Sonntag, 09.05.2021

Zwischen Hobel und CNC-Fräse

Berufsbild: Holzmechaniker sind Anpacker - Viel technisches Verständnis gefragt

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Zum Themendienst-Bericht von Roman Wintz vom 24. Juni 2019: Mit der Fräsmaschine bringen Holzmechaniker wie Lukas Meißner das Holz, mit dem sie arbeiten, auf die gewünschten Maße. Foto: Daniel Karmann/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Foto: Daniel Karmann
Zum Themendienst-Bericht von Roman Wintz vom 24. Juni 2019: Bevor ein Produkt zum Kunden geht, steht die Qualitätssicherung an: Worauf dabei zu achten ist, lernt der angehende Holzmechaniker Lukas Meißner in seiner Ausbildung bei der Firma Köhnlein Türen. Foto: Daniel Karmann/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Foto: Daniel Karmann
Zum Themendienst-Bericht von Roman Wintz vom 24. Juni 2019: Genauigkeit ist in seinem Beruf von Bedeutung: Der angehende Holzmechaniker Lukas Meißner prüft den Zuschnitt einer Tür. Foto: Daniel Karmann/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Foto: Daniel Karmann
Früh­m­or­gens, wenn Lu­kas Meiß­ner den Be­trieb be­tritt, weht ihm ein Duft von Holz ent­ge­gen. Hier be- und ver­ar­bei­tet er bei­spiels­wei­se Tü­ren oder Zar­gen. Er nimmt Mes­sun­gen vor, be­han­delt Ober­flächen, stellt ver­schie­de­ne Holz­tei­le her oder lernt den ord­nungs­ge­mä­ß­en Um­gang mit Werk­zeu­gen.

Meißner absolviert bei der Firma Köhnlein Türen im baden-württembergischen Stimpfach eine Ausbildung zum Holzmechaniker der Fachrichtung Herstellen von Möbeln und Innenausbauteilen.

Der Auszubildende bedient und programmiert dafür auch CNC-gesteuerte Maschinen und führt die Qualitätssicherung durch. »Der Umgang mit unterschiedlichen Materialien in Kombination mit traditionellem Holz und zusätzlich die entsprechenden Maschinen zu programmieren, das macht die Arbeit sehr faszinierend«, sagt Lukas Meißner.

»Ich kann die Fähigkeiten auch privat viel nutzen, sie sind fast überall einsetzbar. Außerdem ist Holzmechaniker ein gesuchter Beruf, es gibt immer die Chance auf eine Arbeitsstelle«, so Meißner.

In der Schule muss sich der Azubi viel mit Mathematik auseinandersetzten. Die Montage zu planen und vorzubereiten, Produkte zu prüfen oder Bauelemente herzustellen gehört aber genauso zum Schulalltag wie das Steuern von Produktionsprozessen oder die Instandhaltung von Geräten.

Grundvoraussetzungen für den Beruf sind Freude an der Arbeit mit Holz und handwerkliches Geschick. »Außerdem sollten Interessierte technisches Verständnis mitbringen, beispielsweise für den Umgang mit Maschinen. Verantwortungsbewusstsein und sorgfältiges Arbeiten sind ebenfalls unerlässlich«, so Joachim Seitz, Ausbilder bei Köhnlein Türen. Man müsse auch anpacken können und sollte nicht empfindlich gegenüber Lärm und Schmutz sein.

Drei Fachrichtungen

In vielen Teilen ist die Ausbildung zum Holzmechaniker mit der zum Schreiner vergleichbar, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erklärt. Gerade im letzten Teil der Ausbildung gibt es jedoch Unterschiede - denn die Ausbildungen bereiten auf unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten vor. Holzmechaniker arbeiten eher in der industriell orientierten Produktion, während der Schreiner traditionell im Handwerk ausgebildet wird.

Die Ausbildung wird in drei Fachrichtungen angeboten: Die Azubis können sich auf Herstellung von Möbeln und Innenausbauteilen spezialisieren, auf Bauelemente, Holzpackmittel und Rahmen oder auf das Montieren von Innenausbauten und Bauelementen.

Die Ausbildung zum Holzmechaniker dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut. Lukas Meißner lernt sein Handwerk also in Schule und Betrieb. Im ersten Ausbildungsjahr stehen die theoretischen Grundlagen an, ab dem zweiten auch die Praxis.

»Jeder Tag ist ein neues Abenteuer, da man immer etwas Neues lernt. An verschiedenen Stationen in den jeweiligen Abteilungen bin ich an unterschiedlichen Arbeitsplätzen. Mir werden die Aufgaben erst erklärt, danach darf ich das Gelernte selbst umsetzen. Momentan bin ich in der Zargenerstellung und bald kümmere ich mich um die Kantenleimmaschinen«, so Meißner.

Das Schöne an dem Beruf seien das sichtbare Ergebnis und die Teamarbeit. »Jeder leistet seinen Beitrag, und das Team im Hintergrund zu haben gibt Sicherheit«, so Meißner. Die Nachteile des Jobs sind seiner Meinung nach »die tägliche Konfrontation mit Feinstaub und die Splittergefahr.«

Gute Chancen

Wenn Meißner die Ausbildung erfolgreich absolviert hat, stehen die Chancen gut für ihn. Sein Betrieb hat das Ziel, die Auszubildenden zu übernehmen, um den Fachkräftebedarf zu sichern, so Ausbilder Seitz.

Die Vergütung während der Ausbildung unterscheidet sich je nach Betrieb und Bundesland. In Baden-Württemberg zum Beispiel sieht es folgendermaßen aus: »Im ersten Jahr bekommen die Auszubildenden ein monatliches Gehalt von 920 Euro brutto. Im zweiten Jahr sind 956 Euro veranschlagt und im dritten gibt es 997 Euro«, sagt Detlef Schulz-Kuhnt von der IHK Heilbronn. In anderen Bundesländern beginnt die Vergütung nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mitunter bei 640 Euro monatlich im ersten Jahr und steigt im dritten auf 778 Euro an.

Holzmechaniker arbeiten je nach Fachrichtung etwa bei Möbelherstellern, bei Verpackungsmittelherstellern oder in Betrieben der Raumausstattung. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, dem steht nach Angaben des BIBB zum Beispiel die Weiterbildung zum Industriemeister oder zum technischen Fachwirt offen. Wem das nicht reicht, kann auch ein Studium zum Holztechniker, Verpackungs- oder Produktionstechniker absolvieren.

Am meisten Spaß macht Meißner an seiner Arbeit, »dass man sieht, was man gemacht hat. Ich werde hier an die Hand genommen und bin jedes Mal begeistert von den Endprodukten, die durch ihre verschiedenen Materialien eine sehr moderne Wirkung in der Optik haben.«

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