Montag, 13.07.2020
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Rosmarin im Kräuterbeet

Mediterranes Aroma:Das bieten nicht nur die Nadeln, sondern auch die Blüten - Sie zeigen sich schon im Frühjahr

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Die Blätter des Rosmarin werden in der Küche zum Würzen verwendet. Foto: Andrea Warnecke (dpa)
Foto: Andrea Warnecke
Rosmarin bildet schon früh hübsche Blüten, meist in einem Blau-, Weiß- oder Lilaton. Foto: Marion Nickig (dpa)
Foto: Marion Nickig
Auf­merk­sam­keit be­kommt der Ros­ma­rin (Ros­ma­ri­nus of­fi­ci­na­lis) im Gar­ten meist erst im Som­mer - wenn man hier­zu­lan­de üb­li­cher­wei­se fri­sche Kräu­ter ern­tet. Da­bei er­reicht die Pflan­ze ih­ren op­ti­schen Höh­e­punkt schon viel früh­er.

»Die Blütezeit des Rosmarins beginnt im Dezember und hält bis April, Mai an«, sagt Gärtnermeister Herbert Vinken. Mitunter kann es eine leichte Nachblüte in den Sommermonaten geben. Die frühe Blüte ist wertvoll für Insekten, die nun in der Natur noch vergleichsweise wenig Nahrung finden.

Schmales Blattwerk

Das Blattwerk dieser Heil- und Würzpflanze ist sehr schmal und länglich, es erinnert an ein Nadelgehölz. Die lilablauen Blüten machen deutlich, dass der Rosmarin zu der Familie der Lippenblütler gehört. Junge Pflanzen entwickeln sich sehr langsam, daher sind sogar kleine Töpfe meist relativ teuer, erklärt Vinken.

»Ursprünglich ist der Rosmarin im Mittelmeerraum verbreitet«, sagt der Gärtnermeister. Der Name leite sich aus den lateinischen Wörtern »ros« und »marinus« ab. Dies bedeutet so viel wie Tau (ros) des Meeres (marinus) - passend, denn oft wächst Rosmarin in Küstennähe.

Immergrüner Halbstrauch

Eine Besonderheit beim Rosmarin: Er ist nur eine von zwei Arten der Gattung Rosmarinus. »Deutlich breiter gefächert sind die verschiedenen Unterarten und Typen«, sagt Vinken. Sie erkennt man an den unterschiedlichen Wuchsformen.

Die Urform der immergrünen Halbsträucher gedeiht aufrecht. »Der Zuwachs bildet sich immer an der Spitze.« Daneben gibt es aber auch Typen mit überhängendem und mit kriechendem Wuchs. »Diese flachwachsenden Formen des Rosmarins sind sehr frostempfindlich«, erklärt Vinken.

Hobbygärtner finden auch Varianten bei den Blütenfarben. Die Pflanzen tragen verschiedene Blautöne und Weiß, es gibt aber auch Varianten in Lila und Rosa. Rosmarin unterscheidet sich auch im Geschmack. Für Kräutergärtner Klaus Friderich ist die Sorte »Corsican Blue« geschmacklich die beste. Sie hat zierliche Blätter und bildet seitlich abstehende Äste, sparrig nennt sich dieser Wuchs.

Frisch oder getrocknet

Ungewöhnlich schmeckt zum Beispiel die Sorte »Lavandulaceus«. Das Aroma der Nadeln ähnelt dem des Lavendels. »Beim Pinienduft-Rosmarin ist hingegen der Gehalt an ätherischen Ölen extrem groß«, erklärt Friderich. Die Pflanze fühle sich harzig an und dufte stark nach Pinien. Auffällig sind die feinen Nadeln. Frisch oder getrocknet wird das Heilkraut vor allem in der Küche verwendet. Man erntet die Spitzen und streift die Blätter von den harten Zweigen ab. Will man einen Vorrat anlegen, sollte man darauf achten, dass die Ernte zügig trocknet. Vinken empfiehlt, die Zweige in eine Baumwolltasche zu geben und darin über Kopf aufzuhängen - möglichst an einem Ort mit Temperaturen von 25 bis 30 Grad. »In der Regel ist es für den Wuchs und die Pflanzen besser, wenn man keinen ganz starken Schnitt macht, sondern regelmäßig und mehrfach die Spitzen rausnimmt«, erklärt Vinken.

Aber man kann nicht nur die Blätter als Gewürz verwenden. »Die Blüten schmecken lecker auf Salaten und kleinen Törtchen«, erzählt Vinken. Er schwärmt von deren Aroma. Sie schmecken ein bisschen wie Eukalyptus.

Generell haben die Varianten des Rosmarins mit Kälte meist Probleme. Den harten Winter 2013 habe bei Friderich lediglich die Sorte »Blue Winter« schadlos überstanden. Er rät daher, die Pflanzen im Winter immer vor Kahlfrösten zu schützen. Am besten deckt man sie mit Reisig oder Tüchern ab. »Bitte keine Folie verwenden, denn darunter staut sich die Feuchtigkeit und verursacht Pilzbefall.«

Im Südwesten pflanzen

Laut Vinken kann Rosmarin durchaus Temperaturen von minus zehn bis minus zwölf Grad überstehen. »Die Pflanzen dürfen allerdings nicht zu stark von den Sonnenstrahlen erwärmt werden.« Er rät daher, Rosmarin im Südwesten zu platzieren, damit die Pflanze erst am späteren Nachmittag in der Sonne steht.

»Außerdem muss man auch im Winter immer daran denken, einen Schluck Wasser zu verteilen«, ergänzt Vinken. Denn sind die Böden gefroren, können die Pflanzen nur wenig oder kein Wasser aufnehmen. Kräutergärtner Friderich betont: »Die Wurzeln dürfen nie ganz austrocknen.« Tückisch ist, dass man den Pflanzen das nicht direkt ansieht - sich also Schäden erst verzögert zeigen.

Stabilität für die Zellen

Wichtig ist, dass der Boden eine gute Drainage hat, aber zugleich in der Lage ist, Wasser zu speichern. Bewährt hat sich laut Vinken eine Beimischung von Bentonit oder Urgesteinsmehl, welche die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern. »Wir mulchen im Bereich der Pflanzung auch mit Muscheln, weil die helle Oberfläche das Wachstum ebenso positiv beeinflusst wie die stetige Kalkabgabe an den Boden.«

Der Gärtnermeister rät zudem zu kaliumbetontem Dünger. Er stärkt die Pflanzen und gibt den Zellen Stabilität und Widerstandskraft. So ist der Rosmarin nicht nur im Frühling und Sommer prächtig, sondern hält im nächsten Winter auch Temperaturen von unter null Grad aus.

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