario Hartmann für den Endstand.

Emotionaler Schlusspunkt

Dann ging die Post ab. Jetzt ließen die Schwarz-Weißen ihre Emotionen raus und feierten ausgelassen den sechsten Sieg, mit dem sie wieder die Tabellenspitze übernahmen. Sie rannten hinter dem Torschützen her, bildeten eine Traube und genossen auf dem Punkt den Endorphin-Rausch, den sie 90 Minuten lang gekonnt unterdrückt hatten.

Klaus Werthmann

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