Donnerstag, 24.06.2021

Menschen zur Natur führen

Natur-Coaching: Alexandra Dorn meint: »Der Wald ist mein absoluter Kraftort«

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Alexandra Dorn ist Natur-Coach. Oben ein Arrangement aus dem – hier noch herbstlichen – Wald.
Foto: Alenandra Dorn
Alexandra Dorn ist Natur-Coach. Oben ein Arrangement aus dem – hier noch herbstlichen – Wald.
Foto: Alexandra Dorn
Alex­an­d­ra Dorn aus Hös­bach (Kreis Aschaf­fen­burg) un­ter­rich­tet Yo­ga, hat sich un­ter an­de­rem aber auch zum Na­tur-Coach aus­bil­den las­sen.

Auch in Sachen Naturpädagogik kennt sie sich aus; sie geht mit Gruppen oder einzelnen Erwachsenen und Kindern in die Natur, an schöne Orte im Wald, an Gewässer oder in Parks, sie lässt sie erfahren, was etwa »Waldbaden« bedeutet. Außerdem ist sie Naturresilienz-Trainerin.

Hilfe zur Selbsthilfe

»Seit 1995 unterrichte ich Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Bereich Entspannungstechniken, Yoga und mehr. Meine Liebe zur Natur von Kindesbeinen an führte mich geradewegs dahin, wo ich nun unterwegs bin«, erzählt die 49-jährige Mutter von drei Kindern, die auch Yoga-Lehrerin ist und in der Natur Yoga unterrichtet. Während ihrer Ausbildung zum Natur-Coach lernte sie auch, wie man Menschen im Wald Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. Auf ihrer Homepage beschreibt sie ihr Anliegen: »Die Kraft und die Weisheit der Natur nutzen und sich bei einem Coaching mit den Fragen des Lebens im Wald entspannen und Lösungen zu finden. Hilfe zur Selbsthilfe auf den verschiedenen Wegen in der Natur mit persönlich abgestimmten Interventionen.«

Sie ist mit den Teilnehmern ihrer Kurse meistens im Bereich Heigenbrücken, Heinrichsthal, Jakobsthal und Habichtsthal (Landkreis Aschaffenburg sowie Kreis Main-Spessart) unterwegs, bisweilen auch in der Natur rund um Aschaffenburg, Goldbach und Hösbach. Alexandra Dorn ist Mitglied im Verein Erlebnisraum MenschNatur e.V. und Ortsbeauftragte für den BVWA (Bundesverband für Waldbaden) in Unterfranken. Für die Gemeinde Heigenbrücken bietet sie Naturpädagogik-Führungen in Kooperation mit dem Tierpark und dem Kletterwald Heigenbrücken an.

Ihr Engagement ist vielfältig: »Ich übernehme auch Gruppen für die Jugendpflege Hösbach und arbeite mit dem Familienstützpunkt Hochspessart Heinrichsthal zusammen.«

Mit Kindern und Jugendlichen im Wald möchte sie Zeit und Raum geben für Naturbegegnungen und Naturerlebnisse, für Spiel und Bewegung, Basteln und Kreativität, Ruhe und Kommunikation. Anhand von thematischen Schwerpunkten wie dem Hegen und Pflegen der Natur sollen die Kinder ihre Sinne erforschen, die Elemente und die Jahreszeiten erleben, Bewegungsanreize haben - und dabei auch kreativ werden, etwa beim Bau eines »Waldsofas«.

In Corona-Zeiten ist das Erleben in der Gruppe natürlich schwierig, hier konnte sie bisher meist nur Einzel-Coachings anbieten, für Gruppen habe sie aber eine virtuelle Möglichkeit entwickelt: »Lebendig-Online-In-Naturverbindung« hat sie sie genannt. Allerdings scheuten sich viele Menschen bisher, auf diese Weise in die Natur zu kommen.

Da sie selbst der Natur viel Respekt entgegenbringe, möchte sie auch gerne Menschen mitteilen, »dass wir uns unbedingt mit ihr arrangieren sollten«. Einem Kind das schöne Reh im Park zu zeigen und dann den eigenen Müll nicht mit nach Hause zu nehmen, sei kein respektvoller Umgang mit Natur und Tierwelt. »Wir betreten die Wohnzimmer und Schlafzimmer der Tiere und sollten uns daher auch unbedingt mit Bedacht und Aufmerksamkeit dort bewegen.«

Alexandra Dorn selbst geht viel in den Wald. »Der Wald ist mein absoluter Kraftort, er gibt tiefe Ruhe und Klarheit«, sagt sie. Er wirke auf Geist, Emotion und Körper gleichzeitig. »Der Wald tut gut und es ist auch wissenschaftlich belegt, dass ein mehrstündiger Aufenthalt im Wald gesundheitsfördernd ist. Die Widerstands- und Selbstheilungskräfte werden gestärkt und unser Nervensystem kann zur Ruhe kommen.« Oft käme sie mit mehr Selbstvertrauen aus dem Wald zurück und könne so Entscheidungen besser treffen.

Tieren ihren Raum geben

Doch was hat der Wald von uns Menschen? »Wir können dem Wald viel zurückgeben«, meint Dorn. Angefangen von respektvollem Bewegen in ihm bis hin zur Müllvermeidung. Auch sei es wichtig, den Wald einfach mal sein zu lassen, den Tieren ihren Raum zu geben und sie jahreszeitengerecht in Ruhe zu lassen.

So haben beide Seiten etwas voneinander, die Menschen kommen in der Corona-Zeit der Natur wieder näher, und diese wird neu entdeckt und vielleicht dadurch mehr respektiert und künftig besser geschützt.

Hintergrund

Alexandra Dorn ist Natur-Coach. Oben ein Arrangement aus dem - hier noch herbstlichen - Wald. Fotos:

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