Prinzessin für eine Nacht

1300 Gäste genießen Glanz und Glamour auf dem Suppenschulball
Kommentieren
3 Min.

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Sie hatten die Arbeit vor dem Vergnügen: Monika Hand, Schriftführerin beim Suppenschulverein, stellvertretende Vorsitzende Gabriele Kreusser, Vorsitzende Corinna Suffel und Kassiererin Manuela Ballmann (von links).
Foto: Bjoern Friedrich
Es geht auch im roten Kurzen: Vanessa Balonier.
Foto: Bjoern Friedrich
»Li­bia­mo ne’ lie­ti ca­li­ci!«, singt Pop-Te­nor Ge­or­gi­os Bit­zi­os. Ein bis­schen Ver­di muss sein beim 62. Sup­pen­schul­ball. Passt doch Al­f­re­dos Trink­spruch aus der Oper »La Tra­via­ta« bes­tens zur gla­mou­rö­sen Ball­nacht, in der - wie es im ita­lie­ni­schen Lied­text heißt - auch vie­le »fröh­li­che Be­cher ge­leert« wer­den.


Bilderserie vom Suppenschulball, TEIL 3: Björn Friedrich

Bilderserie vom Suppenschulball, TEIL 2: Björn Friedrich

Bilderserie vom Suppenschulball, TEIL 1: Björn Friedrich

Wie immer ist am Mittwochabend das gesellschaftliche Jahresgroßereignis Aschaffenburgs in der Stadthalle ausverkauft. Die 1300 Gäste genießen in vollen Zügen das Tanzen, Plaudern, Flanieren und natürlich das Essen und Trinken auf mehreren Ebenen.
Tanzfläche nicht ganz so voll
Hunderte von rosa Rosen und pinkfarbenen Anthurien in der Dekoration lassen an die Mahnung Violettas in »La Traviata« denken: »Flüchtig und kurz sind der Liebe Freuden. Blumen sind’s, die blühen und sterben.« Die Frankfurterin Sabine Marleen singt voller Inbrunst im Duett mit Bitzios auf der Bühne im großen Saal. Die Barney-Jackson-Band - verstärkt von der Aschaffenburger Geigerin Daniela Reimertz - läuft zu Höchstform auf, für empfindliche Ohren vielleicht zu stark. Stürmischer Applaus aus dem Parkett und den Tischreihen belohnt den Ausflug in die Klassik, bevor wieder leichte Muse wie Abba angesagt ist.
+58 weitere Bilder
Suppenschulball 2013, Teil 3
Foto: Björn Friedrich |  60 Bilder

Die Tanzfläche ist nicht ganz so voll wie in früheren Jahren. Nicht wenige Besucher finden das sehr angenehm. Wundervolle Roben kommen schwungvoll bewegt zur Geltung, als Sänger Claudio Molignini mit »Cinderella di Luna« und »Azzurro« ein Stück sonniges Italien in die Halle zaubert. Das hellgrüne Prinzessinnen-Kleid von Manuela Ballmann aus dem Suppenschul-Vorstand sticht heraus unter den vielen schwarzen langen Ballkleidern.
+56 weitere Bilder
Suppenschulball 2013, Teil 2
Foto: Björn Friedrich |  58 Bilder

Die Zeit der Lässigkeit ist vorbei
Elvira Reiland, Frau des Aschaffenburger Ex-OBs und Ehrenbürgers Willi Reiland und treue Suppenschulballbesucherin seit fast 50 Jahren, stellt fest: »Die Zeit der Lässigkeit ist vorbei.« Ihr gefällt der kultivierte Umgang mit den vermeintlichen Äußerlichkeiten. Denn ein schön zurechtgemachtes Äußeres zeuge vom Respekt gegenüber anderen Menschen, meint sie.
62. Suppenschulball
Quelle: Timo Breidenbach

Elvira Reiland trägt Schwarz mit goldener Bortenstickerei. Auch die vielen anderen dunklen Ballroben sind alles andere als langweilig: raffinierte Schnitte, Raffungen, Ornamente aus Perlen und Glitzer, dabei nicht überladen.
Corinna Suffel, Vorsitzende des Suppenschulvereins, freut sich ebenfalls über die neue Sorgfalt bei der Garderobe. Sicher habe man wieder für allzu (nach)lässige Herren schwarze Fliegen bereitgelegt, die diesen beim Einlass für zehn Euro erwerben können. Doch das sei diesmal eher die Ausnahme, meint Suffel. Selbst KI-Stadtrat Johannes Büttner hatte sich an diesem Abend fürs weiße Hemd mit ebensolchem Seidenschal entschieden statt fürs weiße T-Shirt.
+65 weitere Bilder
Suppenschulball 2013, Teil 1
Foto: Suppenschulball 2013 |  67 Bilder

Wunderbar plaudern
Ordentlich abrocken können all die feingemachten Gäste trotzdem: im kleinen Saal mit Soulfire und später mit den Beatgs. Vielleicht ist der große Andrang dort auch der Grund, warum den Tänzern im großen Saal allzu viel Gedränge erspart bleibt. Es kann aber auch daran liegen, dass die Pianobar der Publikumsmagnet schlechthin ist.
Den Jazzpianisten und Sänger Rick Colemann muss man einfach hören - und man kann bei seiner Musik noch wunderbar plaudern, ohne schreien zu müssen. Vor allem die Herren, die geschäf(stüch)tig die Köpfe zusammenstecken, wissen das zu schätzen.
Wie in einem Aquarium, nur nicht so kalt und nass, fühlt es sich an in der »Waterworld Bar«, die der Aschaffenburger Geschäftsmann Necip Yilmaz und seine Frau Ulrike - sie trägt ein hinreißendes goldenes Kleid - gesponsert haben, natürlich mit einem für die Belegschaft reservierten Tisch.
Unten im Saal sitzt das Ehepaar am Prominententisch, zusammen mit Oberbürgermeister Klaus Herzog, Bürgermeister Werner Elsässer, Landrat Ulrich Reuter, alle mit Gattinnen, und Stadtdekan Wolfgang Kempf. Auch der restliche Suppenschul-Vorstand ist vertreten, und die Gespräche drehen sich um das, was die meisten sich vergnügenden Ballbesucher gerade ausblenden: harte Arbeit, nicht nur bei der Organisation des Wohltätigkeitsballs, sondern auch im Kita-Alltag. »Die Suppenschule ruft mindestens zweimal täglich bei uns an«, sagt Kieferchirurg Bernd Kreusser, ergeben schmunzelnd und mit einem anerkennende Blick auf seine Frau Gabriele, die Kontaktfrau des Suppenschulvereins für Kindergarten und Kita.
Melanie Pollinger
 
Videoimpressionen vom 62. Suppenschulball: Timo Breidenbach

 
Kommentare

laden


Die Diskussion wurde geschlossen..

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!