Mittwoch, 23.06.2021

Zwischen Waldseen und Spessartwiesen

Das Aubachtal: Hier kann man wandern, Rad fahren und einiges über die Geschichte des Spessart erfahren

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Diese kleine, am Rand des Aubachtals gelegene Mühle war laut einer Informationstafel früher für alle Bürger nutzbar. Jeder hatte ein Anrecht auf seinen eigenen Mühltag.
Foto: Sabine Schömig
An den Aubachseen führen gut ausgeschilderte Wander- und Radwege vorbei, unter anderem der Spessartweg 3. Fotos: Sabine Schömig
Foto: Sabine Schömig
Herbst­zeit ist Wan­der­zeit. Und was wür­de sich der­zeit bes­ser an­bie­ten als der weit­läu­fi­ge, bes­tens er­sch­los­se­ne Spess­art, um sich dort an der ne­b­lig feuch­ten Luft zu be­we­gen, da­bei nach Pil­zen Aus­schau zu hal­ten und Blät­ter un­ter den Wan­der­schu­hen ra­scheln zu hö­ren.

Ein dafür bestens geeignetes Ausflugsziel ist etwa das Aubachtal zwischen Habichsthal und Wiesthal im Hochspessart (Main-Spessart-Kreis). Hier schlängelt sich der Aubach durchs Tal und durchfließt dabei einige Waldseen. Nicht nur zu Fuß kann man die Umgebung erkunden, auch mit dem Fahrrad ist die bewaldete und von typischen Spessartwiesen geprägte Landschaft erfahrbar.

Das Aubachtal ist auch Teil der vierten Etappe des Spessartweg 3. Sie führt circa elf Kilometer von Habichsthal vorbei an den Aubachseen bis zum Bahnhof nach Heigenbrücken, wo der insgesamt 60 Kilometer lange Weg mit Ausgangspunkt in Bad Soden Salmünster endet. Die Internetseite www.spessartweg.de beschreibt vier Etappen, in denen der Weg beschritten werden kann. Hier kann man sich einen Überblick verschaffen, findet die Routen beschrieben sowie Karten mit der genauen Streckenführung.

Raubritter und Glasmacher

Wer dabei mit wachen Augen durch das Aubachtal mit seinen Seen und Fischteichen wandert oder radelt, kann auch Geschichtliches dazu lernen. Auf einer Informationstafel erfährt er etwa, dass der berühmte Reichsritter Götz von Berlichingen (1480 - 1562) im Jahr 1514 bei Habichsthal einen seiner berühmt-berüchtigten Raubzüge verübt hat. Er überfiel mit seinen Mannen damals sechs Nürnberger Kaufleute, die durch den Spessart auf dem Weg nach Frankfurt waren.

Aber auch naturhistorisch Interessierte kommen auf ihre Kosten. So liest man auf einer Tafel am Ausgang des Aubachtals einiges über die Bedeutung der »Spessartwiesen«, die heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Jahrhunderte lang gediehen sie wegen ihres Wasserreichtums prächtig und wurden als Grünland genutzt.

Man befindet sich aber auch mitten im Glashüttenspessart. Glasmacher rodeten hier im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit den Wald großflächig für das Holz als Rohstoff zur Glasherstellung. Wer also vor rund 400 Jahren hier vorbei kam, fand nicht so viel Wald vor, wie wir heute.

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