Dienstag, 25.01.2022

Die Haarpracht bewahren

Attraktivität: Richtige Pflege und Ernährung helfen gegen sprödes und dünnes Haar

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Im Alter werden die Haare meist spröde und verlieren an Glanz und Kraft. Die richtige Ernährung und Pflege können hier oft viel bewirken.
Foto: Zerocreatives/Westend61 (dpa)
Ei­ne tol­le Haar­pracht auch im Al­ter? Ja, das geht. Die rich­ti­ge Pf­le­ge und ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung ma­chen es oft mög­lich. Und es gibt noch wei­te­re An­sät­ze, die man aus­pro­bie­ren kann.

Top frisiert und geschnitten: Auf ihre Haare legen besonders Frauen eine Menge Wert. Leider ist es oft so, dass die Haare im Alter zunehmend spröde statt formbar sind,. Sie verlieren an Kraft und Glanz verlieren und werden immer dünner.

Dafür muss sich niemand schämen. Es ist natürlich. »Das ist ein normaler Alterungsprozess der Haarwurzeln«, erklärt Andreas Finner, Experte für Haarmedizin und Haartransplantation in Berlin. Dennoch wäre es schön, wenn man den Prozess zum Guten beeinflussen könnte. Das geht durchaus.

Erste Anlaufstellen für eine Beratung zum Thema sind neben der Friseurin oder dem Friseur des Vertrauens auch Hautärzte. Viele von ihnen bieten eine Haarsprechstunde an. Dort können Mangelzustände oder krankhafte Ursachen für ungesund aussehendes Haar oder auch Haarausfall abgeklärt und behandelt werden.

Stress bis Schilddrüse

Der Grund für dünner werdendes Haar kann neben hormonellen Veränderungen etwa eine Störung der Schilddrüse sein. Stress und Vitaminmangel wirken sich ebenfalls nicht gut auf die Haare aus. In solchen Fällen zeigen regelmäßige Entspannung und eine ausgewogene und gesunde Ernährung womöglich schon Effekte. Wichtige Stoffe sind Zink, Vitamin D und Biotin. Zink ist etwa in Milch, Joghurt, Käse und Fleisch enthalten. Vitamin D findet sich zum Beispiel in fettreichen Fischen wie Makrele, Lachs und Hering. Leber, Eigelb und Hefe sind etwa Biotin-Quellen. »Bei brüchigen Haaren kann eine zusätzliche Einnahme von Kapseln mit Medizinalhefe, der Aminosäure Cystin und B-Vitaminen helfen«, sagt Finner.

Viel trinken

Die Haare profitieren aber auch von einer Änderung alltäglicher Gewohnheiten. Der Aachener Friseurmeister Antonio Weinitschke rät, viel zu trinken. Die Begründung: Wird dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt, werden die Hautzellen und auch die Kopfhautzellen trocken. An die Haarwurzeln gelangt somit nicht genügend Feuchtigkeit.

Dazu kommt, dass die Kopfhaut mit fortschreitendem Alter weniger Talg produziert - auch dadurch wird das Haar trockener. Umso mehr kommt es auf eine auf den Typ abgestimmte Pflege an. Weinitschke empfiehlt in der Regel ein mildes Shampoo. Die Haare mit möglichst kühlem Wasser ausspülen. Anschließend können Spülungen oder Kurpackungen sprödem oder trockenem Haar mehr Feuchtigkeit und Spannkraft geben.

Achtung: Feines Haar nicht zu reichhaltig pflegen. »Mitunter sieht das Haar fluffiger aus, wenn man es öfter mit weniger gehaltvolle  Shampoo für feines Haar wäscht«, sagt Dermatologe Finner. Eine Dauerwelle kann der Frisur zusätzliche Fülle geben. Wichtig ist, dass sie fachgerecht und auf den Haartyp abgestimmt erfolgt.

Achtung heißer Föhn

Haarspray, das oft für zusätzlichen Glanz sorgt, schadet dem Haar auch im Alter nicht. Aggressives Durchbürsten hingegen ist ebenso zu vermeiden wie zu heißes Föhnen und Toupieren. Das kann zu weiteren Schädigungen des Haares führen. Das Färben der Haare wiederum ist im Alter weiterhin problemlos möglich. Die neue Haarfarbe sorgt oft für mehr Glanz in den Haaren und schützt sie vor UV-Strahlung.

Hormonelle Veränderungen in der Menopause können sich ebenfalls ungünstig auf die Haarpracht auswirken. »Eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen nur wegen der Haare ist aber nicht generell zu empfehlen«, sagt Hautarzt Finner. Auch pflanzliche Phytoöstrogene bringen nicht unbedingt den gewünschten Erfolg. Laut dem Mediziner ist bisher wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen, dass Phytoöstrogene tatsächlich positiv auf die Haare wirken.

Haarwuchs anregen

Was ebenfalls vielen älteren Frauen zu schaffen macht, ist Haarausfall. Dieser könne eine Nebenwirkung von bestimmten Arzneimitteln sein, sagt Friseurmeister Weinitschke, Art-Director des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. Auch bestimmte Hauterkrankungen oder Entzündungen gehen mitunter mit Haarausfall einher.

»Oft können auf die Kopfhaut aufgetragene medizinische Tinkturen den Haarwuchs zusätzlich anregen«, sagt Hautarzt und Haarmedizinexperte Finner. Manchmal zeigen sich auf dem Kopf aber dauerhaft viele lichte Stellen. Betroffene können sich in einer Haarsprechstunde darüber informieren, welche Lösungen sich dann anbieten - etwa eine Verdichtung mit Streuhaar oder eine Eigenhaarverpflanzung.

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