Donnerstag, 27.01.2022

Erste Schritte im Netz

Internet: Tipps für Senioren, um sich mit der digitalen Welt vertraut zu machen

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Es muss nicht immer ein PC sein - für manche Nutzerinnen und Nutzer erfüllt auch ein Smartphone alle Online-Bedürfnisse.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Die Mög­lich­kei­ten des In­ter­nets kön­nen ein­schüch­t­ernd wir­ken, wenn man die­se Welt noch nicht kennt. Auch Äl­te­re kön­nen viel ge­win­nen, wenn sie sich die di­gi­ta­le Welt er­sch­lie­ßen. »Ge­ra­de in An­be­tracht der Pan­de­mie ist deut­lich ge­wor­den, wel­chen Nut­zen das In­ter­net hat.Etwa, wenn es darum geht, Kontakt zu halten oder sich mit anderen Menschen auszutauschen«, sagt die Medienpädagogin Lisa Gröschel vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.

Darüber hinaus sind Internetdienste in fast jedem Bereich des Alltags hilfreich: Mit der Nahverkehrs-App ist der Weg zum neuen Arzt fix recherchiert, Nachrichtenportale liefern aktuelle Informationen. »Online zu sein, ermöglicht mehr gesellschaftliche Teilhabe und Unabhängigkeit«, fasst Janina Stiel von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) zusammen.

Der Weg dahin fällt älteren Menschen nicht immer leicht. Eine Hürde ist oftmals die Technik: Kann ich in meinem Alter noch lernen, ein Tablet oder einen Computer zu bedienen? Komme ich mit den vielen Programmen und Apps klar?

Richtige Ausrüstung

»Viele ältere Leute haben zudem Angst, etwas kaputt zu machen«, beobachtet die Digital-Expertin Roswitha Uhde, die als Mentorin ältere Frauen dabei unterstützt, sich das Internet zu erschließen. »Ich sage dann: Man kann mit einem Klick selten etwas zerstören und das Internet lässt sich sowieso nicht löschen.«

Wer sich auf seine erste Expedition in die digitale Welt begibt, braucht die richtige Ausrüstung. Genauer gesagt: ein Gerät, das sich mit dem Internet verbinden kann. »Ob ein Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone die beste Wahl ist, hängt von den jeweiligen Bedürfnissen und Interessen ab«, sagt BAGSO-Expertin Stiel.

Viele ältere Leute fühlen sich mit einem Tablet wohler, weil sie Text und Bilder so größer vor sich haben als auf einem Smartphone. Wer vor allem unterwegs online sein will, zum Beispiel um Wanderrouten parat zu haben, trifft mit einem Smartphone die bessere Wahl.

Wie beim Gerät hängt auch die Frage nach der Art des Internetzugangs von den individuellen Bedürfnissen ab. Wer das Internet viel zu Hause nutzen möchte, um etwa Sendungen in den Mediatheken der TV-Sender zu schauen oder mit den Liebsten über Video zu chatten, sollte sich einen WLAN-Router zulegen und eine Internet-Flatrate.

Wer nur hin und wieder etwas im Netz recherchiert oder Fotos per Messenger schicken und empfangen möchte, für den kann indes ein Mobilfunkvertrag mit einem begrenzten Datenvolumen reichen.

Schritte notieren

Steht die Technik, kann es losgehen. »Generell sollte man mit etwas anfangen, was einen wirklich interessiert«, rät Janina Stiel. Wer zum Beispiel gerne strickt, kann im Internet nach neuen Mustern suchen. Typische erste »Online-Schritte« sind das Einrichten eines E-Mail-Postfachs und das Recherchieren über Suchmaschinen.

Vielen hilft es, sich die einzelnen Schritte, etwa zum Versenden einer E-Mail, zu notieren. Auch das Installieren und Ausprobieren verschiedener Apps trägt dazu bei, sich nach und nach die digitale Welt zu erschließen. »Durch Apps lässt sich die Internetnutzung gut strukturieren«, sagt Medienpädagogin Gröschel.

Bei Unklarheiten heißt es oft: Frag' doch mal den Enkel! Nach Einschätzung von Gröschel sollte man davon aber nicht zu viel erwarten. »Die Familie ist nicht immer die beste Anlaufstelle, wenn es um Fragen zur Internetnutzung geht«, sagt sie. Ältere erschließen sich Technik ganz anders als Jüngere, die Suchmaschinen und soziale Medien schon lange kennen oder sogar damit aufgewachsen sind. »In vielen Städten organisieren Ehrenamtliche offene PC-Treffs, wo auch Internetsprechstunden angeboten werden«, sagt Gröschel. Wer dort den Austausch sucht, findet ihn auf Augenhöhe: Oft sind es ältere Leute, die dort ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen.

Hintergrund

Es muss nicht immer ein PC sein - für manche Nutzerinnen und Nutzer erfüllt auch ein Smartphone die Bedürfnisse.

Hintergrund: Nützliche Infos

Verschiedene Angebote im Netz sind auf Ältere zugeschnitten und liefern nützliche Infos. Dazu zählen die Portale »Digital-Kompass« (www.digital-kompass.de) und »Wissensdurstig« (www.wissensdurstig.de) sowie die Youtube-Kanäle »Helga hilft« und »Wege aus der Einsamkeit«, in denen verschiedene Fragen in kurzen Videos erklärt werden.

Wer es lieber gedruckt mag, kann sich die kostenfreie Broschüre »Wegweiser durch die digitale Welt« beim Publikationsservice der Bundesregierung bestellen, Telefon 030 182722721. ()

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