Das eSport-Jahr im Rückblick: Fortschritt mit Hürden

Kolumne "Das E im Sport"

Aschaffenburg
2 Min.

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Während der Pandemie sind eSport-Events mit Zuschauern nahezu unmöglich. Werden Wettkämpfe 2022 wieder in Stadien ausgetragen? Das Foto zeigt die ESL One Hamburg 2017. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Daniel Bockwoldt
Good­bye 2021 - ein wei­te­res Pan­de­mie­jahr geht zu En­de. Der eS­port ächzt un­ter den Ein­schrän­kun­gen aber wächst trotz­dem ste­tig wei­ter. Un­se­re Ko­lum­nis­tin fasst die be­deu­ten­den eS­port-Mo­men­te des Jah­res für euch zu­sam­men.

Keine Stadien voller Zuschauer, die gebannt auf hunderte Quadratmeter große Bildschirme starren. Kein Jubel, der eSportler bis ins Mark erschüttert. Nur Studios mit Kameras, die die Zuschauer hinter ihren Linsen verbergen. Ein weiteres Pandemiejahr macht dem eSport zu schaffen. Obwohl viele Turniere dank Internet weiterhin stattfanden, war es doch nicht dasselbe. Trotzdem wuchs die Industrie 2021 weiter: Insider sprechen von Einnahmen von über einer Milliarde Dollar. Ein Rückblick auf ein Jahr des Fortschritts - mit Hürden.

eSport fast olympisch

Schlagzeile im Frühjahr: eSport ist endlich olympisch. Also, fast. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat von Mai bis Juni die »Olympic Virtual Series« abgehalten. Leider mit größtenteils unbekannten Videospielen, denn die großen eSport-Titel stuft der IOC immer noch nicht als Sport ein.

Erneut verließen 2021 einige Sportvereine den eSport. Darunter auch Schalke 04. Nach jahrelangem Engagement trennte sich der Verein von der europäischen »League of Legends«-Liga LEC. Aber Schalke hat noch ein Team in der »Prime League«. Andere Fußballvereine stehen in den Startlöchern - Gerüchten zufolge soll der Hertha BSC bei League of Legends mitspielen.

Große Gaming-Events fielen dieses Jahr erneut ins Wasser. Die Leipziger »DreamHack« und die Kölner »Gamescom« gab es nur im Netz. Turniere wie die IEM Cologne hatte keine Zuschauer vor Ort. Viele internationale Weltmeisterschaften kamen nur mit Einschränkungen auf die Bühne.

Vor der WM angesteckt

Besonders kurios war die »Dota 2«-Weltmeisterschaft, genannt »The International«. Eigentlich angedacht in Schweden, mussten die Organisatoren aufgrund von Einreisebeschränkungen kurzfristig umplanen. Die Veranstalter karrten die Spieler nach Hotels in Bukarest (Rumänien). Kurz vor Turnierbeginn infizierten sich mehrere Teilnehmer mit Corona. Und nach dem Finale saßen einige in Rumänien fest, da das Land wegen hoher Infektionszahlen international als Hochrisikogebiet galt.

Das diesjährige »Worlds«-Finale von League of Legends war hingegen das wohl spannendste in seiner Geschichte. Tausende rannten in China nachts auf die Straßen, um den Sieg ihres Teams zu feiern. Es war jedoch nicht genug, um die neuen Videospielgesetze, die eSport in China für junge Leute fast unmöglich machen, aus dem Kopf zu verbannen.

Die größte eSport-Überraschung 2021 war für mich »Pokémon Unite«: Der Erfolg des Spiels kam gänzlich unvorhergesehen - der Hype war jedoch nur von kurzer Dauer. Umso mehr erwarte ich vom eSport »Valorant« im kommenden Jahr. Hoffentlich kommt dessen Szene endlich auf Trab. Sonst bleibt nur die Hoffnung, dass die Pandemie endet - und dass die neue deutsche Regierung mehr für den eSport tut als deren Vorgänger.

Es braucht 2022 dringend mehr Unterstützung für den regionalen eSport und endlich ein Ende der sinnlosen Trennung von »nicht Sport«-eSport und »Da rollt ein digitaler Fußball auf dem Bildschirm also ist es Sport«-eSport. Aber wie das so ist mit den Neujahreswünschen: vermutlich wünsche ich mir wieder einmal zu viel.

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