»Wir leben und lieben unseren Beruf«

Jubiläum: Thorsten Goldbach und sein Ringewerfen-Geschäft

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Mehr zum Thema: Aschaffenburger Volksfest
Das erste Ringewerfen-Geschäft 1992.
Foto: privat
Ein gutes Team: Thorsten und Jessica Goldbach.
Foto: Ulla Schäfer
Es ist wohl ei­nes der äl­tes­ten Ge­schick­lich­keits­spie­le der Welt: das Rin­ge­wer­fen. Und es sieht viel leich­ter aus, als es tat­säch­lich ist.

»Wir fiebern mit unseren Kunden, freuen uns über einen Gewinn, ärgern uns mit, wenn's nicht klappt«, das sagen Thorsten und Jessica Goldbach, die auch heuer wieder auf dem Aschaffenburger Volksfest mit »Goldbachs Ringewerfen« dabei sind, diesmal gegenüber vom Riesenrad.

Dieses Jahr feiert Thorsten Goldbach Jubiläum: Seit 30 Jahren nun hat der 51-jährige Aschaffenburger sein Geschäft, seit 2014 unterstützt ihn seine Frau Jessica (34) dabei. Die bunte Rummel-Welt hat Thorsten Goldbach schon als Kind kennengelernt, damals mit seinen Eltern Bernd und Waltraud Goldbach, die ab 1976 zunächst einen Waffel- und Schaumküssestand betrieben, später mit selbst gebackenen Crêpes-Spezialitäten auf den Festen unterwegs waren.

Leben im Wohnwagen

»Mich hat das damals alles sehr fasziniert«, erzählt Goldbach beim Pressegespräch in seinem Wohnwagen auf dem Volksfestplatz. Auf gut zehn Metern Länge spielt sich von April bis Oktober hier drinnen das Leben des Ehepaars ab. Büro, Küche, Wohn- und Schlafzimmer, alles dabei, und das auf zahlreichen Festen von Speyer, Mannheim, Stuttgart bis in die Pfalz oder an den Bodensee. Und dann natürlich in der Heimat, auf dem Aschaffenburger Volksfest. Den Rest des Jahres leben die Goldbachs im Stadtteil Obernau.In festen vier Wänden.

Zurück zu Thorsten Goldbachs Start als selbstständiger Schausteller: Im April 1992 war das, der 21-Jährige hatte auf Drängen der Eltern bereits eine solide Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen. Fürs Ringewerfen hatte sich Goldbach entschieden, weil es das damals noch nicht so häufig gegeben habe auf den Festplätzen, sagt er.

Jahr für Jahr hat er das Geschäft modernisiert, aber es sei »immer sehr aufwendig gewesen, alles auf- und abzubauen«. Deshalb hat Goldbach 2016 erneut Geld in die Hand genommen und in einen speziell für ihn angefertigten Ringe-Stand investiert, der sich wesentlich zeit- und kräftesparender auf einem Anhänger transportieren lässt. Den alten Stand haben die Goldbachs auch aufgehoben, falls es mal Doppeleinsätze gibt.

Crêpes-Bäckerei

Seit 2009 hat Thorsten Goldbach auch die Crêpes-Bäckerei der Eltern übernommen. Sowohl mit den süßen Leckereien als auch dem Ringewerfen war er regelmäßig auf dem Aschaffenburger Volksfest unterwegs, seit 2019 nur noch mit dem Geschicklichkeitsspiel. Beides zusammen, das sei aus Personalgründen nicht mehr machbar gewesen.

Corona-Zeit

Die Corona-Zeit haben die Goldbachs einigermaßen gut überstanden, auch, weil sie neue Ideen und viel Eigeninitiative aufgebracht haben. So haben sie zwei Wochen nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 einen Lieferservice für Crêpes eingerichtet, haben sich regelmäßig mit ihrem Süßwarenstand an sechs Stationen in der Region platziert, bei befreundeten Unternehmen auf dem Hof beispielsweise. Das machen sie heute immer noch. Zu zweit stemmen die Goldbachs das Geschäft, in Stoßzeiten unterstützt von langjährigen Aushilfen.

Zudem sind beide im Bundesverband der Schausteller und Marktkaufleute engagiert, bis vor kurzem war Thorsten Goldbach zweiter Vorsitzender des Bezirks Aschaffenburg, seine Frau war Schriftführerin. Jessica Goldbach, die ausgebildete Veranstaltungskauffrau ist und ein betriebswirtschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt Touristik und Veranstaltungsmanagement abgeschlossen hat, sorgt für alles Kaufmännische, macht Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in den Sozialen Medien, übernimmt den Einkauf. Beispielsweise den der Gewinne: Gut 300 verschiedene Preise können sich die Ringewerfer auf den 180 Klötzen sichern, wenn sie geschickt zielen. Heuer seien so genannte »Wendekraken« schwer in, also Plüschtiere, die mal ein gut gelauntes, mal ein trauriges Gesicht machen, wenn man sie umdreht. Gläser, Tassen mit lustigen Sprüchen, Scherzartikel, Disney-Figuren und vieles mehr stehen auf der Gewinnerliste.

Erinnerungen

»Eben Erinnerungen an die Zeit auf dem Volksfest«, sagen Jessica und Thorsten Goldbach. Beide wollen, so drücken sie es aus, »den Menschen glückliche Momente verkaufen«. »Wir stehen immer persönlich in unserem Geschäft, zu unseren Stammkunden haben wir eine extrem gute Bindung, wir kennen alle Familiengeschichten«, lachen sie beide. Das Gesicht hinter der Bude, das sei sehr wichtig. »Wir leben und lieben unseren Beruf«, sagen die Goldbachs einstimmig. »Und wir machen weiter, solange es uns Spaß macht.«

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