Montag, 17.05.2021

Rentner in der Steuerpflicht

Steuererklärung: Immer mehr Ältere müssen sie abgeben

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In der Steuererklärung können etliche Ausgaben geltend gemacht werden, wie zum Beispiel Kosten für Medikamente, Brillen oder Therapien.
Foto: Christin Klose
Zwar müs­sen die meis­ten Rent­ner und Rent­ne­rin­nen kei­ne Steu­ern zah­len. Doch durch die Ren­ten­er­höh­ung im letz­ten Jahr kann ei­ne Steu­erpf­licht ent­stan­den sein. Dann ist auch ei­ne Steue­r­er­klär­ung nö­t­ig. Im­mer dann, wenn das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men den jähr­li­chen Grund­f­rei­be­trag über­sch­rei­tet, ist das der Fall.

Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund hin. 2020 lag er für Alleinstehende bei 9408 Euro und für Verheiratete bei 18 816 Euro.

Zum 1. Juli 2020 hat es eine ordentliche Rentenerhöhung gegeben. Dadurch kann der eine oder die andere in die Steuerpflicht gerutscht sein und muss eine Steuererklärung abgeben. Zumindest sollte kein Rentner und keine Rentnerin davon ausgehen, dass das Finanzamt sie automatisch weiterhin nicht behelligt, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Das heißt aber nicht unbedingt, dass auch Steuern fällig werden.

Wer 2005 oder früher in Rente gegangen ist, für den sind 50 Prozent der Bruttorente steuerpflichtig - der Rest ist steuerfrei. Dieser Anteil verändert sich im Laufe der Jahre nicht mehr. Mit jedem späteren Rentenjahrgang vergrößert sich dieser Anteil und liegt bei Rentenbeginn im Jahr 2020 schon bei 80 Prozent.

Darüber hinaus können etliche Aufwendungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden. So können Rentner und Rentnerinnen zahlreiche Ausgaben abziehen, zum Beispiel Spenden, Kosten für Medikamente, Brillen oder anerkannte Therapien. Auch Kosten für eine Haushaltshilfe oder Handwerkerarbeiten gehören dazu. Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung sind ebenfalls abzugsfähig.

Stichtag 2. August

Wer keine Aufwendungen erklärt oder nachweist, dem bescheinigt das Finanzamt automatisch einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro. Für Sonderausgaben gilt ein Pauschbetrag von 36 Euro. Bis spätestens am 2. August 2021 muss die Steuererklärung für 2020 beim Finanzamt sein. Übernehmen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater die Erklärung, ist der 28. Februar 2022 Stichtag.

Grundsätzlich kann das Finanzamt für die letzten sieben Jahre zur Abgabe einer Erklärung auffordern. Außerdem werden nach 15 Monaten Karenzzeit Zinsen fällig, hinzu kommt für Steuernachzahlungen ein Verspätungszuschlag. Besser ist es also, sich zu informieren, ob man steuerpflichtig ist, und seine Erklärung abzugeben.

Rentenempfänger können Unterstützung für ihre Steuererklärung bekommen. Auf Wunsch stellt die Deutsche Rentenversicherung kostenlose Bescheinigungen aus, die alle steuerrechtlich relevanten Beträge enthalten.

Allerdings ist es aufgrund der automatischen Datenübertragung von der Rentenversicherung an das zuständige Finanzamt seit diesem Jahr nicht zwingend erforderlich, die Daten in die »Anlage R« und »Altersvorsorgeaufwand« einzutragen. Sinnvoll ist das Eintragen, wenn eine elektronische Steuererklärung abgegeben wird, und man sich vorab die mögliche Rückerstattung ausrechnen lassen will.

Wer schon einmal eine Rentenbezugsmitteilung beantragt hat, erhält die Bescheinigung automatisch. Wird die Rentenbezugsmitteilung zur Vorlage beim Finanzamt erstmalig benötigt, kann sie im Internet angefordert werden.

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