Dienstag, 26.10.2021

Kolumne: "Das böllert ultra rein" - Meine erste Berührung mit dem eSport

Als Zuschauer bei einem "League of Legends"-Duell

eSport
eSport erklärt
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Der FC Schalke 04 im eSport.
Foto: picture alliance / Ina Fassbender/dpa
Kennen Sie »League of Legends«? Als eSportler bestimmt. Ich kannte es bis vor kurzem nur als Name eines Computerspiels...
--- eSport-Kolumne ---

Immerhin: Ich weiß, dass Schalke 04 das »League of Legends«-Duell am Ende gewonnen hat. Am Anfang stand mein Wunsch, die eSport-Welt zu entdecken, sozusagen mein erstes Mal. Es war ernüchternd. Aber der Reihe nach:

o Vorgeschichte
Vielleicht war es großspurig, vielleicht naiv – jedenfalls suchte ich einen Zugang zum Thema eSport. Erst mal nur als Zuschauer. Aus Interesse. Ich will ja nicht von gestern sein und so. Von meiner eSport-erfahrenen jungen Kollegin und Gamerin Annika Kickstein hatte ich einiges über das Spiel »League of Legends« (LoL) gehört. Es ist das weltweit meistgespielte Computerspiel, ich beschreibe es mal als Online-Rollen-Strategie-Kampf-Spiel.

Will ich mir anschauen, dachte ich mir. Machen Zehntausende andere ja auch. Und zwar ein Spiel gleich ganz oben. Heißt: Ein Spiel in der »LEC« (League of Legends European Championship). Dort spielt die LoL-Mannschaft des Fußballvereins Schalke 04 mit. Schalke 04? Kenne ich. Also, ganz klar, ist ein solches Spiel der allerbeste Zugang in die Welt des eSports. Dachte ich mir so. Schon mal vorweg an dieser Stelle: Ich hatte schon bessere Ideen. Viel bessere.

o Rückblick
In den 1980er/1990er Jahren war der »Commodore Amiga« einer der erfolgreichsten Heimcomputer. Er stand auch in meinem Jugendzimmer. Und wie bei den meisten Jugendlichen, war er auch bei mir in der Hauptsache als Spielecomputer im Einsatz, jeden Tag, stundenlang: Super Grafiken, super Sound – Raubkopien der tollsten Spiele ohne Ende. Diese Vergangenheit dürfte ausreichen, um sich in der Welt von »League of Legends« locker zurechtzufinden. Ist ja auch nur ein Computerspiel. Dachte ich mir so.

o Das Spiel
Team Vitality gegen Schalke 04. Ein Team besteht aus fünf Spielern. Oder sollte ich lieber Gamer sagen? Egal. Ich lausche vor meinem Fernseher drei jungen Moderatoren: Eine Frau und zwei Männer stimmen uns Zuschauer auf das Spiel ein, ein Expertengespräch wie vor einem Fußballspiel. Die drei reden viel. Sie sprechen schnell. Sie sagen, ja, was sagen sie überhaupt? Irgendwas kann man »gegentraden« in einem »All-in-Game« mit »gegendraft« und »doppelflex«, und wenn alles nichts hilft, dann schickt man »Simba« gegen »AD-AP-Lockdown« und überhaupt ist Schalkes »Midfight megastark«. Wummm!

Äh, Moment mal, Lockdown? Corona? Kontaktbeschränkungen? Wie jetzt??? Während ich noch daran scheitere, das Gehörte zu entschlüsseln, fachsimpeln bereits die beiden Kommentatoren »Eis« und »Maxim«. Maxim »freut sich übelste Sorte« auf das »Game« und ich freue mich über ein Einhorn, das wahrscheinlich gar kein Einhorn ist, aber fröhlich wie ein Känguru über meinen Fernsehschirm hoppelt. »Das ist ein ruhiges Game«, sagt Eis, als es auf dem Bildschirm gerade »ultra reinböllert« ...

o Fazit
»Kitkat«, »Tchibo«, »Redbull« – die ständig wechselnde Werbung, links unten im Bildschirm war mir vertraut. Mehr nicht. Mit einer Mischung aus Faszination und völliger Ahnungslosigkeit saß ich über eine Stunde vor dem Fernseher. Moderatoren, Kommentatoren, Spiel, Spielverlauf: Ich habe in etwa so viel verstanden, als wenn mich ein Japaner über eine Stunde in japanisch zugetextet hätte. Aber Schalke hat gewonnen. Und: Ich bin nicht alt!

Torsten Maier

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