Positives Ende

Alpträume: Schlafforscher erklärt Methode, sie zu beenden - Manchmal Behandlung ratsam

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Ins Bodenlose fallen, verfolgt werden, sich gelähmt fühlen, der Tod eines geliebten Menschen - das sind häufige Alptraum-Themen bei Erwachsenen.
Foto: Christin Klose (dpa)
Schweiß­ge­ba­det sch­reckt man hoch. Puh, zum Glück nur ein Traum. Wie­der­holt sich das im­mer wie­der, kann das sehr be­las­tend sein. Was vi­el­leicht hilft: Am Tag ei­ne neue St­ra­te­gie für die Nacht ein­ü­ben.

Häufige Alpträume sind eine Belastung. Sie lassen einen mitten in der Nacht aufwachen und können dafür sorgen, dass man regelrecht Angst vorm Einschlafen bekommt. Doch es gibt eine Methode, mit der man sie womöglich in den Griff bekommt. Die Idee ist, »den Alptraum zu einem positiven Ende zu bringen«, sagt der Schlafforscher Professor Michael Schredl im Podcast »Nachgefragt!« der Zeitschrift »Apotheken Umschau«.

Der Hintergedanke sei, dass die meisten Alpträume eben durchs Aufwachen enden.Sie sind also nie fertig und wiederholen sich folglich in der einen oder anderen Art. Die beschriebene Technik sehe vor, sagt Schredl, dass man sich am Tage in der Vorstellung noch mal gedanklich in den Alptraum hineinversetze und darüber nachdenke.

Umdrehen statt Weglaufen

Er schildert ein konkretes Beispiel eines Alptraumes, in dem man vor jemanden wegläuft. Dann denke man sich, so der Schlafmediziner: »Aha, wenn ich weglaufe, weiß ich, das ist keine gute Strategie. Weil der rennt hinterher. Solange, bis ich aufwache.« Nun überlege man sich stattdessen: »Ich drehe mich um. Am besten mit zwei starken Männern hinten dran. Und dann frage ich: »Was willst du von mir?«

Man überlege sich also eine andere Strategie, weil man aus dem Alptraum gelernt hat, dass Weglaufen eine schlechte Strategie ist. Die Empfehlung ist, sagt der Traum-Experte, dass man solch eine neue Strategie, die man sich ausgedacht hat, für einen Traum über zwei Wochen einmal pro Tag für fünf Minuten wiederholt.

»Dann setzt sich das. Und die nachfolgenden Träume werden verändert«, erklärt er. Das klappe bei vielen Menschen relativ schnell. Bestenfalls verschwinden die Alpträume sogar ganz.

Schredl ist wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Nach seinen Angaben haben schätzungsweise rund fünf Prozent der Bevölkerung häufig Alpträume, das heißt: mindestens einmal pro Woche.

Für diese Personen sei eine Behandlung ratsam. Dabei kann auch die geschilderte Methode zum Einsatz kommen, die Betroffene in Eigenregie anwenden können. Typische Beispiele für Alpträume sind Sequenzen, in denen man verfolgt wird, in die Tiefe fällt, gelähmt ist oder in denen eine nahe stehende Person stirbt.

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