Samstag, 21.09.2019

Am Ende durch Hagel und Schnee zum Ziel: Lohrer Wiegandt hat den Transalpine Run trotz Wetterkapriolen genossen

Ausdauersport
Kommentieren
Vie Zeit blieb Peter Wiegandt beim Transalpine Run 2019 - hier in der Uina-Schlucht im Unterengadin. Später am Tag standen er und sein Partner im Schnee.
Foto: Wiegandt
Den Zie­l­ein­lauf am letz­ten Tag ha­ben Pe­ter Wie­gandt und sein Team­part­ner Mar­kus Weid­ner ze­le­briert.

»Wir wollten als Letzte über die Ziellinie gehen, obwohl wir noch vier Pärchen eingeholt hatten«, sagt Wiegandt über seine letzten Meter beim Transalpine Run (TAR) 2019. Nach rund 270 Kilometern mit gut 14 000 Höhenmetern hatte der Lohrer mit seinem hessischen Laufpartner Sulden am Ortler erreicht und damit sein Ziel.

Für Wiegandt waren die acht Tage zuvor anstrengend, aber keine allzu große Strapaze. Sein Teampartner, der langsamer und für den vor allem die letzte Etappe »eine Qual« war, gab das Tempo vor. »Für mich war das fast ein Spaziergang«, sagt Wiegandt. Beim 7,8 Kilometer langen Bergsprint mit 834 Höhenmetern am fünften Tag durfte jeder für sich laufen - Wiegandt erreichte das Tagesziel eine halbe Stunde vor Weidner.

Tolles Erlebnis

Der 53-Jährige hätte also deutlich schneller sein können als sein fünf Jahre älterer Teampartner. Doch Wiegandt sah im langsameren Tempo bei seiner TAR-Premiere durchaus Positives: So blieb ihm genug Zeit das »tolle Erlebnis« der Alpenquerung von Nord nach Süd zu genießen und ein paar Fotos mehr als geplant zu schießen.

Auch »die Wetterkapriolen haben mir nichts ausgemacht«, lässt er wissen. Sonne, hohe Temperaturen - »Königsbergwetter« begleitete die Teilnehmer auf den ersten Etappen. Doch das änderte sich. Auf der sechsten Etappe auf dem Weg zum Scouler Skigebiet kämpften sich die Läufer durch Hagel, begleitet von Gewitterdonner. Oben trafen die beiden auf einen besorgten Rennleiter, da es auch Blitzeinschlag gab. Aber es kam niemand zu Schaden. Im Gegenteil: Wiegandt und sein Kompagnon genossen den anschließenden Abstieg über 1500 Höhenmeter in nassen Kleidern.

Überglücklich und froh

Auf der vorletzten Etappe, die mit dem Höhepunkt der TAR-Westroute, der Uina-Schlucht aufwartete, ging der Nieselregen am höchsten Punkt des Tages dann in Schnee über. Deshalb wurde die Route der letzten Etappe geändert. Es wurde nicht über die Flanke des Ortlers auf 2900 Meter hinaufgestiegen, dennoch mussten 2200 Höhenmeter bewältigt werden. »Überglücklich und froh waren wir beide beim Zieleinlauf«, so Wiegandt. Die Gesamtzeit von 64:37 Stunden waren da nebensächlich.

Das Fazit des Lohrers: Die TAR-Teilnahme steht und fällt mit dem richtigen Teampartner und einer guten Vorbereitung. Wiegandt hat einen weiteren Start bereits im Blick. Sein Sohn Pierre, der zusammen mit Bruder Jean-Louis den Vater beim TAR abwechselnd besuchte und unterstützte, hat grundsätzliches Interesse bekundet. Zunächst werde man nächstes Jahr aber die beim TAR angebotene Zwei-Tages-Tour absolvieren. Laufe es da gut, könne er sich einen Start im Jahr 2021 mit seinem Sohn vorstellen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!