Sonntag, 25.10.2020
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Storytelling: (3) Schwere erste Zeit

Marco Nohl und Ehefrau Kerstin erzählen, wie es nach einem solchen Schicksalsschlag weitergeht

Wächtersbach
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Im Herbst 2015 hatte Marco Nohl einen Schlaganfall. Seitdem arbeitet sich der 44-Jährige zurück in den Alltag. Gerade in der schweren ersten Zeit gab es noch viele Unsicherheiten für Marco Nohl und Ehefrau Kerstin. Was sie in dieser Zeit bewegte, welche Hürden sie meistern mussten und was ihnen besonders Angst machte, erzählen sie uns.

Besonders emotional ist für Kerstin Nohl der Moment, als sie zum ersten mal nach dem Vorfall auf Ehemann Marco trifft. Er liegt in einem Krankenbett, kann nicht mehr alleine laufen, ist teilweise gelähmt. Ihrem Mann ist anzusehen, wie ernst es um ihn steht. Verzweiflung macht sich in Kerstin Nohl breit.

 

 

Die behandelnde Ärztin nimmt sich viel Zeit und erklärt Kerstin Nohl ausführlich, was  in der ersten, der kritischen Zeit wichtig ist. Denn gerade jetzt sollte alles so glatt wie möglich verlaufen, das macht die Ärztin deutlich. Sie nimmt der verunsicherten Ehefrau mit ihren ausführlichen Erklärungen aber auch ein wenig die Sorgen.

 

 

Um der außergewöhnlichen Situation gerecht zu werden, muss Kerstin Nohl ihren gesamten Alltag über den Haufen werfen: So gestaltet sie ihren und den Tagesablauf der beiden Kinder so, dass sie möglichst oft und lange bei ihrem Mann sein kann, dass sie viel Zeit im Krankenhaus in Höchst hat. Täglich spricht sie sich mit der behandelnden Ärztin ab.

 

Marco Nohl kommt gerade die erste Zeit extrem lange vor. Besonders schwer ist es für ihn, dass er kaum etwas  selbstständig machen kann und grundsätzlich auf die Hilfe von Pflegepersonal und Familie angewiesen ist. Viele Gedanken macht er sich auch darum, was die Zukunft nun bringen wird.

 

Emotionen – egal ob negative oder positive – erhöhen schnell den Blutdruck eines Schlaganfallpatienten. Deshalb ist es besonders in den ersten fünf Tagen nach dem Vorfall extrem wichtig, dass eben solche Emotionen nicht an Marco Nohl herangetragen werden. Eine Herausforderung für Kerstin Nohl, da es eine Zeit mit viel Ungewissheit ist und sie jede Menge Entscheidungen alleine treffen muss.

 

Den Alltag meistern, Formalitäten abarbeiten und die Sorge, dass die Kinder mit ihren damals vier Jahren möglichst nicht zu viel von der Situation mitbekommen. Keine einfache Lage für Ehefrau Kerstin Nohl, die allem und allen gerecht werden möchte.

Als die Therapie beginnt, wird es erträglicher für Marco Nohl. Da er möglichst schnell wieder am alltäglichen Leben teilnehmen möchte, steckt der heute 44-Jährige seine ganze Energie in die Reha, die er in Bad Orb macht.

 

Stephanie Renger

Zum nächsten Teil der Serie geht es hier: »Video: Mit Ehrgeiz und Therapie zurück ins Leben«

 

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