Donnerstag, 27.01.2022

Es gibt Alternativen zur Gymnastik

Für Ältere: Mit Gehfußball, Tischtennis oder Tanz im Alter fit bleiben

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Sport für alle: Im Gehfußball-Team der TuS Essen-Holsterhausen ist ein Spieler dabei, der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Foto: Kirsten Neumann (dpa)
Foto: Kirsten Neumann
Ran an die Platte: Tischtennis ist gut für die Auge-Hand-Koordination. Foto: Jens Kalaene (dpa)
Foto: Jens Kalaene
Nichts ge­gen Gym­nas­tik­übun­gen. Aber wer im Al­ter ak­tiv blei­ben möch­te, muss nicht un­be­dingt nur dar­auf set­zen. Es gibt span­nen­de Al­ter­na­ti­ven zu Gym­nas­tik, Schwim­men oder Nor­dic Wal­king als Klas­si­kern un­ter den Sport­an­ge­bo­ten für Äl­te­re. Wich­tig ist, dass der Sport Freu­de macht und das Ver­let­zungs­ri­si­ko über­schau­bar ist.

Wer im fortgeschrittenen Alter übers Sporttreiben nachdenkt, sollte sich Fragen wie diese stellen: Was macht mir Spaß oder hat mir früher Spaß gemacht? Diesen Rat gibt Philip Messerschmidt, der als Personal Trainer für Seniorinnen und Senioren sowie Späteinsteiger viele ältere Kunden betreut. Die zweite Frage sei die nach der Verträglichkeit: »Oft bestehen ja nun mal körperliche Einschränkungen.« Wer sich fit genug fühlt - und das bestenfalls auch medizinisch abgeklärt hat - kann zum Beispiel Tischtennis spielen: »Es fördert unter anderem die Auge-Hand-Koordination, die Gewandtheit und die Beweglichkeit«, sagt Messerschmidt.

Wettkampf macht Spaß

Der Wettkampfcharakter bei Spielsportarten wie Tischtennis sei auch positiv, hebt der Experte hervor. Das mache vielen Menschen mehr Spaß, als alleine zu joggen oder Gymnastikübungen auszuführen. Eine weitere gut geeignete Sportart ist Gehfußball. »Die Regeln sind ähnlich wie beim normalen Fußball«, erklärt Rainer Küpper, der beim TuS Essen-Holsterhausen das »Walking Football«-Team trainiert. »Nur das Laufen ist verboten - egal, ob mit oder ohne Ball.«

So ist der Sport wie gemacht für Menschen, deren Herz für den Fußball schlägt, die sich in den klassischen Fußballmannschaften aufgrund ihres Alters oder körperlicher Beschwerden aber nicht mehr wohlfühlen.

Das Feld beim Gehfußball ist 20 mal 40 Meter groß, es gibt keinen Torwart, meist sind sechs Feldspieler pro Mannschaft im Einsatz. »Der Ball darf nur bis Hüfthöhe gespielt werden«, sagt Küpper. Grätschen und grober Körperkontakt sind verboten. Diese Regeln zielen darauf ab, Verletzungen und körperliche Überforderungen zu vermeiden.

In der Mannschaft von Küpper liegt das Mindestalter bei 55 Jahren; nach oben sind keine Grenzen gesetzt. »Wir haben einen Senior dabei, der im letzten Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat«, sagt Küpper. Es gibt Spieler mit neuer Hüfte oder künstlichem Kniegelenk. Körperliche Einschränkungen müssen beim Walking Football kein Hindernis sein.

Wer lieber auf Rollen unterwegs ist, kann sich an Inline Skating in der Senioren-Variante wagen: Hier gibt es manchmal spezielle Kurse, in denen Teilnehmende zur Unterstützung beispielsweise einen Einkaufswagen vor sich herschieben.

»Inline-Skating fördert neben der Ausdauer auch die Körperbeherrschung«, sagt Personal Trainer Messerschmidt. Die Körperbeherrschung sei gerade im höheren Alter wichtig, um Stürze zu vermeiden. »Andererseits ist das Sturzrisiko beim Inline-Skating nicht zu unterschätzen«, gibt er zu bedenken. Man sollte hier sorgfältig Nutzen und Risiko abwägen.

Der Experte würde Inline Skating nicht als erste Wahl für beeinträchtigte Seniorinnen und Senioren empfehlen. Fitte Sportler könnten es mit guter Schutzausrüstung aber auch im Alter testen.

Wer sich gerne zu Musik bewegt, kann auf verschiedene Tanzarten setzen: So könne man sich - wenn kein zu hoher Blutdruck oder andere Risiken dagegensprechen - auch in eine Zumba-Stunde wagen, schlägt Messerschmidt vor.

Oder man belegt einen Line-Dance-Kurs. Hier wird choreografiert getanzt. Wegen der unterschiedlichen Schrittfolgen, Drehungen und Richtungswechsel sei das super für Ältere geeignet, so der Personal Trainer. So bleibe man agil, wendig und flink - »auch im Kopf«. Dazu kommt: Idealerweise sind in dem Kurs alle Altersgruppen gemeinsam aktiv. So erlebt man auch ein schönes Miteinander.

Pandemie setzt Grenzen

Die Corona-Pandemie hat solche Sportangebote beeinträchtigt. Gehfußball-Trainer Küpper kann davon ein Lied singen: »Wir konnten Monate nicht auf die Platzanlage und hatten dann Einschränkungen bezüglich Umkleide und Duschen hinzunehmen«, sagt er. Aktuell trainiert das Team wieder.

Für jede und jeden Sporttreibenden bleibt der Rat, weiter dranzubleiben oder wieder anzufangen - im Rahmen der Möglichkeiten, die die Pandemie zulässt.

Hintergrund

» Der Ball darf nur bis Hüfthöhe gespielt werden.«

Rainer Küpper,Walking-Football-Trainer

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