Strandbadgefühle im Luftkurort

Der Freibad-Check: Das Spessartbad Mönchberg

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Die weiß gestrichenen Umkleidekabinen aus Holz erinnern an ein Ostseebad. 
Foto: Sabine Schömig
Das Spess­art­bad Mönch­berg im Land­kreis Mil­ten­berg gilt auch au­ßer­halb des Ortes und der um­lie­gen­den Ge­mein­den als be­son­de­rer Tipp für ei­nen be­schau­li­chen Schwimm- und Ba­de­tag, ob mit Kin­dern oder oh­ne. Dabei besticht das Frei­bad durch sei­ne Höh­en­la­ge mit Blick über die Dächer und ins­be­son­de­re auf den Kirch­turm von Mönch­berg.

Über den leicht abfallenden Liegewiesen - man hat ringsum von seinem Handtuch aus einen prima Blick auf die insgesamt drei Becken, ein Nichtschwimmer-, ein 25-Meter-Schwimmerbecken und ein Planschbecken - stehen Umkleidekabinen aus weißem Holz mit dem nostalgischen Charme eines Ostseebades.

Es gibt eigene Warmwasserduschen, das Badewasser selbst wird mit Hilfe einer Absorberanlage beheizt. Das funktioniert in etwa nach dem Prinzip eines Wasserschlauches, dessen Wasser durch die Sonne erwärmt wird, nur eben in großem Stil und mit vielen Schläuchen, durch die das Beckenwasser fließt.

Strandkorb & Cappuccino

Bleibt es in der Saison von Mai bis September längere Zeit frisch, trägt freilich auch das Wasser zumindest im Schwimmerbecken das Prädikat »erfrischend«. Baby- und Nichtschwimmerbecken sind  aber wärmer.

Strandbadfeeling kommt teilweise auch im terrassierten Bistro-Kiosk-Bereich auf. Hier kann man sich nicht nur an den typischen Schwimmbadleckereien wie Pommes, Currywurst und Burgern sowie wechselnden Gerichten, etwa frisch gebackenem Flammkuchen laben, sondern genauso einen liebevoll zubereiteten Cappuccino in einem echten Strandkorb schlürfen.

Bei kleinem Eintrittsgeld und Bistro-Preisen hofft man, dass sich Mönchberg dieses Kleinod noch lange leisten kann. Doch danach sieht es aus. Denn neben der Gemeinde engagieren sich Bürgerinnen und Bürger etwa in einem Förderverein für den Erhalt ihres Freibads.

Zur Saison 2021 bekam das Schwimmerbecken, unter anderem mit Fördermitteln des Freistaats Bayern, eine neue Folie und neue Technik. Ins Nichtschwimmerbecken führt seither neben der bereits bestehenden eine drei Meter breite neue Wasserrutsche.

Warum Mönchberg?

Dass sich der Markt Mönchberg ein eigenes Freibad leistet, beruht auch auf seiner besonderen Lage und Geschichte. Zum einen ist der Ort mit seinen 252 bis 511 Metern Höhenlage ein anerkannter Luftkurort im Spessart. Das zog und zieht immer wieder Feriengäste an.

Zum anderen gab es hier schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine besondere Badegelegenheit: einen Löschweiher, der 1846 angelegt wurde und nicht viel später bereits von der Bevölkerung zum Baden genutzt wurde.

Der war der Vorläufer des heutigen Spessartbads. Es liegt im beschaulichen Brunnwegstal,  das hierfür teilweise aufgefüllt werden musste. In den 1930er Jahren gebaut, speiste das Schwimmbad mit einem Beckenmaß von damals 73 mal 30 Metern und einem Fassungsvermögen von 4000 Kubikmetern die Tal- und Hochquelle, später die Herrgottsquelle.

Von Anfang an gab es einen Schwimmer-, Nichtschwimmerbereich und einen Sprungturm mit drei bis fünf Metern Höhe.

Zwei Generalsanierungen

Am 11. Juni 1938 wurde das »Kraft-durch-Freude-Bad« offiziell mit einer großen Feier eröffnet. Auch Urlaubsgästen aus ganz Deutschland diente es zu Erholung, wozu diese wöchentlich extra mit zwei Bussen in Mönchberg ankamen. Der Krieg machte dem Badebetrieb erstmal ein Ende, aber der örtliche »Verein für Leibesübungen«, Vfl Mönchberg 1920, nahm sich seiner 1946 an, bevor die Gemeinde ab 1950 den Betrieb organisierte. Seither gab es zwei Generalsanierungen, eine im Jahr 1969/70 und eine in den Jahren von 1989 bis 1992.          Sabine Schömig

 

Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden sich auf der Homepage des Spessartbads unter https://www.spessartbad-moenchberg.de

 

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