Sonntag, 23.09.2018

Genug Helfer, aber kein Orga-Chef

Ausdauersport:Warum der 30. Dreiflüsse-Triathlon der letzte gewesen ist – Rauch greift noch einmal an

Montag, 14.05.2018 - 21:53 Uhr

Her­bert Lurz (ESV Ge­mün­den) ist ein Mann, der ge­stal­ten kann. 1988 or­ga­ni­sier­te er erst­mals den Ge­mün­de­ner Drei­flüs­se-Tri­ath­lon, den der ra­sen­de Bä­cker aus Fram­m­ers­bach, Gerd Am­r­hein, dank ei­ner her­aus­ra­gen­den Lauf­zeit von 32:42 Mi­nu­ten für die ab­sch­lie­ßen­den zehn Ki­lo­me­ter vor sei­nem Ve­r­eins­kol­le­gen Kars­ten Kess­ler für sich ent­schied.

Insgesamt 25-mal war Lurz der Boss bei dem unterfränkischen Ausdauerklassiker, dann zeigte er, dass er nicht nur gestalten, sondern auch loslassen kann. Er übergab den Stab an Mark Nagel, der in den nächsten fünf Jahren die Strippen bei der dreigeteilten Schinderei zog.

Am Samstag fiel der Vorhang für den Kurztriathlon, weil Nagel als Wettkampfleiter nicht mehr weitermacht. Die 30. Auflage, die der ehemalige polnische Olympiaschwimmer Lukasz Wójt (SV 05 Würzburg) klar für sich entschied, war gleichzeitig die letzte. »Es ist keiner da, der die Führung als Cheforganisator übernehmen will. Helfer hätten wir genug«, erklärte Herbert Lurz das Aus. Für den Gründer des Rennens ist es okay, dass jetzt Schluss ist. Denn er weiß, dass alles seine Zeit hat.

Die Zeit des Dreiflüsse-Triathlons war eine gute, die Startfelder waren quantitativ und qualitativ gut besetzt. Immer wieder trugen sich Klasseathleten wie Gerd Amrhein, Michael Pugh (Neuseeland) oder Yvonne van Vlerken (Niederlande) in die Siegerliste ein. Doch was Lurz noch mehr freut, ist weniger die Prominenz unter der Teilnehmern, sondern die Tatsache, dass dem ESV in all den Jahren das Glück hold war. Es gab keine großen Unfälle und keine gravierenden Verletzungen.

Michael Weidner (RVV Wombach) erreichte zwar am Samstag nach 800 Metern Schwimmen, 35 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen in 2:02,34 Stunden wohlauf das Ziel auf dem Gemündener Marktplatz. Doch Glück hatte er keines gehabt. Schon früh hatte sich sein Lenker gelockert, so dass er nicht mehr in der aerodynamischen Position fahren konnte.

Der Wombacher dachte schon ans Aufhören, weil es ihm nicht gelang, geeignetes Werkzeug aufzutreiben. Ein Mountainbiker lieh ihm schließlich einen Inbusschlüssel, mit dem er das Malheur nach großem Zeitverlust zumindest halbwegs beheben konnte. Ohne den technischen Defekt wäre er sicher viel weiter vorne als auf Rang 24 gelandet. Doch für ihn war klar: »Bei der letzten Ausgabe des Dreiflüsse-Triathlons muss man doch ins Ziel kommen.«

Weidner zeigte nach dem glücklosen Radfahren noch eine solide Leistung beim Zehn-Kilometer-Lauf, bei dem er auf der Überholspur war. Er bereitet sich auf die Challenge in Roth am 1. Juli vor, dem Klassiker über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Dort, im mittelfränkischen Triathlon-Mekka, hat sein ehemaliger Vereinskollege, Stefan Rauch, der seit dieser Saison für den SV Neuendorf startet, vor zwei Jahren Geschichte geschrieben. Als erster Athlet aus dem Landkreis absolvierte er die klassische Ultra-Distanz unter neun Stunden. Nach 8:48,45 Stunden blieben für den Software-Entwickler die Uhren stehen.

Heuer greift Rauch noch einmal an. Nicht in Roth und nicht in Frankfurt, was zunächst geplant war. Sondern beim Ironman in Kopenhagen am 19. August. Ein Meilenstein dorthin war für den 39-Jährigen der Triathlon in Gemünden, den er als Bester aus dem Landkreis in 1:54,43 Stunden auf Rang neun beendet hatte.

»Das war gut, vor allem auf dem Rad hatte ich richtig Druck gehabt. Ich bin zufrieden«, sagte er. Im Vorjahr hatte Rauch eine Auszeit vom Triathlon genommen und ist nur gelaufen. Unter anderem den Amsterdam-Marathon, den er in beachtlichen 2:44,04 Stunden auf Rang 138 beendet hatte.

bAlle Ergebnisse: www.triathlon-team-gemuenden.de

KLAUS WERTHMANN

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