Samstag, 17.11.2018

»Hätten Abbruch provozieren müssen«

Rassismus-Vorwürfe Montag, 05.11.2018 - 20:52 Uhr

Karlstadts Rassismus-Vorwürfe werden vor dem Sportgericht verhandelt. Ein Spieler des TSV Keilberg soll einen afrikanischstämmigen FV-Spieler beleidigt haben. Im Vor­feld äußerte sich Ralf Dir­scherl, stell­ver­t­re­ten­der FVK-Sport­vor­stand.

Die Ras­sis­mus-Vor­wür­fe, die der FV Karl­stadt An­fang Sep­tem­ber nach ei­nem Spiel der Fuß­ball-Be­zirks­li­ga West ge­gen den TSV Keil­berg (1:3) er­ho­ben hat, werden vor dem Be­zirkss­port­ge­richt (BSG) in Würz­burg ver­han­delt. Im Vor­feld sagt Ralf Dir­scherl, stell­ver­t­re­ten­der Sport­vor­stand der Kreis­städ­ter: »Ich gehe davon aus, dass nichts passieren wird.« Er glaubt mittlerweile: Die Mannschaft hätte damals den Rasen verlassen und einen Spielabbruch herbeiführen müssen.

Dirscherl stellt sich darauf ein, dass Keilberg auch an diesem Dienstag »nicht einsichtig« ist, wie er sagt. Das hieße dann: »Es steht Aussage gegen Aussage.« Und weil kein neutraler Zeuge zur Verhandlung vor dem BSG in Würzburg geladen ist, rechnet Dirscherl schon jetzt damit, dass das Verfahren eingestellt wird - obwohl ein Keilberger einen afrikanischstämmigen Spieler des FVK zutiefst rassistisch beleidigt haben soll.

Der TSV-Akteur, der verletzungsbedingt nicht zum Aufgebot gezählt, aber hinter der Ersatzbank der Gäste gestanden hat, soll im Zuge einer umstrittenen Situation auf Höhe der Mittellinie im Wortlaut zu Karlstadts Angreifer gesagt haben: »Setz' dich in dein Boot und fahr' nach Hause.« So berichtete es Karlstadts Ersatztorwart Kevin Link. Keilberg hat die Vorwürfe vehement bestritten.

Im Verein aufgearbeitet

Der FVK hat die Vorfälle, die inzwischen über zwei Monate zurückliegen, längst aufgearbeitet und ad acta gelegt. Dass sie nun vor dem Sportgericht besprochen werden, »macht aus unserer Sicht wenig Sinn«, sagt Dirscherl. Dennoch wird er gemeinsam mit Co-Trainer Christoph Keller und Ersatztorhüter Link an diesem Dienstag nach Würzburg fahren, um auszusagen. »Vielleicht hat das dann wenigstens Signalwirkung«, sagt Dirscherl und spricht von einer Anti-Rassismus-Kampagne, die auch eine folgenlose Verhandlung womöglich in Gang setzen könnte.

Im Rückblick auf die Vorfälle räumt Dirscherl inzwischen Fehler ein. »Jetzt wissen wir aber, wie wir damit hätten umgehen müssen.« Er meint: »Wir hätten darauf bestehen müssen, dass der Schiedsrichter einen Bericht schreibt. Und wir hätten die Adressen der Keilberger Zuschauer aufnehmen sollen.«

Mehr noch: »Wir hätten einen Spielabbruch provozieren müssen.« Nur dann, glaubt er, wäre bei der Verhandlung an diesem Dienstag mit Resultaten zu rechnen gewesen.

Sebastian Leisgang
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