Samstag, 08.05.2021

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Studium: Unterschiedliche Testverfahren an Hochschulen

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Stellen Hochschulen einen Eignungstest für Bewerberinnen oder Bewerber, müssen die erstmal herausfinden, wie sie sich am besten darauf vorbereiten.
Foto: dpa-tmn, Christin Klose
Wer stu­die­ren möch­te, kann sich in den meis­ten Fäl­len ein­fach ein­sch­rei­ben. Ein­zi­ge Be­din­gung: Das Ab­i­tur oder ei­ne an­de­re Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung. Wenn es mehr Be­wer­be­rin­nen oder Be­wer­ber als Plät­ze gibt, kann die Uni­ver­si­tät ih­re Stu­di­en­plät­ze zum Bei­spiel an die­je­ni­gen mit den bes­ten Ab­schluss­no­ten ver­ge­ben.

»In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist es jedoch immer üblicher geworden, Bewerber vor Antritt des Studiums zusätzlich zu prüfen«, sagt Claudia Finger vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Anforderungen erfüllen

Manche dieser Tests müssen Bewerber zwingend bestehen, um sich überhaupt für einen Studiengang zu qualifizieren. Klassische Beispiele sind die praktisch-künstlerischen Studiengänge wie Musik, Theater, Schauspiel, Kunst oder Design. Auch wer Sport studieren will, muss zuvor zeigen, dass er bestimmte Grundanforderungen erfüllt. Denn diese Fähigkeiten werden nicht ausreichend durch einen Abschluss wie das Abitur bescheinigt.

Andere Tests hingegen sind freiwillig und verbessern bei guten Ergebnissen nur die Chancen auf einen Studienplatz - Voraussetzung sind sie aber nicht. Dazu zählt beispielsweise der Test für medizinische Studiengänge (TMS). Finger sagt: »In beiden Fällen ist es das Ziel, die Kandidaten und Kandidatinnen herauszusuchen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Studium erfolgreich abschließen werden.«

Unis bestimmen selbst

Üblich sind Tests laut einer Untersuchung des CHE mittlerweile auch in den Studiengängen Architektur, Anglistik, Amerikanistik, BWL und Soziale Arbeit. Was aber genau verlangt wird, ist in jedem Fachgebiet unterschiedlich. Hinzu kommt: Bis auf wenige Ausnahmen wie Medizinertest und Sporttest bestimmt jede Universität selbst, wie genau ein Test aussieht und was verlangt wird.

»Am besten, man beginnt mit den Recherchen schon ein Jahr vor dem geplanten Studienbeginn. Dann hat man genügend Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen«, empfiehlt deshalb Cort-Denis Hachmeister, Experte für Datenanalyse am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Ein guter Ausgangspunkt ist das Internetportal Hochschulkompass. Dort finden Interessierte die Eckdaten zu Studiengängen und Links zu genaueren Informationen auf den jeweiligen Homepages der Hochschulen. Wichtige Fragen, die im Vorfeld abgeklärt werden sollten, sind: Welche Universitäten verlangen Tests, welche nicht? Wann und wo finden diese Prüfungen statt? Wie teuer sind sie? Welche Fähigkeiten werden geprüft? Wie kann man sich darauf vorbereiten? Doch genau bei diesen letzten beiden Fragen wird es oft kompliziert. Edith Braun von der Universität Gießen hat mit ihrem Team zum Thema Testverfahren an deutschen Hochschulen geforscht. »Unser Eindruck war, dass viele Hochschulen eher intransparent waren. Erst nach mehreren Nachfragen haben sie Details zu den Anforderungen und den Aufbau der Tests herausgegeben.«

Gut informieren

Auch auf den Internetseiten der Hochschulen zeichnet sich oft ein ähnliches Bild ab. Findet man auf Anhieb keine genaueren Informationen zu den Testverfahren, kann sich ein Blick in die jeweilige Studienordnung, Prüfungsordnung oder Auswahlsatzungen lohnen.

Die Eigenschaften, die im Regelfall getestet werden, seien auch die Fähigkeiten, die man für ein erfolgreiches Studium braucht, sagt Braun. »Meiner Meinung nach werden diese Fähigkeiten jedoch auch alle sehr gut in der Abiturnote abgebildet. Diese fasst die Leistungen aus zwei Jahren zusammen, die von der eigenen Motivation und den kognitiven Fähigkeiten natürlich stark beeinflusst werden.« Ein Test dagegen bevorzuge diejenigen, die wettbewerbsorientiert sind und gut mit Prüfungssituationen umgehen können.

Mit Kosten verbunden

»Hinzu kommt, dass Tests, die von privaten Agenturen erstellt worden sind, zwar oft wissenschaftlich fundiert sind, aber natürlich nicht gratis angeboten werden. Die Kosten müssen in der Regel Bewerberinnen und Bewerber tragen«, so Braun. Auch Vorbereitungskurse und Vorbereitungsbücher können zusätzliche Kosten verursachen.

Das bestätigt Claudia Finger. »Testverfahren sind auf der einen Seite eine gute Möglichkeit, schlechte Abiturnoten auszugleichen. Auf der anderen Seite können sie jedoch bestehende Ungleichheit reproduzieren«, fasst sie zusammen.

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