Dienstag, 18.01.2022

Streit ums Erbe vermeiden

Nachlass: Testamentsvollstrecker übernimmt die Verteilung

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Kein seltener Fall: eine Erbengemeinschaft gerät in Streit um ein Haus.
Foto: Christin Klose (dpa)
Erb­fäl­le sind sel­ten ein­fach. Oft gibt es meh­re­re Er­ben, die ge­mein­sam ei­ne Er­ben­ge­mein­schaft bil­den. Über die Ver­tei­lung oder den Ver­kauf der ein­zel­nen Nach­lass­ge­gen­stän­de müs­sen sich al­le Er­ben ei­ni­gen, er­klärt die Bun­des­notar­kam­mer in Ber­lin. Nicht sel­ten kommt es da­bei zu ei­nem St­reit.
Genaue Vorgaben

Über die Anordnung von einer Testamentsvollstreckung im Testament oder einen Erbvertrag kann das verhindert werden. Der Testamentsvollstrecker verteilt den Nachlass so, wie es der Erblasser oder die Erblasserin wollte. Hierfür kann und sollte es genaue Vorgaben geben. Möglich ist es auch, die Nachlassverteilung in das Ermessen des Testamentsvollstreckers zu stellen.

Jener kann für die Dauer des Amtes zudem Auflagen des Erblassers durchsetzen, etwa dass ein Haus für eine gewisse Zeit nicht verkauft wird. Ebenfalls kann es zur Aufgabe gehören, den Nachlass für die Erben über einen bestimmten Zeitraum und nach den Vorgaben im Testament zu verwalten, insbesondere wenn die Erben minderjährig sind.

Häufig wird die Testamentsvollstreckung bis zum 25. Lebensjahr der Erben angeordnet und bestimmt, dass bis dahin aus dem Nachlass der Unterhalt sowie die Ausbildung der Erben finanziert werden sollen.

Vorteilhaft ist dann, dass der Testamentsvollstrecker nicht denselben Kontrollmechanismen wie ein gesetzlicher Vertreter unterliegt. Anders als die Eltern beziehungsweise der Vormund braucht er etwa keine familiengerichtliche Genehmigung für den Verkauf einer Immobilie, so die Bundesnotarkammer.

Geeignete Person

Die ausgewählte Person sollte fachlich und persönlich geeignet und mit der Amtsübernahme einverstanden sein. Der Testamentsvollstrecker oder die Testamentsvollstreckerin muss den Erben nötigenfalls Paroli bieten oder sie fürsorglich unterstützen können, erklärt die Bundesnotarkammer.

Vorsicht ist geboten, wenn Testamentsvollstrecker gleichzeitig zum Vormund der Erben berufen werden. Dann kann die Bestellung eines Ergänzungspflegers nötig werden, den Erblasser aber vorsorglich benennen können.

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