Donnerstag, 29.07.2021

Kleiner Ball auf großem Rasen

Outdoor-Sport: Golf lernen erfordert Geduld - Schnupperkurse nutzen

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Vom Profi lernen: Den richtigen Schwung lässt man sich am besten von einem Golflehrer zeigen. Foto: Uwe Anspach (dpa)
Foto: Uwe Anspach
Auch im Main­vier­eck spie­len im­mer mehr Men­schen Golf. Sie al­le ha­ben ein­mal klein an­ge­fan­gen und da­bei ge­lernt: Der Weg zum ver­sier­ten Golf­spie­ler ist lang - macht aber auch Spaß.

Wer Golf lernen möchte, sollte vor allem Geduld haben. Hunderte von Schlägen gehen daneben, bis endlich ein Ball mit dem satten »Plopp« getroffen wird. Bis dahin leidet das Grün der Driving Range. Mit Pech fliegt am Anfang das Gras weiter als der Ball. Da tröstet auch das trockene »Dafür ist der Rasen da« des Golflehrers nicht sehr. »Einfach weitermachen«, rät Julia Kramer vom Deutschen Golfverband (DGV) in Wiesbaden. Irgendwann treffe man den Ball sauber. »Und dann will man gar nicht mehr aufhören.«

»Üben, üben, üben«

Eine Begabung für Golf gibt es sicher, aber die meisten müssen das Spiel schlicht lernen. »Golf ist der koordinationsstärkste Sport neben dem Stabhochsprung«, erläutert Kramer. »Da dauert es einfach, bis man Bewegungsgefühl bekommt.« Auch Golflehrer Thorsten Schulz setzt auf Ausdauer. »Üben, üben, üben«, sagt er. »Man kann nicht oft genug auf der Driving Range stehen.«

Eine Altersgrenze zum Golfen gibt es nicht. »Zum Lernen ist der Mensch nie zu alt«, sagt Sportmediziner Holger Herwegen. »Golfanfänger sind in der Regel keine jungen Sportler, sondern Menschen, die schon jahrelang im Beruf stehen oder bereits pensioniert sind«, so Herwegen. Alle können bereits Zipperlein haben, die dann zum Problem werden können. »Am besten spricht man Vorschäden vor der ersten Golfstunde an - dann kann beim Training darauf Rücksicht genommenwerden«, rät Herwegen. »Verletzungen, die allein durch Golf begründet sind, gibt es aber eigentlich nicht - es sei denn, Sie werden vom Golfball getroffen.«

Neutralschwung

Allzu verbissen sollte trotzdem niemand auf den Ball eindreschen. »Das Wichtigste ist, locker zu sein«, sagt Schulz. »Der optimale Schwung wird Neutralschwung genannt«, erläutert Herwegen. Und der werde auch von den individuellen Besonderheiten beeinflusst - wie Haltung und Rückenbeschwerden des Schülers. »Da sind neben den Sportmedizinern wieder die Trainer in der Verantwortung.«

Wer dann irgendwann regelmäßig gut trifft und auch in die richtige Richtung schlägt, darf das erste Mal auf den Platz - aber nur mit dem Golflehrer. Und allein dieser entscheidet auch, wannseine Schüler gut genug für das richtige Grün sind. Solange wird auf der Driving Range geübt. Erst mit der Platzreife in der Tasche darf der Platz ohne Lehrer bespielt werden. Das ist dann wie das erste Mal Autofahren ohne Fahrlehrer.

Probestunde vereinbaren

Erste Erfahrung vermittelt ein Schnupperkurs bei einem Golfclub oder ein Gang über eine öffentliche Anlage, die auch ohne Platzreife bespielt werden darf. Der Golfclub hat den Vorteil, dass dort Golflehrer eine Einweisung geben und den Neuling begleiten.

Bei wem man Golf lernt, ist auch nicht egal. Ein guter Lehrer kann die Begeisterung für Golf wecken, ein schlechter kann sie im Keim ersticken. Am besten ist es, eine Probestunde zu vereinbaren und zu schauen, ob die Chemie stimmt.

Gespielt werden kann bei jedem Wetter. »Anfänger sollten aber nicht bei Regen spielen, solange sie den Schwung nicht richtig beherrschen«, so Thorsten Schulz. Der lange Gang durch die frische Luft bei jedem Wetter ist fast das Wertvollste am Golf, findet Sportmediziner Herwegen. »Im Grunde ist es ein langer Spaziergang mit dem hohem kreativen Anforderungs?charakter, dabei den Ball von A nach B zu schlagen.«

Hintergrund

» Man kann nicht oft genug auf der Driving Range stehen.«

Thorsten Schulz,Golflehrer

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