Sonntag, 23.01.2022

Tücken beim Kauf von Treppenliften

Verbraucherschutz: Widerspruchsrechte und Wartungsverträge genau ansehen

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Viele Senioren trauen sich nicht mehr zu, die Treppe zu Hause zu benutzen.
Foto: Nicolas Armer/ dpa-tmn
Er nimmt den Stu­fen ih­ren Sch­re­cken und er­laubt Äl­te­ren mehr Mo­bi­li­tät in den ei­ge­nen vier Wän­den. Doch die In­ves­ti­ti­on in ei­nen Trep­pen­lift will gut über­legt sein - man soll­te nichts über­stür­zen, denn beim Ser­vice der An­bie­ter hakt es laut Ver­brau­cher­schüt­zern teils ge­wal­tig.

Die Liste der Beschwerden in einer bundesweiten Umfrage unter Nutzerinnen und Nutzern mit Treppenlift-Problemen ist lang und vielfältig, wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg berichtet.

So wurden die teils mehr als 10.000 Euro teuren Anlagen nicht wie abgesprochen verbaut oder Liefertermine nicht eingehalten. Andere beklagten überteuerte Ersatzteile, Abzocke bei Wartungsverträgen und schlecht erreichbare Kunden-Hotlines. Ein weitererr Punkt, zu dem es nach Angaben der Verbraucherzentrale in Stuttgart viele Beschwerden gab, waren fehlende Informationen über Widerrufsrechte. Die Verbraucherschützer betonen: Beim Abschluss von Verträgen über den Einbau von Treppenliften steht Kunden grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu.

Werden Kunden beim Abschluss eines Vertrages nicht über das Widerrufsrecht informiert oder behaupte der Anbieter, dass kein Widerruf möglich sei, verlängere sich die Möglichkeit des Widerrufs. Und zwar auf dann 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss.

Die Frage des Widerrufsrechts bei Treppenliften beschäftigt immer wieder die Gerichte. Die Verbraucherschützer raten Interessenten, unbedingt mehrere Angebote von Treppenlift-Anbietern einzuholen und einzelne Posten genau zu vergleichen. Unter anderem wegen verschiedener technischer Umsetzungen kann es Preisunterschiede von Tausenden Euro geben.Vielleicht lohnt es sich eher, einen gebrauchten Lift zu kaufen - hier gibt es spezialisierte Anbieter - oder eine Anlage zu mieten.

Informationen über das Angebot am Markt, Möglichkeiten zur Finanzierung und auch rechtliche Fragen gibt es zum Beispiel bei den Wohnberatungsstellen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung.

Die Verbraucherschützer raten, sich erst nach der Beratung einen geeigneten Anbieter zu suchen - idealerweise in Wohnortnähe. Zunächst sollte man ein unverbindliches Gespräch führen und sich keinesfalls zu einem voreiligen Vertragsabschluss drängen lassen. Im Einzelnen sollte man sich laut der Verbraucherzentrale diese Fragen stellen und die Angebote daraufhin abklopfen:

Gibt es versteckte Kosten im Wartungsvertrag?
Wie oft soll es Inspektionen oder Wartungsarbeiten geben? Gibt es eine Notrufnummer im Falle einer Störung? Ist ein Ansprechpartner in der Nähe genannt, damit man im Fall von Problemen schnell Hilfe bekommen kann?
Gibt es einen Festpreis für den Einbau?
Gibt es Erfahrungsberichte zu dem Anbieter im persönlichen Umfeld oder im Internet?  Gibt es eingebaute Modelle, die man sich anschauen kann?
Gibt es Zertifizierungen, etwa von einer TÜV-Organisation oder anderen Prüfinstituten? Welche Garantien werden gegeben?

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