Wie Bäckermeister Christian Fahs auf den Mount Everest radelte

Ausdauersport
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Christian Fahs beim Everesting am »Berg der Wahrheit« in Obernburg. 74-mal fuhr er hinauf und hinab. Foto: Norbert Herdt
Foto: Norbert Herdt
Chris­ti­an Fahs ist am Sonn­tag in Obern­burg auf den Mo­unt Eve­r­est ge­ra­delt. An­näh­ernd. Ein bis­schen mehr als die 8848 Me­ter über dem Meer­es­spie­gel, die den Berg im Hi­ma­la­ya als den höchs­ten Welt aus­wei­sen, hat der Möm­lin­ger auf dem Pflaum­hei­mer Weg in Höh­en­me­tern zu­sam­men­ge­stram­pelt.

»122 Höhenmeter sind es dort«, sagt Fahs über den Streckenabschnitt, der früher einmal der »Berg der Wahrheit« auf der Radstrecke des Churfranken-Triathlons war. »74-mal bin ich rauf und runter.«

Eher ungefährlich

Ganz spontan war die Entscheidung, in der Nacht auf Sonntag um 3.15 Uhr aufs Rennrad zu steigen nicht. Im Winter hatte Fahs, der damals noch nicht verheiratet war und Haas hieß, im Internet eher zufällig vom so genannten Everesting gelesen. Das ist eine der vielen so genannten Challenges, bei denen Menschen - vorsichtig formuliert - nicht-alltägliche Dinge tun. Manche sind gefährlich, das Everesting ist es nicht, betont Fahs. Der Austria Extreme Triathlon, den er voriges Jahr finishte, sei weitaus gefährlicher.

Bei dem musste der Bäckermeister übrigens nur rund 3800 Höhenmeter überwinden. Diesmal also 5000 mehr. »Ich hatte nicht gedacht, dass es so hart werden würde«, sagte der Hobby-Ausdauersportler. 19 Stunden, 13 Minuten und 31 Sekunden war er für die Challenge unterwegs, die übrigens recht einfache Regeln hat: Man muss sich einen Berg aussuchen und den am Stück (kurze Verpflegungspausen sind erlaubt) so oft hochfahren, bis die 8848 Höhenmeter erreicht sind. Nachweis per GPS-Gerät ist letztlich erforderlich.

Auch das kann schwierig werden, weil der Akku der meisten Geräte nicht so lange durchhält wie die Beine des Bäckermeisters aus Mömlingen. Fahs schrieb deshalb anfangs jedes Rauf und Runter auf, später übernahm das seine Frau Mirjam, die zusammen mit seiner Schwester Corinna Grein auch für die Versorgung sorgte. »Salzbrezeln, die üblicher Powerbar-Riegel und Brötchen ohne Belag, damit man etwas zu kauen hat«, futterte der Radler. Und er trank viel. Trotzdem wurde die Zeit lang, auch wenn »mir nie die Luft ausgegangen ist«. Selbst nicht zum Ende hin. Seine Willenskraft habe ihm geholfen, eine echte Vorbereitung gab es nämlich nicht, da er erst drei Wochen vor dem Start den Termin festlegte - ein etwas aussichtsreiches Wetterfenster wollte er schon haben. Zumal er die 74-malige Aussicht von oben ins Maintal als äußerst motivierend beschrieb. 2000 Radkilometer hatte er aber schon gemacht, seit er sich zum Everesting entschlossen hatte.

Viele Unterstützer

Den Berg hinauf halfen außerdem die vielen Ausdauerfreunde vom TV Großwallstadt. Fast die ganze Zeit habe ihn jemand begleitet, nur wenige Stunden war er allein unterwegs. Claus Blank fuhr sogar die letzten 2000 Höhenmeter mit, bis der »Gipfel« um 0.15 Uhr in der Nacht auf Montag erreicht war. Christian Fahs hätte da sogar noch die Brötchen backen können. Um 1.30 Uhr beginnt er meist mit der Arbeit. Aber vielleicht wäre das doch eine Herausforderung zu viel gewesen.

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