Dienstag, 27.07.2021

Die Welt im Kleinen

Abenteuer: Vor 100 Jahren entstanden erste Miniaturen in der Obrunnschlucht

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Zu den neueren Objekten zählt der Spielplatz Lummerland mit Holzlokomotive Emma und einem Piratenfloß der Wilden 13. Foto: Giebenhain
Foto: Manfred Giebenhain
Die Mi­nia­tur­welt in der Obrunn­schlucht von Höchst im Oden­wald wird in die­sen Ta­gen hun­dert Jah­re alt. Was 1920 mit ers­ten Mär­chen­fi­gu­ren aus Holz be­gon­nen hat, zählt heu­te zu den be­lieb­tes­ten Nah­er­ho­lungs­zie­len im nörd­li­chen Oden­wald, wo Fa­mi­li­en und Kin­der eben­so auf ih­re Kos­ten kom­men wie äl­te­re Men­schen.

Der Interessengemeinschaft Obrunnschlucht ist es zu verdanken, dass heute entlang des Bachlaufs nicht nur rein dekorative Holznachbauten von Gebäuden und Figuren, sondern auch Spielmöglichkeiten vom Wasserrad bis zum Holzspielplatz Besucher in den tiefen Taleinschnitt locken.

Die Idee, ansehnliche Gebäude aus der Umgebung wie das Kloster Höchst oder die Bergkirche von Mümling-Grumbach, nachzubilden, hatte seinerzeit der örtliche Odenwaldklub. Ein alter Baumbestand und die wenigen Sonnenstrahlen, die durch das dichten Blätterdach hindurch dringen, verleihen dem gut drei Kilometer langen, verschlungenen Talpfad einen Hauch von Entdeckerlust. Mehrere Brücken kreuzen den Obrunnbach, ein Wasserrad kündigt schon von weitem seinen pausenlosen Einsatz an. Dagegen nimmt der Wanderer von dem Verkehr der parallel verlaufenden Landstraße erst gegen Ende des Wegs Notiz. Die Erklärung ist recht einfach: Das längste Stück des Wegs liegt in einem 17 Meter tiefen Taleinschnitt, in den nur natürliche Geräusche eindringen.

Mäuseturm und Rübezahl

Die IG Obrunnschlucht hat im Laufe der 15 Jahre, seitdem sie die Pflege der Anlage übernommen hat, die Miniaturwelt um stets neue Objekte bereichert. Die Mischung aus Märchenwald und Spielplatz lässt unterwegs keine Langeweile aufkommen und regt die Fantasie an. Wie echte Mäuse tanzen quirlige Nachbildungen auf den Zinnen des Mäuseturms und wer weiß, ob die Nachtvögel in der Eulenmühle wirklich nur nachgestellt sind.

Scheinbar wie aus dem Nichts taucht Rübezahl mit seinem grauen Bart und stieren Gesichtsausdruck auf wie der Scheinriese in Jim Knopfs Abenteuerreise. Mehrere Teiche, an deren Ufer Ruhebänke zum Verweilen einladen, strömen eine meditative Ruhe aus.

Mit zwei mal zwei Metern zählt die in Form und Farbe dem Schloss Neuschwanstein nachempfundene Schwanenburg zu den größten Objekten. Besonders für Kinder attraktiv ist die kleine Anlage am Rastplatz, unweit des auf der anderen Straßenseite gelegenen weiteren Parkplatzes. Ein begehbares Holzhäuschen, ein kleiner Brunnen und eine über alles hinweg ragende Windmühle bieten vielfältige Spielmöglichkeiten.

Stichwort: Anfahrt und Verlauf

Die Obrunnschlucht beginnt am südöstlichen Ende eines Wohngebiets von Höchst und verläuft parallel zur Rimhorner Straße. Im Kreisverkehr am Ortsende folgt man der Ausfahrt nach Rimhorn. Kurz darauf zweigt rechts der Obrunnweg ab. Nach wenigen hundert Metern erreicht man einen Parkplatz mit Zugang zur Schlucht. Am Ende des Obrunnwegs steht ein Hinweisschild des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwalds, das Auskunft über die Entstehung der Schlucht vor etwa 180 Millionen Jahren gibt. Für bewegungseingeschränkte Besucher kommt nur dieser Zugang in Frage. Nach knapp 300 Metern sind, auf der Höhe des Wasserrads, einige Treppenstufen zu überwinden. Von hier an verläuft der Weg auch über kleine Holzbrücken, die den Obrunnbach überqueren. Der Weg durch die Schlucht ist etwa drei Kilometer lang, kann auch als Rundweg (4,8 Kilometer, Markierung R 4) begangen werden. Am oberen Ende des Märchenwalds befindet sich ein Spielplatz, der auch vom Waldparkplatz aus erreichbar ist. ()

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