Dienstag, 22.06.2021

Immer dem Smartphone nach

Digitale Wanderkarten: Wie man Anfängerfehler vermeidet

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Digitale Wanderkarte auf dem Smartphone.
Foto: Silvan Metz
Das ers­te Drit­tel des We­ges hat durch ein Wald­stück ge­führt, jetzt ga­belt sich die St­re­cke. Ein prü­fen­der Blick aufs Smart­pho­ne: Rechts soll es wei­ter­ge­hen. Kei­ne Hun­dert Me­ter wei­ter er­rei­chen die Wan­de­rer ei­ne Stra­ße. Stän­dig über­holt von Fahr­zeu­gen ver­wan­delt sich die Tour in ei­nen Spießru­ten­lauf mit Mo­to­ren­lärm im Na­cken ?

Das sei ein typischer Anfängerfehler von Menschen, die das erste Mal mit digitalen Karten auf Tour gehen, sagt Thomas Froitzheim, Gründer von Naviso, einem Dienstleister für Outdoor-Navigation. Wer sich beim Wandern vom Smartphone leiten lässt wie von einem Autonavi, der kommt zwar ans Ziel - »aber auf irgendwelchen Wegen«. Im Zweifel erwischt man statt des Panoramasteigs eben die Bundesstraße. Was also tun?

Große Auswahl an Quellen

Die richtige Karte nutzen: Die Auswahl an Quellen ist groß. Es gebe staatliche Stellen wie die Landesämter, private Verlage wie Kompass oder die Alpenvereinskartografie und Softwareanbieter wie MagicMaps, zählt Jochen Brune vom Deutschen Alpenverein auf.

»Outdooractive und Komoot sind die etabliertesten Wanderapps«, ergänzt Eric Magut, beim Deutschen Wanderverband zuständig für digitale Themen. Dazu kommen noch Anbieter wie maps.me, gpsies oder phonemaps sowie zahlreiche regionale Apps der jeweiligen Zielgebiete, vom Elbsandsteingebirge bis zum Berchtesgadener Land. Manche Verlage wie Müller bieten auf ihren Internetseiten digitalisierte Versionen ihrer Karten zum Herunterladen an. Oft sogar kostenlos.

Unterscheiden muss man grundsätzlich zwischen Vektor- und Rasterkarten. »Rasterkarten sind vergleichbar mit einer eingescannten klassischen Papierkarte«, erklärt Brune. Bei Vektorkarten erscheinen immer mehr zusätzliche Infos, je weiter der Betrachter hineinzoomt.

Mit Google Maps kommt man beim Wandern - abgesehen von der Standortbestimmung - dagegen nicht weit. »Maps hat zwar inzwischen ein ganz gutes Wegenetz, aber keine ausgezeichneten Wanderwege«, weiß Froitzheim. Besser ist Openstreetmap (OSM), eine Art kartografisches Wikipedia, dessen Inhalte von Nutzern weltweit generiert werden.

In den Karten der Wanderapps sind etwa Höhenlinien, Hütten und teilweise die Art des Bodenbelags verzeichnet. »Die qualitativen Unterschiede können groß sein«, schränkt Magut allerdings ein. Karten auf OSM-Basis wiederum, die von Nutzerdaten zehren, haben eine andere Qualität als von Profis recherchiertes Kartenmaterial.

Routenvorschläge

So geht die Planung: Wer sich für ein Zielgebiet entschieden hat, kann sich auf Tourenportalen wie alpenvereinaktiv.com oder komoot.de nach Routenvorschlägen und hinterlegten Karten umsehen. Um deren Qualität zu bewerten, vergleicht man verschiedene Angebote. Ist die Tour in mehreren Quellen zu finden, ist die Info wohl verlässlich. »Ich würde immer mit der Homepage der Region abgleichen«, rät Magut. Dort finde man oft die aktuellsten Angaben.

Wie die Navigation funktioniert: Um die gewünschte Route auf das Smartphone zu bekommen, lädt man sich zunächst die App seiner Wahl herunter. Wichtig ist: Unbedingt eine Offline-Karte speichern. Sonst ist man unterwegs in Funklöchern trotz Vorbereitung orientierungslos.

Ist die Wunschtour in der Karten-App schon hinterlegt, kann es losgehen. Ansonsten muss man sich seinen Track von der jeweiligen Anbieterseite als gpx-Datei herunterladen. Auf das Smartphone bekommt man die Datei am einfachsten per Mail. Wie sie anschließend geöffnet und dargestellt wird, unterscheidet sich von App zu App. »Bei Komoot geht man zum Beispiel in sein Profil, dort auf >geplantimportieren

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