Samstag, 08.05.2021

Die ZFA ist der erste Kontakt zum Patienten

Berufsbild: Zahnmedizinische Fachangestellte kümmern sich darum, dass es in der Praxis rund läuft

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HANDOUT - Zum Themendienst-Bericht von Verena Wolff vom 13. April 2020: Sylvia Gabel ist Referatsleiterin Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe. Foto: Sylvia Gabel/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Foto: Sylvia Gabel
Seit die As­sis­ten­tin­nen in Zahn­arzt­pra­xen »Emp­fangs­fräu­lein des Zahn­arz­tes« ge­nannt wur­den, sind mehr als 100 Jah­re ver­gan­gen. Heu­te hei­ßen sie Zahn­me­di­zi­ni­sche Fach­an­ge­s­tell­te (ZFA) und sind mit ei­ner gan­zen Rei­he von Auf­ga­ben be­traut, die den rei­bungs­lo­sen Ablauf in ei­ner Pra­xis si­cher­s­tel­len.

»Rund 70 Prozent der Arbeit ist medizinisch«, erklärt Sylvia Gabel, Referatsleiterin Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe.

Die reguläre duale Ausbildung dauert drei Jahre. Eine gesetzliche Zugangsbeschränkung gibt es nicht, wenn die Schulpflicht erfüllt ist. Der Verband empfiehlt jedoch einen guten Realschulabschluss. »Ein gutes Zeugnis ist wichtig«, sagt Gabel, die selbst Zahnmedizinische Fachangestellte ist. Vor allem die Beurteilungen über soziales Verhalten sollten positiv sein. Zudem seien gute Deutschnoten sowie Englischkenntnisse notwendig, denn Kommunikation ist einer der zentralen Punkte des Berufs. In einer Zahnarztpraxis sind die Fachangestellten die Ersten, mit denen die Patienten in Kontakt kommen.

Doch nicht nur beim Zahnarzt können die Fachleute arbeiten, die bis heute zum Großteil Frauen sind. Nahezu 100 Prozent der neuen Ausbildungsverträge hatten auch im Jahr 2018 Frauen abgeschlossen, wie Daten des BIBB zeigen. Auch in kieferorthopädischen, oral- und kieferchirurgischen Praxen sowie Zahnkliniken, im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Dentalindustrie, bei Krankenkassen, Versicherungen und in Abrechnungszentren finden sie Jobs.

Die Ausbildung ist breitgefächert, beschreibt Gabel. Zu den Inhalten gehören zum Beispiel Hygiene und die Grundlagen der Prophylaxe. Auch in den Bereichen Röntgen und Strahlenschutz müssen sich die Auszubildenden auskennen. Daneben geht es um Hilfeleistungen bei Not- und Zwischenfällen, um Arzneimittel und Instrumentenkunde. Um später zu wissen, worauf es ankommt, damit alles in der Praxis reibungslos vonstatten geht, beschäftigen sich die angehenden ZFA etwa mit Arbeitsorganisation, Dokumentation, Leistungsabrechnung oder Datenschutz.

Die Praxen brauchen also gut organisierte junge Leute, die auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf behalten und körperlich dazu in der Lage sind, dem Mediziner zu assistieren. Denn die Arbeit »am Stuhl«, wie es bei den Zahnärzten heißt, kann anstrengend sein.

Empathie und eine gute Auffassungsaufgabe seien wichtig bei der Auswahl der Bewerber. »Dazu kommen gute Kommunikationsfähigkeit sowie gutes Deutsch in Wort und Schrift«, so Gabel.

Bewerberinnen gibt es indes nicht genug, wie der Verband und auch verschiedene Mediziner beklagen. Ein Zahnarzt aus München berichtet, dass es gerade in den teuren Großstädten extrem schwierig sein, Nachwuchs zu finden - selbst, wenn die Vergütung höher ist als der Durchschnitt oder es noch Extras zum Ausbildungsvertrag gibt, etwa ein Zimmer für die Dauer der Ausbildung.

In den Kammerbereichen mit Tarifanbindung, das gilt für das Saarland, Hessen, Westfalen Lippe und Hamburg, bekommen Auszubildende im ersten Jahr 870 Euro, im zweiten 910 und im dritten 970 Euro. Weil sich die Vergütung je nach Bundesland und Praxis unterscheiden kann, gibt die Bundesagentur für Arbeit Orientierungswerte zwischen 600 und 870 Euro brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr und zwischen 750 und 980 Euro im letzten Jahr an.

Der Karriereweg muss für Zahnmedizinische Fachangestellte nicht nach der Ausbildung enden. Mancher spielt mit dem Gedanken, selbst Zahnmedizin zu studieren und zunächst eine Ausbildung zu machen.

ZFA können sich aber etwa auch zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin oder zur Dental-Hygienikerin weiterbilden. Im betriebswirtschaftlichen Bereich bietet sich die Qualifizierung zur Fachwirtin für Gesundheit und Soziales, zur Fachwirtin für Zahnärztliche Praxismanagement oder zur Praxismanagerin an.

Hintergrund

Sylvia Gabel ist Referatsleiterin Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe.Foto:

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